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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1896. 
Andererseits ist aber auch die subagrielle Verwitterung in gleich macht- 
voller Weise beim Zerstörungswerk thätig. Man sieht die felsigen Küstenabhänge 
und Cliffs oft vertikal aufgespalten, die heruntergeglittenen Stücke theilweise im 
Wasser, mit dem oberen Ende gegen die Felsenwand lehnend, von der sie los- 
getrennt waren. Der Geologe kann an diesen oft noch ganz frischen Brüchen 
die schönsten Studien machen. 
in Süderoe kannte man Kohlen und ihre dortigen Gewinnungsorte schon 
lange Zeit, auch hat man wiederholt mit dem Abbau begonnen, aber immer nach 
schlechten finanziellen Resultaten wieder den Betrieb eingestellt. Im Jahre 1895 
soll jedoch eine erneute Inangriffnahme stattgefunden haben, die bessere Resultate 
zu liefern verspricht. 
Auf der Insel Myggenaes sind später an verschiedenen Stellen Kohlen 
gefunden worden, worüber weiter unten ausführlicher berichtet wird, 
Zeichen glacialer Aktion sind häufig anzutreffen, doch verschwinden sie 
unter den verwitternden Einflüssen ungemein rasch. 
Auf allen Faeroer zusammengenommen findet man kaum wirkliche Ebenen, 
ausgenommen bei der Hauptstadt Thorshavn, und auch dorf nur in sehr be- 
scheidenem Umfange. Dagegen giebt es viele Thäler nach dem Muster der alten 
römischen Cirkusse, deren Boden (Arena) oft am Wasser liegt, während die 
terrassenartigen Absätze bis zu den höchsten Bergspitzen symmetrisch empor- 
steigen. Oft wird auch ein solcher Circus in zusammengebrochenem Zustand 
bemerkt, dessen gewaltige Fragmente sich noch so weit angedeutet finden, dafs 
die ehemalige Gesammtgestaltung unschwer zu erkennen ist. Bei den Inseln 
Kolter, bei Tindholm und den Drangar-Felsen und bei den südwestlichen Cliffs 
von Vaagoe kann man sich aus den erhaltenen Resten die vormalige Cirkusform 
leicht rekonstruiren. 
Von den Forschungsreisenden sind leider magnetische Beobachtungen 
bezw. Versuche über die in der dänischen Segelauweisung erwähnte Unzuver- 
lässigkeit der Kompasse in der Nähe der basalthaltigen Inseln nicht gemacht 
worden. 
Das Klima der Faeroer. 
Das Klima ist gleichmäfsig, der Golfstrom verhindert extreme Tempera- 
turen im Sommer wie im Winter. Nebel sind sehr häufig. Der jährliche 
Regenfall schwankt zwischen 1700 und 2000 mm mit durchschnittlich 270 Regen- 
tagen, d. h. auf drei Regentage ein trockener, 
Stürme sind ebenfalls häufig; hieran mag wohl hauptsächlich der Mangel 
an Bäumen auf den Inseln Schuld tragen.!) Für die Wurzeln von Bäumen 
größerer Art ist allerdings heute wenig Halteboden vorhanden, doch haben um- 
zweifelhaft auf den Inseln in älterer Zeit Bäume von achibarer Größe gestanden, 
wie dies aus Fragmenten von Stämmen und Wurzeln in den Torfmooren der 
Inseln zur Genüge hervorgeht. Vermuthlich waren die mit Bäumen bestandenen 
Flächen in der Vorzeit mehr geschützt. Im Uebrigen ist von den berüchtigten 
Fieldkast nirgends die Rede, die Reisenden scheinen demnach in den erwähnten 
drei Jahren (Sommermonate) keine unangenehmen Erfahrungen gemacht zu haben, 
obgleich sie auch vielfach mit Segelbooten fuhren. ; 
Das wenig angenehme Klima läßt diese Inseln weder als Kur- noch Ver- 
ynügungsorte geeignet erscheinen, weshalb ein Reisender hier auch nicht erwarten 
darf, Hotels oder Derartiyes vorzufiuden. 
Beiträge zur Küstenbeschreibung, 
Aus den Wahrnehmungen und Erlebnissen des Herrn Dr. Grossmann 
und seiner Begleiter im Verlauf der Forschungsreisen von Süderoe über Stromoe 
und deren Nebeninseln nach Fugloe entnehmen wir als für den eingangs gedachten 
Zweck von Nutzen das Folgende: . 
„Bei der Annäherung an Süderoe war die Insel in ihre gewohnten Nebel- 
schleier gehüllt; daher war es unserem Dampfer nicht möglich, exakt festzustellen, 
in welche Bai wir im Begriff waren, einzulaufen. Verschiedene Buchten und 
Baien von nahezu identischem Aussehen öffnen sich nach Osten, und daher war 
\ Vgl, Segelanweisung: Fjieldkast oder Bergböen.
	        
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