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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Därmer: Elektrische Beleuchtung an den. Küsten. Frankreichs, . ‚181 
‘Wie ‚es jedoch auch sein mag, klar ist es, .dafßs, wenn auch bei Verwendung 
der elektrischen Stromstärken und der Kohlen mit. Durchmesser, .wie sie:in Frage 
stehen, ‘die’ Leuchtweite: geringfügig abnimmt; dieser Verlust. doch keine nach- 
theiligen Folgen verursacht.. Stromstärke. von 100 Ampere und Kohlen: von 
0,023 m Durchmesser werden demnach bei jedem Wetter in Verwendung genommen, 
wenn. es nothwendig. ist, dem ‚elektrischen Licht seine volle Stärke zu geben. 
Nur ‚wenn‘ die Durchsichtigkeit der. Luft geringere Lichtentwickelung. erlaubt, 
kommt: eine mehr ökonomische. Art: zur Anwendung. . 
Aber alsdann überschreitet die Leuchtweite des Feuers seine geographische 
Sichtweite und geht immer über das Nothwendige hinaus. Es ist kein wirklicher 
Nachtheil, von dem etwas zu verlieren, was überflüssig ist. Die angenommene 
Verbindung bringt‘ also, so viel als- möglich, in Zusammenhang den Betrag der 
bewegenden Kraft mit dem Grade der atmosphärischen Durchsichtigkeit und der 
erforderlichen: Leuchtkraft des Lichtes. Infolgedessen erscheint sie als die: beste 
für Leuchtfeuerdienst.‘. ‘4 
Versuche mit beständigem Strom. Die erlangten Verbesserungen in 
dem optischen System. der elektrischen . Beleuchtung sind allein nicht für aus- 
reichend erachtet worden, auch Anstrengungen zur Verbesserung des übrigen 
Betriebsmaterials mulsten: gemacht werden... 
Interessante‘ Versuche sind im ‚Hinblick, beständigen Strom für die Be- 
Jleuchtung der .Leuchtthürme zu verwenden, ausgeführt worden. : Erfolglose Ver- 
zuche zu solcher Verwendung sind. bereits in nichtfranzösischen Ländern gemacht 
worden. Dank der sinnreich‘ erdachten Anordnungen von den Herren Sautter 
und Harle sind sie in Frankreich erfolgreich gewesen. Diese Ingenieure haben 
einen neuen Regulator. verfertigt, in welchem die positive Kohle.in den niederen 
Theil gestellt wird, so. dafs ihr Krater nahe am obersten Ende ist, um das Licht 
in der möglichst besten Weise über die Linsen zu vertheilen. Ein Schrauben- 
draht (solenoide) umringt diese Kohle nahe dem Krater; eine Ableitung des 
Hauptstromes läuft da durch und hat den Zweck, den Bogen in der Centralstellung 
zu halten, welche für die passende. Gröfse der Kohlen und für die Vertheilung 
des Lichtes um ihre Achse die günstigste. ist. ..Der Regulator ist aufserdem mit 
einem elektrischen Anreger versehen, welcher der positiven Kohle eine drehende 
Bewegung um :ihre Achse giebt, sobald ihre Seitenbewegung zufällig übertrieben 
zunimmt. VO 2 
„Die elektrischen Maschinen, welche zu diesen Versuchen benutzt worden 
sind, waren Dynamos nach: dem verbesserten System: Gramme, erregt zuerst 
durch Reihen und später in Zusammensetzung, um die Nachtheile des kurzen 
Stromlaufes aufzuheben, welcher durch. die beiden aneinander gebrachten Kohlen 
hervorgebracht wird. . . ; wo 
_ Zwei Maschinen waren für die Beleuchtung nothwendig. Jede von ihnen 
war im Stande, mit Hinzuthun. der Widerstände die Stromstärken von 25 und 
50 Ampere hervorzubringen. Diese beiden Maschinen vereint genügen für Strom- 
stärken von 100 Ampere. . Die nothwendige elektrische Betriebskraft war 55 Volt. 
Die. Beleuchtung nach dieser Anordnung hat. mit Sicherheit bei den im 
Leuchtfeuer-Depot zu Paris ausgeführten . Versuchen. gearbeitet, und es ist für 
möglich gehalten, sie praktisch bei dem Leuchtthurm auf La Heve in‘ Gemein- 
schaft mit .derjenigen, welche durch Wechselstrom. erzeugt wird, zu verwenden. 
Die. im Leuchtfeuer-Depot angefangenen Versuche sind in diesem. Leuchtthurm 
unter‘ den für die. Verwendung nothwendigen Bedingungen fortgesetzt worden, 
um. zu unbestrittenen Schlüssen über den relativen Werth der beiden in Frage 
stehenden Systeme zu kommen. Aber ohne. noch länger zu warten, sind wir 
berechtigt, zu sagen, dal, wenn auch die Verwendung beständiger Ströme für 
die Leuchtthurmbefeuerung ' zulässig‘ erscheint, sie dennoch in jeder Hinsicht 
minderwerthige Resultate zeitigt als die Benutzung des. Wechselstromes. Bei 
gleicher Güte der zur Verwendung kommenden Leuchtapparate erfordern die 
Wechselströme weniger . elektrische. und geringere Betriebskraft; sie arbeiten 
regelmäfsiger und sichern eine angemessenere Vertheilung des Lichtes nicht nur 
über den Apparat, sondern auch‘ gegen. den Horizont hin. Diese Vortheile’ sind 
für die endgültige Verwendung von: Wechselströmen bei der. Beleuchtung. des 
Thurmes von La Heve ausschlaggebend gewesen. Dasjenige, welches in Bezug
	        
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