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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Reise der Bark „Mona“ von Rotterdam nach Samarang. 
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sehen, ob und wie weit es frei von Kap Passier war. Um 10* 50*p hatten wir 
Duiven-Insel in West, waren also frei von der Straße; von Kap Sloco bis hier 
hatten wir 35 Stunden gebraucht. 
Während der Nacht herrschte schaueriges Wetter und veränderlicher Ost- 
wind. Am folgenden Tage, dem 6. Juli, passirten wir ganz nahe südlich und 
westlich von Sapudi-Insel. Nachmittags wurde es still, der Strom setzte stark 
nach Westen; als Giliang NzW!/2W peilte, machten wir den Warpanker zum 
Fallen fertig, dann kam aber mit einer leichten Regenböe südlicher Wind durch, 
welcher uns durch die Sapudi-Strafse brachte. In der Folge trafen wir gar keinen 
Ostmonsun, sondern veränderliche Winde und an einem Tage sogar steifen West- 
wind mit anhaltendem Regen. Infolgedessen erreichten wir erst am Abend des 
11. Juli die Rhede von Samarang nach einer Reise von 115 Tagen ab Rotterdam 
und 99 Tagen von Lizard. 
Einige Bemerkungen über die Häfen Puntarenas, Potrairo-Bai 
und Cocos-Bai an der Westküste von Costarica. 
Mittheilung aus dem meteorologischen Journal des Schiffes „Iris“, Kapt, J. DANKLEFS. 
„Tris“ lag vom 30. Januar bis zum 27. Februar 1892 auf den Rheden von 
Puntarenas und Pan de Azucar, um die Ladung zu löschen und 300 Tonnen 
Ballast einzunehmen. Wegen Uebernahme des Letzteren mufls man von Puntarenas 
entweder nach Pan de Azucar: oder Cedro-Insel, an der gegenüberliegenden Küste, 
versegeln. Wir entschieden uns für den ersten Platz, woselbst wir sehr schönen 
Steinballast erhielten, der in Kanoes von 1!/2 bis 3 Tonnen Tragfähigkeit an 
Bord gebracht wurde. Man ankert an der Westseite von Pan de Azucar auf 
einer Wassertiefe von 16,5 m (9 Faden), eine Kabellänge vom Lande. Dieser 
Platz ist vollständig geschützt und auf demselben keine Dünung vorhanden, aber 
dennoch ist die Lage eines Schiffes daselbst keine gute, Die Gezeitenströmung, 
besonders die Ebbe, läuft sehr unregelmäfsig um Pan de Azucar herum und 
verursacht ein fortwährendes, manchmal furchtbares Hin- und Herscheeren des 
vor Anker liegenden Schiffes, 
Am 27. Februar 1892 versegelte „Iris“ von Puntarenas nach Potrairo-Bai, 
ebenfalls au der Küste von Costarica und zwar etwa 100 Sm nordwärts von 
Puntarenas gelegen, um dort Gelbholz zu laden. Dieser Bestimmungsplatz wurde 
am 29. Februar erreicht und dort auf einer Wassertiefe von 9 m (5 Faden) 
geankert. Beim Ansegeln der Bai in dieser Jahreszeit muls man sich gut nördlich 
halten und nahe an den Brumel-Inseln passiren, selbst wenn der Wind anfangs 
nordwestlich sein sollte, denn man kann mit Sicherheit darauf rechnen, dafs 
derselbe bei der Annäherung an die Küste nordöstlich holen wird. Von einem 
südlicheren Standpunkt würde man die Bai alsdann nicht einliegen können. Der 
Ankerplatz der Schiffe befindet sich in der Nordostecke der Bai, 1 Sm vom 
Ufer. Die Wassertiefe, welche, wie schon gesagt, 9 m (5 Faden) beträgt, nimmt 
nach dem Lande zu allmählich ab. 
Nach dem Passiren der Brumel-Inseln ist es indefs nicht gerathen, innerhalb 
der Linie „Südlichste der genannten Inseln und äufserste der kleinen Inseln oder 
Felsen an der Nordküste der Bai“ zu gehen, weil sich in dieser Bucht ein Felsenriff 
1 Sm weit von der Küste erstreckt, dessen äufserste Spitze zwar mit Niedrig- 
wasser sichtbar, bei Hochwasser aber überfluthet ist und gerade die oben 
bezeichnete Linie erreicht. Der Ankerplatz befindet sich östlich der kleinen 
Inseln oder Felsen an der Nordküste der Bai, etwa recht in der Mitte zwischen 
diesem und dem östlichen Ufer. In der gegenwärtigen Jahreszeit — März —- 
liegen die Schiffe hier ganz sicher, weil der von See kommende Wind selten die 
Stärke 4 übersteigt. Der vorherrschende Wind ist der NE (NNE bis Ost), 
derselbe weht oftmals steif, stets aber puffig. Zuweilen kommt etwa um 10 Uhr 
vormittags eine leichte nordwestliche bis westliche Seebriese durch, die aber 
nicht immer bis zum Abend anhält, sondern häufig schon um Mittag oder zu 
irgend einer anderen Tageszeit von der steifen nordöstlichen Briese verdrängt 
Aun, d. Hydr. ete., 1896, Heft YI.
	        
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