Ueber Rio de Janeiro und Pararagua:
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30*4S mw. . Dies ist wegen der starken und -unregelmäfsigen Strömung, in
der das Schiff furchtbar herumgierte, ein schlechter Ankerplatz, Trotzdem Wind-
stille herrschte, war „Pacific“ während der Nacht 4 bis 5 Schiffslängen nach NO
vertrieben. Beim Ankerlichten stellte es sich denn auch heraus, dafs der Anker
derart unklar war, dafs, als dieser sich schon vor der Klüse befand, die Kette
noch in einer 20 Faden langen Bucht draufsen hing. Am folgenden Tage ver-
holten wir das, Schiff mıt Hülfe eines Schleppers nach dem Löschplatze hinter
der Insel Cobras, ;
Das Löschen ging sehr langsam .von Statten, täglich wurden nur etwa
15 bis 20 Tonnen ausgeliefert, d..h. wenn man einen Leichter bekam, was
jedoch nicht an jedem Tage der Fall war. Der Grund hierfür ist vornehmlich
darin zu suchen, dafs die Ladungsempfänger nur diejenigen Güter aus dem Zoll-
hause .nebmen, welche sie dringend gebrauchen. Dieses hat .dann weiter zur
Folge, dafs das Zollhaus von unten bis oben vollgepfropft ist und die von den
Schiffen kommenden beladenen Leichter nur langsam entlöscht werden können.
Nicht allein in der Nähe des Zollhauses, sondern auch an den anderen Kais
der Zollbehörde sammeln sich die. Leichter in grofser Zahl an.. Eine italienische
Bark von 740 Tonnen Tragfähigkeit, welche am 30. Dezember 1890 binnen
gekommen war, benöthigte zu ihrer Entlöschung nicht. weniger 'als 78 Tage.
Ferner mußten mehrere Dampfer einer Liverpooler Gesellschaft drei bis vier
Wochen unbeschäftigt still liegen, weil sie keine Leichter zur Entlöschung ihrer
Ladungen bekommen konnten. Alles dieses wäre ja noch nicht.so schlimm, wenn
man Liegegeld bekommen könnte, aber die europäischen Charterpartien enthalten,
mit Ausnahme weniger Fälle, die Bestimmung The ship to be discharged after
the custom of the port, und .eine bestimmte Anzahl von Liegetagen ist nicht
vorgesehen, Schiffe, die von einem Hafen. der Vereinigten Staaten von Nord-
amerika kommen, stehen sich in dieser Hinsicht besser, denn sie haben‘ alle feste
Liegetage. Wenn wir dieses auch von den europäischen. Maklern erreichen
könnten, so würde sehr viel gewonnen sein. Aber auch dann würde das Ein-
kassiren des Liegegeldes immer noch Schwierigkeiten bereiten, und wollte man
dieserhalb einen Procefs anstrengen, so würde man sich nur noch grofse Gerichts-
kosten aufladen, ohne wahrscheinlich seinen Zweck zu erreichen.
Der Gesundheitszustand war zu Anfang unseres Aufenthaltes gut, wenn-
gleich in der Stadt mehrere Fieberfälle vorkamen. Aber schon Anfang März
griff das Gelbfieber mehr um sich; in der Woche vom 8, zum 14, März starben
an dieser Krankheit allein 250 Personen, davon 32 auf den Schiffen im Hafen.
Auch unter meiner Mannschaft kamen zwei Fieberfälle vor, jedoch mit günstigem
Ausgange; nachdem die Erkrankten zehn Tage im Hospital gewesen waren,
konnten sie wieder an Bord zurückkehren. Nach und nach nahmen die Fieber-
fälle wieder ab und in den ersten Tagen des April kamen solche an Bord. der
Schiffe nur noch ganz vereinzelt vor.
Die Untiefe Feiticeiras, welche sich etwa !/2 Sm östlich der Insel Enchadas
befindet, wird durch darauf versenkte Steine erhöht und so auf künstlichem Wege
eine kleine Insel geschaffen, welche bereits in einer Kreisfläche von etwa 15 m
Durchmesser sich ungefähr 2 m über das Wasser erhebt. In einem etwas weiteren
Umkreise ragen ebenfalls an mehreren Stellen die versenkten Steine hereits bei
Niedrigwasser hervor, Wie ich erfahren habe, soll später auf dieser künstlichen
Insel ein Magazin zur Aufbewahrung von Sprengstoffen und anderen. feuer-
gefährlichen Gegenständen erbaut werden. .
Paranagua.!) In Rio de Janeiro verfrachtete ich: „Pacific“, um in
Paranagua eine Ladung Mate für Buenos Ayres einzunehmen. Gleichzeitig ging
ich die Verpflichtung ein, von Rio de. Janeiro-180 Tonnen Mehl gratis nach
Paranagua zu bringen. Da ich in Erfahrung gebracht hatte, dafs der Steinballast,
der in Rio de Janeiro 3,5 Mlrs. die Tonne kostete, in Paranagua billiger sein
sollte, so nahm ich zunächst nur 65 Tonnen Ballast und staute. auf diesen das
Mehl. Den Rest des rioch:unter der Mateladung erforderlichen ‘Ballastes beab-
sichtigte ich in Paranagua zu kaufen. Später stellte sich heraus, dals derselbe
dort nur 2 Mirs, :kostete, ' ;
X. Siehe Ahnalen 1893. S. 390.