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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

240 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1896. 
etwa bis zum 25., meist nur geringe Schwankungen ausführten, bis dann die 
letzte Dekade mit dem Eintritt oceanischer Winde aus mittleren Breiten Erwärmung 
herbeiführte; sie lagen nur am 9., 10. und 27. bis 29. fast durchweg über, da- 
gegen am 1. bis 5. und 12. bis 26. unter den normalen Werthen. Die Nordsee- 
küste hatte keinen Frost aufzuweisen. 
Nasse Tage, an welchen über dem angegebenen Gebiet an wenigstens der 
Hälfte der Stationen 5 mm Niederschlag fiel, waren der 11. an der Küste 
westwärts der Oder und der 27. an der Nordsee. Trockene Tage, an denen 
über dem angeführten Gebiet die Mehrzahl der Stationen weniger als 0,2 mm 
Niederschlag hatten und dieser durchweg unter 1 mm blieb, waren der 1. ost- 
wärts der Öder, der 2. bis 4, an der ganzen Küste, der 5. an der mittleren und 
östlichen Ostsee, der 9. an der Nordsee, mittleren und östlichen Ostsee, der 15, 
westwärts der Elbe, der 16. an der Nordsee ostwärts des Jade-Busens und an 
der mittleren Ostsee, der 17. ostwärts der Oder, der 19. westwärts der Elbe, der 
20. an der ganzen Küste, der 21. westwärts der Oder, der 24. und 25. an der 
ganzen Küste, der 26. an der mittleren Ostsee und der 30. an der Ostsee, mit 
Ausschlufs der äußersten Theile. Gewitter wurden beobachtet am 11. und 12. 
an der westlichen Ostsee, sowie vereinzelt längs der Küste am 28. bis 30. 
Heiteres Wetter trat über ausgedehntem Gebiet am 3. an der östlichen 
Ostsee und am 24, an der ganzen Ostsee auf. Weit verbreiteter Nebel wurde 
am 5. an der Nordsee, am 6. an der Nordsee und westlichen Ostsee, am 7. bis 
9. an der ganzen Küste, am 10. an der östlichen Ostsee, am 21. an der Nordsee 
und am 26. längs der ganzen Küste beobachtet. 
Stürmische Winde traten am 1l. aus Südwest—Nordwest, Stärke 8, an 
der Nordsee, westlichen und mittleren Nordsee und am 13. aus West—Nordwest, 
Stärke 8, an der Nordsee, sonst nur ganz vereinzelt auf. 
Nachdem am 1. und 2. eine Depression über Südosteuropa zusammen mit 
einem flachen von Skandinavien über die Oder-Mündung fortschreitenden Theil- 
minimum die Witterung an der Küste beherrscht hatte, stellte sich ein am 3. 
und 4. von den Britischen Inseln nach Finnland reichender Rücken hohen Luft- 
druckes ein, welcher trocknere Witterung brachte, bis eine Depression über dem 
Norwegischen Meere, sich südwärts ausbreitend, Einfluß gewann und am 5. bis 
3., in Gemeinschaft mit einer flachen, von Südschweden über die südliche Ostsee 
ziehenden Theildepression, die Witterung bestimmte. Abermals trat am 9. und 
10. meist trocknere Witterung ein als ein Hochdruckgebiet sich von der Biscaya- 
See her über Centraleuropa ausgebreitet hatte, doch nur vorübergehend, da eine 
über dem Ocean im Nordwesten herannahende Depression sich schnell über 
Skandinavien ausdehnte; ein von Südskandinavien langsam über das Kattegat 
nach der südwestlichen Ostsee fortschreitendes Theilminimum brachte am 11. bis 
14. Niederschläge, an der westlichen Ostsee mit Gewittern, und liefßs die Winde, 
vielfach steif und stellenweise stürmisch werden. Eine im Nordwesten über dem 
Ocean nordostwärts fortschreitende Depression gewann am 16. Einflufs auf die 
Küste, und zumal bedingte ein am 17. bis 19. durch Nordwestdeutschland und 
die südwestliche Ostsee nach Polen schreitendes flaches Theilminimum Fortdauer 
der regnerischen Witterung, bis ein am 20. und 21. ostwärts über Centraleuropa 
yelagerter Rücken hohen Luftdruckes meist trockenes Wetter herbeiführte. Eine 
am 22. und 23. über Nordskandinavien ostwärts ziehende Depression, südwärts 
bis zur Küste ausbuchtend, lieferte wiederum Regenfälle, doch breitete sich dann 
von Westen her hoher Druck über Europa aus und brachte am 24. und 25. vor- 
wiegend trockenes, vielfach heiteres Wetter. Aber nach kurzer Dauer wurde 
der hohe Druck wieder nach Süden gedrängt durch eine über dem Ocean im 
Nordwesten erschienene Depression, die sich rasch über ganz Nordeuropa aus- 
dehnte und ihr Gebiet dann südwärts erweiterte. Schon am 26, gerieth die 
Küste in den Bereich dieser Depression, welche oceanische Luft aus mittleren 
Breiten herbeiführte und ein Steigen der Temperatur bedingte, bis Zunahme des 
Luftdruckes im Nordwesten eintrat und mit Winden mehr nördlicher Herkunft 
am Monatsschluß zunächst an der Nordseeküste wiederum Abkühlung eintrat. 
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