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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Reisebericht .des Kapt. &. Green, Führer des Schiffes „Emin Pascha“, 
L!/2.Sm ‚von den Tonnen entfernt war, konnten wir ein Boot mit einigen Leuten 
Jicht am Strande bemerken. Ich setzte daher meinen Kurs fort; allein das Boot 
kam nicht ab, auch nicht, als .wir die-erste Tonne erreicht hatten und back- 
brafsten.. Als endlich das Boot längsseits lag und.ein Mann aus demselben das 
Deck betrat, war. das ‚Schiff kaum eine Schiffslänge von der Tonne entfernt. 
Das erste Wort, welches der Mann sagte, war: „Auf das Ruder, die Tonne ist 
noch. nicht fertig, es .dauert zwei Stunden, bevor dieses geschehen sein wird; Sie 
hätten am anderen Ende-der Insel beidrehen. müssen.“ Ich machte ihn darauf 
aufmerksam, dafs, nachdem wir das Ostende der Insel in einem Abstande von 
5 Sm dwars hatten, wir mit kleinen Segeln weiter gefahren seien und die Lootsen- 
flagge seit dem Insichtkommen der Insel. geweht habe. Ferner wies ich darauf 
hin, dafs.das leicht beladene Schiff rasch abtreiben würde, eine Trosse zum Fest- 
machen an der Tonne bereit läge und: ein Boot zum sofortigen Herunterlassen 
fertig sei, Alles war jedoch vergeblich; der Mann erwiderte einfach, das direkte 
Festmachen an der Tonne sei nicht erlaubt, wenn. das Schiff nicht aufkreuzen 
könne, so sei das nicht seine Sache. Selbstverständlich waren wir während dieses 
Hin- und Herredens immer weiter abgetrieben, es mufste, da allein die Marssegel 
standen, herumgehalst und, nachdem alle Segel gesetzt waren, versucht werden, 
wieder aufzukreuzen. Der: als Lootse fungirende Mann. blieb zunächst an Bord. 
Nachdem wir zwei Stunden abgestanden hatten, gingen wir über Stag, konnten 
jedoch nur bis auf 1/2 Sm: an die Tonnen 'herankommen. Jetzt ging der Lootse 
an Land, da es für heute doch zu spät war, und wir standen wieder südwärts, 
Vorher theilte er mir noch. mit, dafs während. der Nacht auf der Insel ein Licht 
aufgezogen würde. Bei unserer Rückkehr sollten‘ wir uns: solange luvwärts von 
der Insel halten, bis die Flagge, die für gewöhnlich am Topp des Mastes weht, 
von der Raanock gezeigt würde. Letzteres sollte ein Zeichen dafür sein, dafs 
die Tonnen fertig wären, um das Schiff daran festzumachen. Unsere eigenen 
Trossen würden nicht in Gebrauch kommen, sondern es würde uns eine Lrosse 
von der Tonne entgegengebracht werden. Letzteres sowie. das Festmachen der 
Leine an der Kette der Tonne nähme immer eine gewisse Zeit in Anspruch. 
Es war meine Absicht, um Mitternacht wieder über Stag zu gehen, indessen 
holte der Wind gegen diese Zeit soweit nördlich von Ost, dafs wir SE anliegen 
konnten, während wir den ganzen Nachmittag nach SzO gesegelt waren. Unter 
solchen Umständen konnte von Wenden keine Rede sein. Am folgenden Mittag, den 
29. Mai, schien der Wind Neigung zu haben, wieder südlicher zu holen, und 
gingen wir daher um 2'/2 Uhr nachmittags über den anderen Bug und ‚segelten 
nordwärts. Gegen Abend schralte der Wind wieder weg, SO dafs wir nur NzO 
vorliegen konnten. 
Da das leicht beladene Schiff. selbst in dem schlichten Wasser noch eine 
Abtrift von 1 Strich hatte, so war ein Aufkreuzen gegen eine so starke Strömung, 
wie wir in der letzten Zeit gehabt hatten, nicht möglich. Es konnte daher 
nichts Anderes übrig bleiben, als wieder südlich von 10° S-Br zu. gehen. 
So Kreuzten wir fünf Tage lang. Die beobachteten Stromversetzungen 
waren vom 28. zum 29. Mai S 87° W 21 Sm, vom 29. zum 30. S 67° W_18 Sm, 
vom 30. bis zum 31. S 72° W 3 Sm und vom 31; Mai bis zum 1, Juni N 48° W 
26 Sm. Um 10 Uhr 15 Minuten. vormittags, den 2. Juni, wurde endlich Malden- 
Eiland wieder gesichtet, und zwar auf Nordwestkurs ungefähr einen Strich in 
Lee voraus... Um 12 Uhr 15 Minuten stand das Schiff 3 bis 4 Sm südöstlich von 
der Südostspitze der Insel. Ich legte hier das Grofsmarssegel back, um zu 
warten, da die Flagge ‚nach immer vom Masttopp und nicht von. der Raanock 
wehte. Gleich nach 1 Uhr wurde jedoch eine blaue Flagge an der Raanock 
geheißst. _ Wir braßten jetzt wieder voll und steuerten bei einer leichten Briese 
aus ESE mit einer Fahrt von 2!/s Knoten nach dem Westende der Insel. Etwas 
nach 2 Uhr kam der Werltaufseher, Herr Howard, an Bord, 2 bis 3 Sm von 
den Tonnen; um 3'/ Uhr holten wir das Schiff an eine derselben und machten 
es fest. Von den drei hier liegenden Tonnen sind nur zwei mit Ankern versehen, 
die dritte liegt an einer Kette, deren Ende am Lande befestigt ist. Schiffe, die 
an der letztgenannten Tonne festgemacht sind, müssen daher auch ihre eigenen 
Anker mit benutzen. Nach Aussage des Herrn Howard sind die beiden ersten 
Tonnen auf einer Wassertiefe ‚von 128 m (70 Faden) verankert. Die Anker sind 
‚wieder durch Ketten von 265 m (145 Faden) Länge mit einem. schweren Anker
	        
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