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Annalen der Hydrographie und Maıitimen Meteorologie, Mai 1896,
nach den Morant Cays aufgenommen. Um 8* wurden Segel gesetzt und die
Maschine gestoppt. Der Wind und Seegang nahmen noch weiter zu, so dal bei
diesem Wetter Morant Cays nicht angesteuert werden konnten; ich beschlofs
daher, Schutz unter der Küste von Jamaica zu suchen.
Am Nachmittage wurde der Kurs auf Morant Point-Feuer gesetzt; 5*p
wurden die Segel festgemacht und die Maschine in Gebrauch genommen, Morant
Point wurde 5* 30” p in WSW!/2W, 15 Sm ab, gesichtet; während der Nacht
wurden in Sichtweite von Morant Point verschiedene Kurse gesteuert. Da am
folgenden Morgen, dem 18, Dezember, der Wind noch in derselben Stärke wehte
(NE 9 bis 10), wurde in der Morant-Bai geankert, um dort besseres Wetter ab-
zuwarten.
Das Barometer hatte immer einen normalen Stand, es schwankte zwischen
762,8 bis 765,2. Im Schutze der hohen Berge von Jamaica war es ruhiger und
auch wenig Seegang, so dafs das Schiff gut und sicher zu Anker lag.
Am 19. Dezember schien es etwas ruhiger geworden zu sein; es wurde
um 7a Anker gelichtet und unter Dampf und Segel der Kurs auf Morant Cays
gesetzt. Als wir frei von Land kamen, wehte es doch noch heftig (NE 7 bis 8),
wenn auch etwas günstiger als am Tage vorher. 10*20*” wurden Morant Cays
in 0S0%:0, 9 Sm ab, gesichtet, und 11®* a wurde in nachstehender Peilung
geankert: Südwestspitze des Südwest-Cays S'/2W, Nordspitze des Südost-Cays 0'285.
Die Beschreibung der Morant Cays in der Segelanweisung ist richtig mit
folgenden Abweichungen:
Das Haus auf dem Südwest-Cay, welches 8 Sm weit zu sehen sein soll,
existirt nicht. Es ist nur ein ca 2m hoher Verschlag aus Bohlen und Wrack-
stücken da,
Die Bäume auf dem Südost-Cay sind jetzt so gewachsen, dafs in der Mitte
der Insel drei — ziemlich gleich hohe — nahe zusammenstehen, zwei nördlich
davon in der Nähe des von Osten sichtbaren Hauses und ein kleinerer westlich
davon in etwa gleichem Abstande.
Die drei mittelsten markiren sich gut, Für den Nordost-Cay trifft die
Beschreibung noch zu, doch überragt der höchste Baum die südlich davon stehenden
nur wenig.
Um 6"'p den 19. Dezember wurde Anker gelichtet und mit kleiner Fahrt
Plum Point-Feuer angesteuert, welches 4* a den 20. in NNW*/AW, 18 Sm ab,
gesichtet wurde. Der Wind war um 12* p den 19. NNE,
Stärke 5, Barometer 763,7 mm, und flaute bis 8"a den 20.
bis auf Stärke 2 ab.
Von Plum Point-Feuerthurm wurde in den Hafen von
Kingston eingelaufen. Sämmtliche Bojen, welche nach der
Karte und den „Nachrichten für Seefahrer“ schwarz und
weilß gestreift sein sollen, sind jetzt roth und weifs vertikal
gestreift. Die East Middle-Fonne trägt aufßserdem ein gleich-
farbiges, kegelförmiges Toppzeichen. — 10*a am 20. Dezember wurde im Hafen
von Kingston geankert.
Yon Tamsui nach Tandjong Priok (Batavia).
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Wolf“, Kommandant Korv.-Kapt. KRETSCHMANN.
Am 30. Mai 1895 um 12*25“ verliefs ich Tamsui, erreichte Hongkong
um 3*55”yp den 1. Juni, verließ es am 3., 6" 20" p, und erreichte Singapore am
11., 2° 30” p.
Die Stärke des Windes während der ganzen Reise war vorwiegend 1,
zuweilen 2 oder Stille. In den ersten 24 Stunden war er nordnordwestlich, in