260 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1896.
machen, zeigen sich im subtropischen, westlichen Theile aller Meere, in den dort
so häufig in der Nähe der polaren Passatgrenze vorkommenden rechtläufigen
Rundläufen des Windes, Gewitter wie Elmsfeuer häufig. An den in den Tabellen
des Atlantischen Oceans angegebenen Fällen von Elmsfeuern läfst sich der Einflufs
dieser Verhältnisse lange nicht klar genug erkennen. Denn es ist zu bedenken,
dafs infolge der von den Schiffen eingehaltenen Wege für den Nordatlantischen
Ocean die östliche, für den Südatlantischen Ocean die westliche Hälfte dieser
Meere die bei Weitem längere Beobachtungszeit liefert. Erst unter Berücksichtigung
dieser Thatsache darf man das Vorkommen von 14 Erscheinungen des Elmsfeuers
zwischen 30° und 40° N-Br und westlich von 40° W-Lg, gegen zehn Fälle des
Elmsfeuers zwischen diesen Breitengraden und östlich von dieser Länge ver-
gleichen. Im Südatlantischen Ocean kommen auf elfmaliges Vorkommen des
Elmsfeuers zwischen 30° und 40° S-Br und westlich von 40° W-Lg nur fünf Elms-
feuer, die sich in dem entsprechenden östlich von diesem Meridian gelegenen
Breitenstrich ereigneten. In dem zwischen 30° S-Br und Aequator liegenden
Theile des Südatlantischen Oceans wurde das Elmsfeuer nur ein einziges Mal
beobachtet.
Die Ursachen, welche das Elmsfeuer erzeugen, scheinen nicht selten gleich-
zeitig über ziemlich weite Meeresstrecken vorhanden zu sein und für mehrere
Tage anzuhalten. In den schon erwähnten synoptischen Karten des Nordatlan-
tischen Oceans finden sich dafür mehrere Beispiele und desgleichen in den Tabellen,
Am 10. März 1885 zeigten sich Elmsfeuer bei „Triton“ in 1° N-Br und 27° W-Lg,
wie bei „Johanna“ in 2° N-Br und 28° W-Lg; am 15. und 17. Dezember 1884
bei „Patagonia“ in 33° N-Br und 32° W-Lg wie bei „Emma Römer“ in 33° N-Br
und 33° W-Lg; am 26. November 1884 bei „Hedwig“ in 37° N-Br und 73° W-Lg
wie bei „Johann Kepler“ in 40° N-Br und 62° W-Lg; am 22. und 24. Mai 1884
bei „Pacific“ in 58° S-Br und 67° W-Lg wie bei „Carl Both“ in 58° S-Br und
57° W-Lg. In den beiden letzten Fällen deutet der zur Zeit beobachtete niedrige
Barometerstand auf ein Niederdruckgebiet hin, während „Patagonia“ und „Kimma
Römer“ sich zur Zeit in einem Hochdruckgebiet befanden.
Wenn zwischen den in manchen polwärts vom Passatgebiet gelegenen
Meerestheilen im Winter weit häufiger als im Sommer im Bereiche von Tiefdruck-
gebieten auftretenden Gewittern, den Wirbelgewittern und jenen Gewittern, die
zur Sommerzeit im Golfstrom, an tropischen von verhältnifsmäfsig warmen See-
winden getroffenen Küsten wie im Stillengürtel vorkommen, den Wärmegewittern,
zu unterscheiden ist, so scheint dies in ganz ähnlicher Weise auch für die Elms-
feuer und ebenso in scharf ausgeprägter Weise für die Wasserhosen zu gelten.
Auch jene könnte man in Wirbel-Elmsfeuer und Wärme-Elmsfeuer eintheilen.
Denn das Elmsfeuer zeigt sich beim orkanartigen Sturm in stürmischen, das Aus-
schießen des Windes begleitenden Böen wie während der leichten von Gewittern
begleiteten Mallung des Stillengürtels. Entsprechend diesen Verhältnissen, und
weil heftige Stürme in den mittleren und höheren Breiten aller Meere im Winter
weit häufiger auftreten als im Sommer, sind Elmsfeuer in den aufserhalb der
Tropen liegenden Meerestheilen im Sommer seltener als im Winter.
Ihr Zusammenhang mit Tiefdruckgebieten, die sie als Wirbel-Elmsfeuer
kennzeichnet, geht daraus deutlich hervor. Die folgenden kleinen "Tabellen
zeigen, dafs im Atlantischen Ocean nördlich von 30° N-Br von 61 Elmsfeuern
14 in den Monaten Mai bis Oktober und 47 während der Monate Oktober bis
April vorkamen, wogegen südlich von 30° S-Br die entsprechenden entgegen-
gesetzten Verhältnisse herrschten. Hier ereigneten sich von 39 Elmsfeuern 28
während der Zeit von Mai bis Oktober und 11 während der übrigen Monate
des Jahres.
Nördlich von 30° N-Br in 61 Fällen im
Januar /Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
Septbr. |Oktober! Norbr. | Dezbr.
83 | 26 | 3 A
70/9 | 59/0 | 120% 25% | 5% | 09% 79/9 | 590 | 30/0 | 830/ 179/0 |
8
1200