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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Ueber Rio de Janeiro und Paranagua, 
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der Brücke selber kann man das Schiff nicht festmachen, weil diese nicht die 
genügende Widerstandskraft besitzt, doch sind vor und hinter dem Schiffe am 
Lande Anker eingegraben, an denen gute Ketten befestigt sind, auf welchen man 
die Trossen vom Schiffe festmachen kann. Aufßserdem hatten wir noch einen 
Wurfanker mit Trosse achteraus zu bringen. An der oberen Brücke wurde bei 
unserer Anwesenheit als Ersatz für den Wurfanker eine Tonne verankert, an der 
die eine Achterleine festzumachen war, 
Während unserer Anwesenheit in Paranagua vom 11. April bis zum 
5. Mai 1891 war das Wetter sehr unbeständig, und wir hatten viel Aufenthalt 
durch Regen, Der Mai soll übrigens im Allgemeinen der schönste Monat des 
Jahres sein. Das Laden geht schnell, wenn ein genügender Vorrath von Mate 
vorhanden ist. Ein Schiff von der Gröfse des „Pacific“ (460 Reg.-Tonnen) läfst 
sich, wenn das Wetter günstig ist, bequem in sechs Tagen beladen. - 
Am 5. Mai 1891 traten wir die Reise nach Buenos Ayres an, indem wir 
bei leichter Briese aus West bis Bixo hinunter segelten, woselbst wegen ein- 
tretender Windstille geankert werden mufste. Hier blieben wir bis zum 8. Mai 
liegen, da sich keine Gelegenheit bot, über die Barre segeln zu können. Am 
Morgen des letztgenannten Tages gingen wir mit der Landbriese ankerauf, 
mußten aber eben außerhalb des Forts wegen wieder ‚eintretender Windstille 
abermals ankern; erst mit der am Nachmittage durchkommenden Seebriese kamen 
wir glücklich in See, Der Lootse verliefßs das Schiff schon als der Feuerthurm 
ungefähr 1 Sm passirt war. Mit dem flauen Winde aus EzN konnten wir dicht 
am Winde einen SS0!/20-Kurs einhalten. Eine Kursänderung durch die Strömung 
ließ sich nicht erkennen, wohl aber eine Beschleunigung der Fahrt des Schiffes, 
Obschon der Lootse beim Vonbordgehen, was gerade bei Hochwasser geschah, uns 
einen Südsüdostkurs zu steuern aufgab, zog ich es doch vor, so hoch als möglich 
zu steuern. In der Richtung mw. SO vom Feuerthurm scheint nach meinen 
Beobachtungen die gröfste Tiefe auf der Barre zu sein. Folgende ‚sind die von 
uns beim Aussegeln gefundenen Wassertiefen an Orten, die durch Kreuzpeilungen 
bestimmt wurden: 
Feuerthurm in mw. Galheta-Insel in mw. 
NW1AN SWzZW!/2W 
NWzN WSW!LW 
NNWAW WzS 
NNW3/AW W'8S 
NNW3/AAW W 
NNW!AW WILN 
NNW1/W W!ILN 
Pi 
Von dem ersten bis zum zweiten Lothwurfe nahm die. Wassertiefe all- 
mählich ab, von dort an in derselben Weise zu. Wenn man bedenkt, dafs ‚wir 
die flachste Stelle auf der Barre eine halbe Stunde nach Hochwasser bei Spring- 
zeit passirten, so ist es klar, dafs daselbst bei Niedrigwasser keine 3 Faden 
Wasser stehen bleiben. Einkommend fanden wir, wie gesagt, bei Niedrigwasser 
auf der flachsten Stelle in SO vom Feuerthurm noch 3 Faden. Demnach scheint 
die Annahme berechtigt, dafs SO vom Feuerthurm mehr Wasser auf der Barre 
stehen bleibt als SOzS von demselben. 
Bemerkungen über Port Pirie, Spencer-Golf (Australien), 
und: die Banka-Straflse. 
Von Kapt. A. LEOPOLD, Führer des Schiffes „Rigel“. 
Am 12, Dezember 1891 erreichten wir nach einer 84tägigen Reise von Lizard 
Port Adelaide. Hier erhielten wir die Order, nach Port Pirie zu segeln. Da 
aber der Wind westlich und sehr stürmisch war, so verzögerte sich die Abreise 
um vier Tage. Erst am Abend des 16. Dezember hatten sich die Witterungs- 
verhältinisse soweit gebessert, dafs die Reise angetreten werden konnte. . Unter
	        
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