Beziehungen zwischen dem Winde und den Sturmfluthen, .
Beziehungen zwischen dem Winde und den Sturmfluthen an der
norddeutschen Küste.. ;
. Ueber zwei neuerdings erschienene Aufsätze, die diesen wichtigen Gegen‘
stand betreffen, soll hier in aller Kürze berichtet werden. ;
Der erste ist in der Festschrift für die im vorigen Jahre in Lübeck .statt-
gehabte Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte enthalten und stammt
vom Oberlehrer Dr. Schaper daselbst. . Der Titel lautet: „Beziehungen zwischen
den meteorologischen Verhältnissen und den Hochwassern in Lübeck.“
Ein Wasserstand von mehr als 0,92 m über Mittelwasser gilt in Lübeck
offciell als Hochwasser; bei 1,32 m über Mittelwasser beginnt die Ueberschwemmung
einzelner Straßen; als niedrigste Fulsbodenhöhe für bewohnte Räume ist 2,45 m
über Mittelwasser vorgeschrieben; im November 1872 stieg das Wasser‘. aber
3,17 m über Mittelwasser. ,
Im Zeitraum 1887 bis 1894 hat das Wasser an der Struckfähre 75 mail
die Höhe 0,65 m über Mittelwasser überschritten, und zwar in den Monaten:
Januar Februar März April Mai Juni Juli August Septbr. Oktober Novbr. Dezbr.
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65 mal wehte dabei der Wind aus Nord bis Ost, 10 mal aus anderer
Richtung; unter letzteren Fällen war aber in 8 oder 9 der Wind auf dem Meere
nordöstlich. Andererseits waren unter jenen 65 Fällen zwei, in denen der Nord-
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ostwind in Lübeck lokal war, an der benachbarten Küste anderer Wind herrschte.
44 mal blieb das Wasser länger als 12 Stunden mehr als 0,65 m über Mittel-
wasser; 37 mal stieg es 0,92 m über Mittelwasser, so dafs die Bevölkerung durch
Schüsse über die drohende Gefahr benachrichtigt wurde; während 92 Stunden im
Ganzen stand das ganze Ufer oder Theile desselben‘ unter Wasser, und zwar in
4 Fällen länger als 12 Stunden.
Bei den 37 Wasserständen. von über 0,92 m Höhe lag das Minimum 19 mal
im Osten von Lübeck, 7 mal im Süden, 6 mal.im NO und:2 mal über der Stadt
Ann 4. Hvar. ete.. 1896. Heft IV