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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Darmör: Elektrische. Beleuchtung ai den Küsten, Frankreichs. 
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Es wär jedoch noch zu befürchten, dafs man sich über die Ungewilsheit, 
welehe noch über den genauen Werth der nothwendigen Minimalzeit für die 
ganze Entfaltung eines mit Mühe wahrnehmbaren Lichtes herrscht, täuschen könne, 
besonders bei dem Lichte an der Grenze seiner Sichtweite. Möglich ist es, dafs 
diese Zeit in der Dauer der Erscheinung der Blinke nicht erreicht ist, welche 
durch Stromstärken von 25 Ampere hervorgebracht und deren Länge auf ein 
Zehntel einer Sekunde, d. h. auf die durch die letzten Untersuchungen erhaltene 
Durchschnittsdauer, verkürzt worden ist.!) Nichts aber hat sich ereignet, diese 
Befürchtungen zu rechtfertigen; im Gegentheil, alle Beobachtungen, welche drei- 
mal in der Nacht über die Sichtbarkeit dieser elektrischen Feuer angestellt sind, 
scheinen zu beweisen, dafs dieses Minimum noch nicht erreicht worden und dals 
es noch möglich ist, die bereits gemachten Verbesserungen noch weiter zu ver- 
vollkommnen. ; 
Ueber die weitere Entwickelungsfähigkeit der elektrischen Leuchtkraft 
dürften Zweifel nicht bestehen.. Das Licht ist jetzt so machtvoll, daß es oft 
über die Grenze seiner geographischen Sichtweite bemerkbar ist. Das direkte 
Licht verschwindet zwar, wenn es. hinter dem Horizont untertaucht, aber der 
Beobachter sieht dennoch über sich die reflektirten Lichtbüschel, welche den 
Anblick gewähren, als ob sie direkt vom Leuchtthurm ausstrahlen, so daß der 
Navigateur jederzeit im Stande ist, Peilungen zu machen. Dafs dies ein beson- 
derer Vortheil für Ansegelungsfeuer ist, ist begreiflich. Es ist demnach voll- 
kommen gerechtfertigt, die Leuchtkraft der elektrischen Feuer nach Möglichkeit 
zu vermehren, und ebenso die. Anwendung der Elektricität bei den Blitzfeuern. 
Elektrische Blitzfeuer sollten, wie erwähnt, auf La Höve, Ile d’Yeu, La 
Coubre und Penmarc’h errichtet werden. . 
Die Aufstellung nach diesem System ist im nördlichen Leuchtthurme von 
La Heve gerade beendet worden, diejenige des Feuers auf der Ile d’Yeu wird 
ausgeführt. Der Beleuchtungsapparat des letzteren Leuchtthurmes ist in der 
Fig. 2 dargestellt.?) . 
Der Apparat ist zusammengesetzt aus vier ringförmigen Linsen, deren 
Schliff mit den für die Leuchtthürme von Creac’h, Belle Ile und Barfleur be- 
schafften identisch ist, Der Apparat ist also bi-focal und ohne jede künstliche 
Divergenz, Er ist eingerichtet, alle fünf Sekunden einen Blink weißen Lichtes 
zu geben. Zur Einführung der Regulatoren des elektrischen Lichtes sowohl als 
für die Reinigung des Apparates und seiner Instandhaltung überhaupt kann der- 
selbe vermöge eines Diagonalschnittes so geöffnet werden, dafs er in zwei gleiche 
Theile zerfällt. 
Drehapparat. Der Apparat steht auf einer gufseisernen Platte, welche 
auf einem schmiedeeisernen, senkrecht stehenden Schafte ruht; in seinem oberen 
Theil wird er durch einen bronzenen Ring. gerade gehalten, und in seinem unteren 
Theil hält ihn ein Kranz desselben Metalls. Der Schaft dringt in diesen Kranz 
mit einem Stahlpivot ein, welches abgenommen werden kann und welches gleich- 
falls in einer Röhre von Stahl ruht, 
Dieser Schaft ist mit einem ringförmigen Schwimmer verbunden, 
welcher in ein mit Quecksilber gefülltes Gefäfs derselben Form eintaucht. 
Durch Regulirschrauben ist es möglich, den Schwimmer recht in der Mitte seines 
Gefäfßses anzubringen. Nur ein Spielraum von 5mm ist zwischen den senkrechten 
Seiten dieser beiden Instrumente vorgesehen und, um: das Volumen des Queck- 
silbers nach Möglichkeit zu beschränken, nur 1 em Spielraum zwischen dem 
Boden des Schwimmers und demjenigen des Gefälses. 
Der Kranz kann senkrecht so bewegt werden, wie es zur Regulirung der 
Höhe der Röhre erforderlich wird, und ebenso die Platte für die Rollbrücke, 
') Charpantier: „Researches on the persistence of impressions on the retina“, 
?) Das Feuer ist inzwischen auf Petite Foule, an der Nordwestseite von Ile d’Yeu, auf- 
gestellt worden, Es ist ein Schnellblinkfeuer mit regelmäfsigen Blinken jede 5 Sekunden, und be- 
leuchtet den ganzen Horizont. Die Leuchtkraft ist 1100000 bis 2250000 Bee Carcel, und die 
Leuchtweite bei gewöhnlichen Witterungszuständen beträgt 54 Sm. Auch auf La Coubre, an der 
Gironde-Mündung, ist Ende 1895 ein elektrisches Gruppen-Schnellblinkfeuer errichtet worden, Das 
Feuer zeigt alle 10 Sekunden eine Gruppe von zwei Blinken, welche durch eine Verdunkelung von 
2,4 Sekunden getrennt sind, Die Dauer der Verdunkelung zwischen den einzelnen Gruppen beträgt 
7,1 Sekunden. Die Lichtstärke des Feuers beträgt 1000000 bis 2000000 Bec Carcel und seine 
Leuchtweite bei durchschnittlichem Wetter 56 Sm,
	        
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