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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

180 Annalen der Hydrographie und Maritimen Metedrologie, April 1896. 
welche zum Einführen und Auswechseln der Regulatoren des elektrischen Lichtes 
dient, Diese Brücke trägt zwei Eisenbahnlinien, welche so angebracht sind, dafs 
lie eine oder die andere, wie es der Fall erfordert, mit einer auf der Platte 
befestigten Linie übereinstimmend gestellt werden kann. Der zur Verwendung 
kommende Regulator wird auf der letzten Linie so weit eingeführt, bis er an 
Hindernisse stöfst, welche ihm seine Normal-Position anweisen, in der er mit 
den Kupferdrähten in Kontakt kommt, welche den elektrischen Strom von der 
Lampe ableiten. 
Die beiden Leitungen, welche von den Maschinen kommen, sind jede in 
einen ringförmigen, mit Quecksilber gefüllten Trog geführt, der aus nichtleitender 
Substanz hergestellt ist. Jede der beiden mit dem Regulator in Verbindung 
gesetzten Leitungen taucht gleichfalls in einen Trog ein und leitet den Strom 
durch Vermittelung des Quecksilbers, ungeachtet der Drehung des Apparates, ab, 
Diese Tröge (Gefäfse) haben mit dem Schaft ein gemeinsames Centrum. 
Sie sind auf einen gufseisernen Stand aufgestellt, welcher den Schaft in seinem 
oberen Theil stützt und auf dem metallenen Boden der Laterne ruht. Die 
Maschine mit Uhrwerk, welches den Apparat dreht, ist auf den gleichen Boden 
neben diesen Stand gestellt. Das Gefäls mit dem Schwimmer steht auf dem 
Fulsboden des Zimmers, niedriger als die Laterne. 
Dank dem Druck des Quecksilbers, welcher das Gewicht der sich rund 
drehenden Theile aufhebt und welcher Pivot und Rohr so beeinflufst, dafs die 
Reibung nahezu aufgehoben wird, kann die volle Umdrehung des Apparates in 
20 Sekunden mit einer kaum gröfseren Triebkraft, als die Bewegung der Rotations- 
maschine allein erfordert, ausgeführt werden. 
Das erforderliche Gewicht von Quecksilber beträgt etwa 100 kg. 
Die Vortheile des angenommenen Drehsystems sind augenscheinlich. Be- 
sonders für elektrische Feuer, bei welchen die durch das Verbrennen der Kohlen 
erzeugte Asche das Arbeiten des früher gebräuchlichen Friktionsrades aufhob, 
bedeutet dieses System einen wichtigen Fortschritt. Ohne diese Hülfe konnte 
eine Regelmäfsigkeit und lange Dauer des rotirenden Apparates nicht verwirk- 
licht und mit der grofßsen Geschwindigkeit vereinigt werden, welche die Blitz- 
feuer erfordern. 
Dauer der Blinke. Der Winkel der horizontalen Divergenz, berechnet 
pach den Ausdehnungen des Apparates für Kohlen von 0,023 m Durchmesser, 
beträgt 2,2° in der Fokalebene und wird auf 1,3° reducirt für die vom Brenn- 
punkt entferntesten Punkte des Apparates. Aber infolge der Konstruktionsmängel 
dieses Apparates und ungeachtet des späteren Einstemmens der Gläser nach dem 
oben beschriebenen Verfahren wird die wirkliche Divergenz nicht unter 2° ge- 
messen. Dies giebt mit der erlaubten Schnelligkeit der Drehung für die Blinke 
eine Dauer von !/a Sekunde, welche für. die völlige Entwickelung der Leucht- 
kraft, auch der am äufseren Rande, für ausreichend erachtet wird. 
Für die Stromstärken von 50 und 25 Ampere und für Kohlen von 0,016 
und 0,010 m Durchmesser gestatten Divergenz und Dauer der Blinke nicht, das 
Minimum an Zeit für ihre Entwickelung, wie sie im Laboratorium ausgeführt 
worden ist, zu erreichen. Wenn keine Ungewifsheit betreffs der Genauigkeit der 
Resultate dieser Versuche bestände, würde das Resultat sein, dafs ein Theil der 
ausströmenden Leuchtkraft, entsprechend diesen Stromstärken für geringere 
Drehgeschwindigkeit, verloren geht. Bemerkt mufs jedoch werden, dafs 
das Gewicht der Minimalzeit, nach welcher beim Navigiren das Indieaugenfallen 
der Leuchtfeuer beobachtet wird, noch nicht festgestellt ist. Aufser der Stärke 
des kaum entwickelten Lichtes ist von den Bedingungen nichts genau bekannt; 
sie wechseln mit dem Auge des Beobachters, individuellen Dispositionen, der 
Klarheit der Luft ete. Hieraus folgt, dafs ein Licht für den Navigirenden nur 
wirklich sichtbar und nützlich ist, wenn seine Stärke das wahrnehmbare Minimum 
beträchtlich übersteigt. Alle diese Betrachtungen lassen es wahrscheinlich er- 
scheinen, dafs die wirklich erforderliche Minimalzeit für die volle Empfängnis 
geringer ist, als ein erfahrener und aufmerksamer Experimenteur sie im Labora- 
torium festzustellen vermag. !} 
ı) Es ist wissenschaftlich bewiesen, dafs, je kürzer die Zeit, um so gröfser die Stärke des 
Lichtes ist; sie vermindert sich schnell, wie die Spannung wächst. Dieses Gesetz ist jedoch noch 
nicht mit mathematischer Schärfe aufgestellt worden.
	        
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