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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1896, 
Zieht man von P aus gerade Linien durch A und B, so stehen diese 
Linien in Wahrheit auch senkrecht auf der Bildebene, denn alle dem Loth OP 
parallelen Linien schneiden sich in der perspektivischen Zeichnung im Augen- 
punkte P. Man sagt: für diese Linien ist der Augenpunkt zugleich Ver- 
schwindungspunkt. Verschwindungspunkte heifsen die Punkte des Horizonte, in 
denen sich im Bilde wahre Parallelen schneiden. Man betrachte das verkürzte 
Bild eines Schiffes, um sich das klar zu machen. Im Punkte B‘, den man zweck- 
mäfsig diesseits des Randes der Untiefe wählt, sei eine Parallele zum Horizont 
gezogen, die PO in S treffen möge; aufserdem sei in B‘ eine Senkrechte auf 
B’S errichtet, die die Verlängerung von.PA in A’ treffen möge. Offenbar ist 
B‘ ein Punkt in der Wasserlinie und A’B‘ die Bildgröfse der Markstange, wenn 
die Stange in B‘ gesteckt hätte. Setzt man A‘B‘ = N’ und mifst diese Größe 
auf dem Bilde ab, so ist der wahre Abstand dieser konstruirten Markstange 
, 0S-.H 
D' = Wr 
wie vorher zu finden. Damit kennt man die wahre Gröfse der Basis BB’, denn 
sie ist gleich  öR 8 
ii 5) — 
D—D' = a( K np) =® 
a ist, in Metern ausgedrückt, die wirkliche Länge der Basis BB‘. Derartige 
„Hülfsstangen“ kann man sich nach Bedarf konstruiren und damit noch andere 
Strecken berechnen. 
Um die genaue Lage einzelner Punkte der Wasserlinie der Bank zu 
bestimmnen, verfährt man in folgender Weise, Man trage auf der Linie B‘’S die 
Gröfse a Meter ab, natürlich in dem Mafsstabe der in gleicher Vertikallinie 
liegenden Hülfsstange A‘’B‘; es sei B'’E = a Meter, Auf der Fig. 3 ist z. B. 
A’B‘= 6m und B‘B = B'’E = 30m angenommen, Zieht man durch E und B 
sine gerade Linie, die den Horizont in F treffen möge, so ist F der Verschwindungs- 
punkt für alle Linien, die in Wirklichkeit parallel zu BE sind. Um die Lage 
des Punktes M der Bank zu bestimmen, ziehe man durch M eine Parallele zum 
Horizont, die die Linie PB’ in G treffen möge. Verbindet man dann F mit G 
und verlängert diese Linie bis zu ihrem Durchschnitt K mit der durch B' und E 
gehenden Horizontalparallelen, so findet folgende Beziehung statt: 
B’G __ B'’K 
BB BE 
weil in Wirklichkeit die Linien GK und BE einander parallel sind, denn sie 
treffen sich in einem Verschwindungspunkte des Bildes, Folglich ist 
BG=— PK. BK 
Da man B’K auf dem Bilde messen und nach dem Mafsstabe von a in 
Meter übertragen kann, so ist also B‘G auch in Metern als wahre Größe 
berechenbar. Damit ist der senkrechte Abstand von M vom Beobachter bekannt; 
man braucht nun nur noch den Winkel PON == @ zu berechnen, dann ist die 
Lage des Punktes M auf der Seekarte bestimmt. Es ist aber 
tan = NP 
89 = 50 
PO ist bekannt, NP braucht nur auf dem Bilde gemessen zu werden. 
Trifft die durch M gelegte Horizontalparallele mehrere Punkte der Wasser- 
linie der Bank, z. B. noch M', M” und M“, so bleibt für diese Punkte die Ab- 
standsbestimmung erspart, man braucht nur noch die Winkel PON‘, PON“ und 
PON“ wie vorher PON zu berechnen und mit einem Transporteur in die Karte 
einzutragen. 
Um diese Methode zu erproben, hat Prof. Thoulet die Bänke vor dem 
Bassin d’Arcachon vom Kamme einer hohen Düne aus photographirt; die Auf- 
nahme konnte er leider nicht benutzen, da er einige Vorsichtsmafsregeln versäumt 
hatte. Da er keine weitere Gelegenheit zu einer Aufnahme an der Küste hatte.
	        
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