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Full text: Jahresbericht 1952

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Jahresbericht Nr.7/195 
und die Hochwasserlinie um etwa 600 m nach Norden verlagert. 
Von- den anderen Fahrzeugen wurden die Außen- und Innen-Jade, Norder 
und Süder-Piep, das Hörnum-Tief und die Westküste von Sylt mit dem Idster 
Tief vermessen, In der Ostsee konnten die Geltinger Bucht,- die Eckernfö'r- 
der Bucht einschließlich des Hafens, der Stollergrund und der innere Teil 
des Kieler Hafens neu bearbeitet werden. Das Gebiet der Amrumbank wurde 
erstmalig in Form einer Hochseevermessung unter Benutzung der dänischen 
Decca-Kette bearbeitet. Dieser Versuch lieferte wichtiges Material zur Be 
urteilung der Genauigkeit des Decca-Systems. In seiner Eigenschaft als For 
schungsschiff führte "Gauss" drei Fahrten durch, von denen eine in die süd 
westliche Nordsee, eine weitere in die mittlere Nordsee und die dritte - 
zur Erprobung seismischer Methoden - in die Eckernförder Bucht ging. 
Die wichtigste Arbeit der Wracksuchboote erfolgte in der westlichen 
Ostsee im Zusammenhang mit den Vorarbeiten zu dem neuen Zwangsweg 1 von 
Kiel-Feuerschiff bis Fehmarn-Feuerschiff. Insgesamt konnten im abgelaufe 
nen Jahr 35 Wrackpositionen neu bestimmt werden. 
Wie schon erwähnt, war das Forschungsschiff "¡Gauss" auch in beschränk 
tem Umfange zu meereskundlichen Arbeiten in Verbindung mit fischereibiolo 
gischen Fragen in der südwestlichen Nordsee und in der Umgehung des Fladen 
grund tätig. Es wurden der hydrographische Aufbau sowie die Verteilung und 
Vermischung der Wassermassen verschiedener Herkunft im Hinblick auf die Ver 
teilung und den Verbleib der pelagischen Schollenbrut untersucht, während in 
der mittleren Nordsee die thermische SprungBohicht, insbesondere ihre Nord- 
Süd-Ausdehnung und zeitliche Änderung, verfolgt wurden. 
Weiterhin wurden meereskundliche Beiträge zu Seehandbüchern sowie Be 
richte und Auskünfte für praktische Zwecke geliefert. Der Eisdienst erfreu 
te sich eines regen Zuspruchs. In Zusammenarbeit zwischen der meereskund 
lichen und der Gezeitenabteilung wurden Untersuchungen über den Windstau und 
Triftstrom angestellt, sowie die Bearbeitung des Gezeitenstromatlas der Nord 
see, der am Jahresende bis zur Druckreife gefördert war, abgeschlossen^'. 
Der Jahrgang 1953 der "Gezeitentafeln" erschien erstmalig seit 1945 wie 
der in zwei Bänden, I: Europäische Gewässer, II: Atlantische, Gewässer. Der 
zweite Band soll in den kommenden Jahren je nach Bedarf auf weitere übersee 
ische Gebiete ausgedehnt werden. Anregungen aus der Schiffahrt sind willkom 
men. 
Die unterschiedliche Abhängigkeit der gezeitenbedingten Wasserstände 
entlang der deutschen Nordseeküste von den meteorologischen Gegebenheiten 
wurde eingehend untersucht. Die Ergebnisse gestatten eine Verbesserung der 
täglichen Wasserstandsvorhersagen und der Sturmflutwarnungen für die deut 
sche Nordseeküste und ihre Flußgebiete. Der Verlauf einer Sturmflut nicht 
nur an den Küsten, sondern auch im freien Seegebiet der Deutschen Bucht konn 
te an Hand gleichzeitiger Aufzeichnungen auf Küsten- und Hochseepegeln bear 
beitet werden und ergab wertvolle Aufschlüsse über die Natur der Sturmfluten. 
1) Vgl. S. 25 u. 33
	        
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