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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

. Ueber die Thätigkeit der Deutschen Seewarte, 
Seesteuerleute, auf diesem Wege ‘besser als auf auf irgend einem. anderen gesichert 
werden kann. . : . . „ 
Was nun den ersten Punkt anlangt, so möchte ich bemerken;. daß; noch 
Vieles geschehen kann, damit die Arbeiten der Seewarte auch wirklich .yom see- 
fahrenden Publikum aufgenommen und verwerthet werden. Die Beschaffung 
solcher wichtigen Werke ist in dem vorliegenden Falle nur seitens eines Theiles 
der Seeleute nothwendig, da die Direktion der Seewarte in der liberalsten Weise 
an alle ihre Mitarbeiter die in Rede stehenden Werke gratis gelangen läßt. . 
Was nun aber. die Verbreitung in weiteren Kreisen des nautischen 
Publikums, nämlich die Beschaffung der Werke, unabhängig von den Gratisgaben 
der Direktion, anlangt, so läfst dieselbe in vieler Hinsicht zu wünschen übrig. 
Es mülfste erheblich mehr noch dafür gethan werden theils in der Fachpresse, 
theils auch gerade aus diesem Kreise, damit man auch von Seiten solcher 
Personen, die. nicht Mitarbeiter sind, sich der Werke nutzbringend bediene. Es 
würde nicht schwierig sein, Beweise dafür zu liefern; die seeamtlichen oder die 
oberseeamtlichen Verhandlungen geben vielfach zur Bildung des Urtheils Gelegen- 
heit, dahin gehend, dafs in Wirklichkeit bei Unfällen die Verbreitung der neuesten 
zuverlässigsten und zweckdienlichsten Schriften und Karten sehr viel zu wünschen 
übrig läfst. Sn 
Was aber die werkthätige Theilnahme des deutschen seefahrenden Publikums 
an den Arbeiten der Seewarte anlangt, so bin ich heute wie vor Jahren in der 
glücklichen Lage, zu konstatiren, dafs diese Theilnahme stets im Wachsen be- 
griffen ist, dafs die Mitarbeiterschaft stets als eine erhöhte sich erweist, daß wir 
jetzt über 400 regelmäfsige Mitarbeiter zählen. Dadurch wird eine Summe 
von werthvollen Mittheilungen und von nautisch-meteorologischem Materiale in 
die Archive der Seewarte getragen, von dem ich mit voller Ueberzeugung sagen 
kann, dafs es wohl kaum .eine andere Nation der Erde in erhöhtem Male und 
von besserer Beschaffenheit aufweisen kann. Das ist die Frucht der ganz frei- 
willigen Thätigkeit unserer Seeleute, die ich schon so oft an dieser Stelle ge- 
priesen habe, und die ich heute in dankbarster Weise anerkenne. 
Es ist aber um deswillen auch eine Pflicht unsererseits, davon zu berichten, 
in welcher Weise wir dieses. kostbare Material verwerthen. An eine völlige Aus- 
werthung dieses Materials innerhalb unserer Zeit ist ja zunächst nicht zu denken, 
denn eine solche Auswerthung wird sich stets nach dem Standpunkt der Wissen- 
schaft, nach der Erweiterung des Horizonts der wissenschaftlichen Forderungen 
richten müssen. Allein für die Gegenwart ist es eine Pflicht, dafür Sorge zu 
tragen, dafs wenigstens soviel als möglich unmittelbar verwerthet werden kann 
in den: Kreisen, für welche diese Arbeiten in erster Linie berechnet sind. Hier- 
über erlaube ich mir einige kurze Bemerkungen zu machen, 
Wir haben vor 20 Jahren mit dem holländischen meteorologischen Institut, 
das damals unter Prof. Buys.Ballot wirkte, einen Plan der Veröffentlichung 
vereinbart, welcher die „Quadratarbeit“ genannt werden kann, worin die 
meteorologisch-hydrographischen Erhebungen aus unseren Schiffsjournalen und 
den meteorologischen Journalen der Seewarte eingetragen werden. Wir haben 
damals vereinbart, dafs Holland und Deutschland gemeinsam mit Bezug darauf 
zu arbeiten. hätten, Diese Quadratarbeit erstreckte sich vom 50. Grad bis zum 
20. Grad nördlicher Breite und von den atlantischen Küsten Europas nach den 
Küsten des Atlantischen Oceans Amerikas. Das Gebiet umfafst etwa 17 Quadrate 
von je 10° der Länge und 10° der Breite. Von: diesen 17 Quadraten sind 16 
erschienen oder in der Erscheinung begriffen, und soll das 17., welches nach 
einiger Zeit erscheinen wird, die Serie abschliefsen, Begreiflichermafsen ist aber 
der Einlauf der meteorologischen Journale ein ununterhrochener und fortgesetzter, 
so .dafßs wir nur stets einen gewissen Abschlufs für ein Quadrat erzielen können, 
wenn wir dafür einen bestimmten einheitlichen Termin festsetzen. So ist es auch 
geschehen,. und wenn. wir jetzt konstatiren, dafs wir mit unseren Arbeiten über 
den Ocean hinübergekommen sind, so soll damit-nur gesagt sein, dafs für eine 
bestimmte Epoche, sagen wir von 1868, dem Beginn der Arbeit der Seewarte 
etwa, bis zum Ende des Jahres 1887 ein Abschluß erzielt ist. Es wird dem- 
nächst naturgemäß wieder die Frage auftauchen, wie und ob überhaupt die 
Arbeit, wie.es im ursprünglichen Plane lag, für dieselben Quadrate aufs. Neue 
vorgenommen und weiter ausgeführt werden 8oll, oder ob ein neuer Kurs, eine 
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