Reise der.Bark „Muna“ von Rütterdam nach Samarang. . ..
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.,: Am 4. Juni vormittags, war der Wind Nord 7 bis’ 8 bei: schauerigem
Wetter, Um 10*a passirten wir in 43° 12‘ S-Br und 32° 2' O-Lg in der Nähe
von zwei grofsen Eisbergen. Der erste hatte das Aussehen eines ziemlich: steil
ansteigenden Hügels, an dessen Fufs sich eine grofse Fabrik mit vielen Schorn-
steinen befand, Ich schätzte die Höhe desselben auf etwa 110 m,. während die
Länge in der West—OÖstrichtung vielleicht das Vierfache betrug. Der zweite
Berg, welcher in etwa 3 Sm Entfernung vom ersten trieb, glich einer tafelförmigen
Insel mit steil abfallenden Kanten; derselbe war ungefähr 80 m hoch. und 1000 m
lang. Mit 7 Knoten Fahrt weiter segelnd, bekamen wir um 11*a einen dritten
grofsen Berg in Ostnordost in Sicht. Am Mittag hatten wir denselben in Nord
in 2%4 Sm Entfernung; ich bestimmte dann den Höhenwinkel und fand, dafs der
Berg die respektable Höhe von 152 m hatte bei ungefähr 900 m Länge. Alle
drei sahen wohl erhalten aus; kleinere umhertreibende Stücke wurden gar nicht
bemerkt. Die Temperatur des Wassers zeigte sich nicht merklich beeinflußt und
sank, nachdem die Berge passirt waren, tiefer als in der Nähe derselben;
Nachmittags wurde es flauer und abends ganz still; zu gleicher Zeit wurde
es abwechselnd dick von Nebel. Die Wassertemperatur fiel um 8" p auf 6,2°; unter
diesen Umständen hielt ich es für wahrscheinlich, dafs noch mehr Eis in der
Nähe sei, und konnten wir denn auch gegen 1l*p, als es etwas heller wurde,
querab im Norden einen sehr grofsen Eisberg erblicken, welcher im Mondlichte
glitzerte. Er schien von denen, welche wir bis jetzt gesehen, der gröfste zu
sein. Bald. darauf wurde es wieder sehr: nebelig, so dafs wir ihn aus Sicht
verloren, Trotzdem die flaue Briese nachts bis Westnordwest geraumt war; fiel
das Barometer noch immer, und morgens holte der Wind auffrischend. wieder
nördlich; die Luft, obgleich diesig, hellte sich mehr auf,
n Um 11* a desselben Tages — 5. Juni — passirten wir 1 Sm südlich von einem
Eisklumpen, der etwa so lang wie unser Schiff war (63m) und im Mittel etwa
6m aus dem Wasser hervorragte. Derselbe überschlug: sich fortwährend und
sah bald wie das spitze Dach eines Hauses, bald wie ein langer, flacher Kasten
aus, Mittags befanden wir uns in 43° 16’ S:Br und 34° 23‘ O-Lg. Nachmittags
fing es an zu regnen und zu stürmen, und da wir um 4"p wieder einen kleinen
Eisberg passirten, hielt ich es für angezeigt, Alles bis auf. die Untermarssegel
fest zu machen. Der Wind holte in heftigen Böen auf West, Bar, 737,5, und
wehte um 8"p als voller Sturm. Um diese Zeit kam ein grofser Eisberg recht
voraus in Sicht, und da wir uns demselben mit 8 Knoten Fahrt näherten, hatten
wir ihn in einer Viertelstunde bereits passirt. Er sah.aus wie ein ungeheurer
Schwan und hatte eine Höhe von etwa 50m. Weiter lenzend, passirten wir um
9° p noch einen Berg an B. B. und um 10* p einen zweiten an St. B., welche beide
pyramidenförmig aus dem Wasser ragten. Glücklicherweise war es heller Mond-
schein, nur mitunter von Hagelböen verdünkelt, und liefsen sich deshalb diese
grofsen Berge leicht vermeiden. Etwas Anderes würde es jedoch mit kleinen
Stücken gewesen sein, welche sich selbst am Tage nur schwer von den Schaum-
kronen der Wellen unterscheiden lassen.
Am 6. Juni um 0* 30” a passirten wir wieder südlich .von einem sehr
grofsen Berge. Er war gewifs 4 Sm entfernt, erschien aber trotzdem von kolossaler
Gröfse, Der Wind fing nun mit schweren Hagelböen zu krimpen an; das Baro-
meter begann zu fallen und erreichte um 8a mit 734,3 mm seinen niedrigsten
Stand.‘ Wind Nordnordwest 7, rasch abnehmend. Zu gleicher Zeit hatten wir
noch zwei Eisberge in der Nähe, einer weit entfernt im Süden, der andere kam
recht voraus in Sicht, und wir passirten %1 Sm südlich von demselben. Dieser,
der letzte, den wir sichteten, hatte ein sehr zerklüftetes und zerbröckeltes Aus-
sehen und war mit vielen Zacken und nadelförmigen Spitzen besetzt. Eine
große Menge kleiner Stücke trieb in der Nähe an der Leeseite umher, eines,
welchem wir unmittelbar nahe kamen, hatte die Länge unseres Hinterdecks (16 m)
und ragte im Mittel wohl nicht mehr als 50 cm aus dem Wasser. Ich glaube,
dafs der letzte Berg sich wohl bald vollständig aufgelöst hat. .
Am Nachmittage des 6. Juni setzte ein orkanartiger Sturm aus Südwest
ein. Wir mufsten, um auf dem sehr steifen Schiffe nicht Alles entzwei zu
brechen, fast glatt vor der See weglenzen. Von 2* bis 4°p wehte es ganz
rasend, und das ganze Wasser war Schaum und Gischt, doch hielt sich die See
solange noch mäßig, erst als der Wind etwas nachliefß, begann :sie sehr rasch