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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen .der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1896. 
Die Hauptneuerung besteht in der Unterdrückung jeder künstlichen 
Divergenz sowohl in horizontaler als senkrechter Richtung. 
Die letztere wurde zuerst als nutzlos erachtet, weil.die natürliche senkrechte 
Divergenz des Gruppenlichtes für eine Annäherung bis auf 2 Sm und darunter 
an das Leuchtfeuer vollkommen genügt, was für ein Ansegelungsfeuer ausreichend 
erachtet ist. Wenn aber Jemand noch näher an das Leuchtfeuer herangeht, so 
wird zwar das Auge nicht mehr den direkten Schein der Blinke aufnehmen, aber 
es wird dennoch infolge der intensiven Erleuchtung der Luftschichten die Gruppen 
bemerken. Sie gehen zwar über den Kopf des Beobachters weg, geben ihm aber 
gleiche Wahrnehmungen als das direkte Licht, 
Die natürliche Horizontal-Divergenz ist beträchtlich genug, um den Blinken 
die nothwendige Dauer zur ganzen Entfaltung der Leuchtkraft auf allen Abständen 
zu geben. 
Das Weifsglühen der Kohlen, welches das elektrische Licht hervorbringt, 
verbreitet sich über einen kreisförmigen Theil, dessen Lichtstrahl dem halben 
Durchmesser dieser Kohlen entspricht. Es ergiebt sich folglich für ausstrahlendes 
Gruppenlicht ein Divergenzwinkel, welcher mit dem Durchmesser der gebrauchten 
Kohlen und dem Punkt im Apparat, welchen man überblickt, wechselt. Das 
Minimum dieses Winkels, entsprechend den Kohlen von kleinstem Durchmesser 
und den Punkten des Apparates, welche vom Brennpunkt am entferntesten sind, 
ist nicht unter 0,60° und sichert dem Blink eine Dauer von wenigstens */10 Sekunde 
an der äußeren Grenze seiner Leuchtkraft. 
Es ist noch zu bemerken, dafs die Divergenz und die Zeit der Erscheinung 
des Blinkes, wie oben berechnet, Minima sind. Diese Divergenz erreicht bei 
Kohlen von 0,010 m einen Grad in der Fokalebene und die entsprechende Dauer 
des Blinkes !/s Sekunde; für Kohlen von 0,023 m vergröfsert sich der Divergenz- 
winkel auf 2,2°, und die Dauer des Blinkes ist !/ı0 Sekunde, also eine höhere 
Zahl als diejenige, welche bei Allards elektrischen Apparaten verwirklicht 
worden ist. Diese haben im Hinblick auf Charakter und Dauer der Blinke all- 
vemein befriedigt. Es ist bewiesen worden, dafs die neuen Feuer in dieser 
Hinsicht nicht minderwerthig sein werden, wenn zu ihrer Erleuchtung Kohlen 
ron passendem Durchmesser Verwendung finden. 
Nachdem diese Anordnung vorgesehen, entschied man sich zur praktischen 
Prüfung, ohne die Reducirung der Dauer der Blinke von */i9 Sekunde beim 
Gebrauche von Kohlen mit 0,010 m Durchmesser in Frage zu stellen. Durch 
wiederholte Beobachtungen der Sichtbarkeit der neuen Feucr ergaben sich Mittel 
zur Kontrole, offene Mafsnahmen zur Untersuchung und außerdem einige Un- 
gyewifsheiten, welche in den Laboratorien geprüft werden mufsten. Sehr hefriedigende 
Resultate sind so erhalten worden, wie später gezeigt werden wird. 
Die Lichtstärke der elektrischen Feuer ist, auf Grund der bezeichneten 
Anordnungen, mit Hülfe der wiederholten photometrischen Beobachtungen, welche 
vom Eiffel-Thurm an einem in der Laterne des Leuchtfeuer-Depots 600 m entfernt 
aufgestellten Linsenapparat angestellt worden sind, gemessen worden. Hierbei 
ist zu bemerken, daß die Undurchsichtigkeit der Pariser Atmosphäre nicht 
berücksichtigt ist, weil alle Messungen stets bei klarem Wetter ausgeführt wurden, 
Die erhaltenen Durchschnittsresultate sind in der Tabelle in runden Zahlen 
wiedergegeben: 
Rlektrische Ordnung 
Ayapöre |! Volt * Watt 
25 
50 
100 
40 
‘40 
40 
1000 
2000 
4000 
Leuchtkraft inf Erhaltene 
Bec Carcel Quantität von 
5 10 Kerzer Watt 
350 000 350 
550 000 | 225 
650 000 162 
1 
Diese Zahlen beweisen die grofsen Vortheile, welche durch Unterdrückung 
der künstlichen Divergenz und die Reduktion der Anzahl der Linsen des Apparates 
erzielt worden ist. 
Ein Vergleich des neuen Apparates mit denjenigen von gleicher Ordnung 
von 40 Volt und 50 Ampere aus dem Jahre 1882 ergiebt, dafs die effektive 
Lichtstärke sechsmal gröfßfser geworden ist.
	        
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