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Annalen der Hydrographie und‘ Maritimen Meteorologie, April 1896.
tember, wenn dort der frischeste Südostpassat zu wehen pflegt, nur eine einzige
elektrische Erscheinung. Im Mittel ergiebt sich nach dem deutschen Material
für alle 12 Monate des Jahres für das Quadrat 3 bei 23 844 Wachen Beobachtungs-
zeit die Häufigkeit der Wachen mit Blitz als 6 und die des Donners als 1,5%.!)
Einflufs des Mondes auf die Isobarentypen,
Vorläufige Mittheiluog von W. KÖPPEN.
In dem eben zur Versendung kommenden 18. Jahrgang der Veröffentlichung
„Aus dem Archiv der Seewarte“ befindet sich eine von mir in Gemeinschaft mit
Her van Bebber äausgearbeitete Abhandlung über „die Isobarentypen des
Nordatlantischen Oceans und Westeuropas“ (mit 23 Tafeln, enthaltend 62 Karten.)
Auf Seite 17 bis 23 dieser Abhandlung findet sich eine gedrängte Witterungs-
geschichte des Raumes zwischen Mississippi und Ural für die 146 Monate, für
welche genügende Wetterkarten von diesem Raume vorlagen, in Form einer
Liste der Isobarentypen, die einander darauf ablösten. Es sind 22 Typen unter-
schieden, die in 6 Klassen zusammengefaßt sind. Die Klassen sind, nach der
Lage des hohen Luftdrucks charakterisirt, die oceanische (0), die kontinentale (K),
die littorale (L), die peripherische (P), die nordische (N) und die Umkehrungs-
klasse (U). Die oceanische Klasse, bei der nur das Maximum bei den Azoren
hervortritt, gehört der wärmeren Jahreszeit an; die kontinentale, bei welcher der
Druck auf dem festen Lande, speciell in Europa, höher oder doch ebenso hoch
ist, ist am häufigsten in der kälteren Jahreszeit; die littorale Klasse zeichnet
sich durch hohen Druck in der Umgebung der Britischen Inseln aus; die nordische
durch solchen bei Grönland, unter Abschwächung der sonstigen normalen Maxima —
ein Charakterzug des Frühlings; die peripherische zeigt niedrigen Druck am
Kanal und in Westdeutschland ete. und hohen sowohl im Südwesten als im
Osten, jedoch nicht bei Grönland; die seltene Umkehrungsklasse weist hohen
Druck gerade dort auf, wo er normal am niedrigsten ist, also bei Island und
Spitzbergen,
Die Aufstellung und Charakteristik dieser Typen hat, wie man sich denken
kann, ziemlich viel Arbeit und Ueberlegung gekostet, Auch die Herstellung
der erwähnten Witterungsgeschichte war ein zeitraubendes Geschäft. Dafür ist
nun in den Symbolen derselben eine fruchtbare Unterlage zu weiteren Unter-
suchungen gegeben, da sie die Wetterlage auf einem sehr grofsen Raume in
äufserster Kürze angiebt. Solche Untersuchungen sind denn auch von uns in der
genannten Abhandlung bereits in Bezug auf die jährliche Periode, Dauer und
Aufeinanderfolge der Typen geliefert worden. Aber auch für die Fragen nach
versteckten Perioden in der Witterung bietet jene Tabelle eine so günstige
Grundlage, wie sie bisher noch nicht vorhanden war.
Ich habe darum zunächst die Angaben der Tabelle nach dem Mondlaufe
zusammengestellt. Thut man dies, wie es früher üblich war, ohne Rücksicht auf
die Jahreszeit, so ist das Ergehnifs sehr unbestimmt. Aber die Untersuchungen
von Dr. G. Meyer und Kapt. C. H. Seemann, die in diesen Annalen 1890
erschienen sind, °) haben gezeigt, dafs in Bezug auf den Barometerstand in
Deutschland die Monate September bis Januar ein ganz anderes Verhalten zum
Monde aufzuweisen scheinen, als der Rest des Jahres, indem jene Monate wenigstens
in den Jahren 1869 bis 1887 oder 1876 bis 1889 nach Vollmond einen durch-
schnittlich 3 bis 8mm niedrigeren Barometerstand gebracht haben als nach Neumond,
während in den übrigen Monaten nur wenige Spuren einer ähnlichen Regelmäfsigkeit
sich finden. Stellen wir nun die Häufigkeit der Isobarentypen für diese Abschnitte
des Jahres getrennt zusammen, so ergeben sich überraschend ausgeprägte Resultate,
I) Nachdem diese Arbeit geschrieben und der Redaktion der Annalen übergeben worden
war, erfuhr der Verfasser, dafs Dr. W. Meinardus schon vor einigen Monaten in einer Abhandlung
über die Gewitter des Indischen Oceans auch für einen Theil dieses Meeres das nächtliche Gewitter-
maximum festgestellt habe, Diese Abhandlung ist inzwischen im Dezemberheft 1895 dieser Annalen
erschienen, .
2) Seite 245 bis 257; die Berichtigung auf Seite 335 ist zu beachten!