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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1896.
Wustrow. Der Herr Navigationslehrer Brandes hat ungefähr jeden
zweiten Tag die Deklination beobachtet. Nachfolgend geben wir die Mittel-
werthe für jeden Monat, und zwar ist jede Beobachtung nach der Wilhelms-
havener Periode auf das Tagesmittel reducirt. Die Zahlen in Klammern geben
die Anzahl der Beobachtungen in den betreffenden Monaten an.
1895 Januar d — 10° 29,5‘ W (9).
"Ada } Wegen Krankheit des Beobachters ausgefallen.
April d =— 10° 30,1‘ W
Mai 10° 28,4‘ W (18).
Juni 10° 26,8‘ W (16.,
Juli L0° 26,9 W (16,
August 10° 25,1‘ W (16.
September 10° 20,1‘ W (16).
Oktober 10° 19,1‘ W (16).
November 10° 17,8‘ W (15).
Dezember 10° 22,0' W (15).
Mittel 1895,67 d = 10° 24,6‘ W.
Im Vergleiche zu dem Werthe d == 10° 35,4‘ W, der für 1894,5 gilt, hätte
in Wustrow die Deklination zuletzt um 10,1‘ jährlich abgenommen. Läflst man
indessen aus dem Jahre 1894 die Beobachtungen vom Februar und März un-
berücksichtigt, da diese Monate im Jahre 1895 unvertreten sind, so kommt 9,3‘
als jährliche Abnahme. Auch dieser Werth ist jedenfalls im Allgemeinen für
das vorliegende Gebiet beträchtlich zu hoch, und da auch im Vorjahre die
Aenderung zu grofs war, ist mit Bestimmtheit auf eine Lokalstörung zu schließen.
Nur die Kombination der Juni- und Juli-Beobachtungen ergiebt einen einiger-
mafsen zuverlässigen Werth, nämlich 5,9‘. Es wird zu prüfen sein, wo die Unregel-
mäfsigkeit bei dieser Beobachtungsstation zu suchen ist.
Flensburg. Die Deklinationsbestimmungen des Herrn Navigationslehrers
Pheiffer ergeben, mit der Wilhelmshavener Periode reducirt und zu Monats-
mitteln vereinigt, folgende Werthe:
1895 Januar = 12°47' W.
Februar 12° 2,1 W.
März 12° 8,5' W,
April 12° 5,0‘ W,
Mai 12° 6,0° W.
Juni 12° 6,2‘ W.
Juli ‚2° 5,8‘ W.
August 12° 3,5‘ W.
September 12° 3,2 W.
Oktober 12° 0,7‘ W,
November 12° 5,1‘ W,
Dezember 12° 2.U W.
Mittelwerth 1895,55 d = 12° 44 W.
(14).
Verglichen mit dem für 1894,5 erhaltenen Mitielwerth, ergiebt sich die
jährliche Abnahme der westlichen Deklination für Flensburg zu 6,9.
Drei Inklinationsbeobachtungen im Juli, August und September ergeben
im Mittel die nördliche Inklination zu 68° 17,8‘, also seit dem Vorjahre eine
Abnahme von 2,0.
Stettin (Zabelsdorf). Herr Kapt. Romberg war bis Ende März und sodann
Kapt. Prager vom 16. Mai 1895 als Civilmitglied des Küstenbezirksamtes (als
Hauptagentur der Seewarte) thätig. Es wurden im Laufe des Berichtsjahres
13 Deklinationsbestimmungen und ebensoviele Inklinationsbestimmungen ausgeführt,
Jie sich auf die genannten Beamten vertheilen. Es ergeben sich die folgenden
Mittelwerthe für 1895,5 aus der ganzen Beobachtungsreihe:
Magnetische Deklination = 9° 26,8‘ W.
Magnetische Inklination = (Bestimmung nicht zuverlässig).