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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Annalen der Hydrographie' und Maritimen Meteorologie, Januar 1896. 
22. September. Fig. 3. Mit dem von NW und Nord andrängenden 
höheren Druck hat sich die Furche südöstlicher verlagert, vermuthlich mit theil- 
weiser Ausfüllung im Westen der Skizze, Die „Arkona“ steht unmittelbar vor 
dem Uebergang über die Mitte, hat Gewitter, starke Böen und Regen. Möglicher- 
weise trägt die erwähnte theilweise Ausfüllung im Westen zur augenblicklichen 
kräftigeren Entwickelung des Tiefdruckgebietes im Osten bei. Die „Marie“ hat 
auch böiges Wetter, aber noch keinen andauernden Regen, nur Schauer. 2 
23. September. Fig. 4. Ueber beide Schiffe, „Arkona“ und „Marie“, 
ist die Furche innerhalb 12 Stunden hinweggegangen, schnell abnehmend, denn 
während die „Arkona“ in den Böen Windstärke 10 hatte, beobachtete „Marie“ 
aur 7. In der Skizze ist nichts mehr von der Furche zu sehen. Hoher Druck, 
schnell von Nordjapan nach Süden vorrückend, nimmt die ganze Mitte und den 
Westen der Skizze ein, mit Nordostwinden bis zu 152° Länge. 
Die Beobachtungen der drei Schiffe lassen sich hiernach kurz so zusammen- 
fassen: Eine nicht sehr tiefe Luftdruckfurche, nahe der Südgrenze der japanischen 
Strömung verlaufend, wird durch von Norden erst langsam, dann plötzlich vor- 
äringenden hohen Druck nach Westen hin abgeschnürt und ausgefüllt, wobei für 
kurze Zeit im Osten eine stärkere Entwickelung eintritt, bis dieser Rest des 
Fiefdruckgebietes, nun auch schnell abnehmend, südöstlich zur Seite gedrängt wird. 
Es bestätigt sich in diesem Falle wieder die allgemeine, auf siebenjährigen 
Wetterkarten beruhende Regel, dafs sich südöstlich fortschreitende Depressionen 
bei Japan, die in geringer Zahl zu allen Jahreszeiten auftreten, nie zu grofser 
Stärke und Heftigkeit entwickeln. Hierin liegt auch die Erklärung, warum durch 
steifen SW in derselben Gegend eingeleitete und nach NW drehende Stürme im 
Sommer und Herbst nie so gefährlich werden, wie ein grofßser Theil der durch 
SE bis Ost eingeleiteten Stürme derselben Jahreszeit. E. Knipping. 
Treibeis in südlichen Breiten, 
Die ungewöhnlich grofse Kistrift, welche im südwestlichen Theile des 
Atlantischen Oceans zu Anfang April 1892 erschien, ist, nachdem sie die Route 
der rund Kap Horn zurückkehrenden Segelschiffe fast ununterbrochen nahezu 
volle zwei Jahre in gefährlicher Weise besetzt gehalten hatte, seit Ende Januar 
1894 im Wesentlichen verschwunden. Die späteren Berichte über Eis in dieser 
Gegend sind sehr vereinzelt geblieben und rühren mit Ausnahme eines, der das 
Antreffen einer Kisinsel nördlich von den Falkland-Inseln auf der patagonischen 
Bank meldet, von Schiffen her, welche weitab von der gewöhnlichen Route nach 
Osten geriethen. Die gewöhnliche Route blieb eisfrei. Mehrfach sind dagegen 
in den letzten Monaten KEisberge bei Kap Horn gesichtet worden, wo sie, wie 
es scheint, mit der Strömung ostwärts trieben. 
Zur Vervollständigung der in diesen Annalen fortlaufend gegebenen Ueber- 
sicht!) über die Treibeisverhältnisse mögen auch die später eingegangenen Berichte 
hier eine Stelle finden. 
1893 November 20 auf 45° 36‘S-Br und 42° 25’ W-Lg. Kapt. D. Schu- 
macher von der Bark „Sterna“ berichtet: „Gegen 12'/, Uhr mittags sichteten 
wir etwa 2 Sm in Lee einen mäßig grofsen Eisberg, an welchen wir bei dem 
herrschenden trüben Wetter bis in gefährliche Nähe hinangelaufen waren. Die 
Farbe des Berges war blendend weifs, doch zeigte sich an der uns zugewandten 
westlichen Seite, die sehr steil war, eine scharf begrenzte Fläche von um ein 
Geringes dunklerer Färbung. An der Leeseite wurden vier kleine HEisstücke 
bemerkt. Die Messung ergab für den höchsten Gipfel des Berges eine Höhe 
von 60m: die Breite mochte das Zwei- bis Dreifache betragen. Luft- und 
Wassertemperatur zeigten während des Passirens keine wahrnehmbaren Aende- 
rungen, indem sich die erstere unveränderlich auf 10,8°, die letztere auf 9,4° C 
hielt.“ 
N Siehe Jahrgang 1892, S. 221 und 287: 1893. S. 41, 154, 264, 301 und 427 und 1894, S. 131.
	        
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