Dinklage: Von den Reishäfen in Britisch Birma nach Brasilien, . 159
der Wind südöstlich holt. Dann erst steuere man nördlicher nach den Passatbreiten.
Bei dieser Gelegenheit ist es von Wichtigkeit, auf das Barometer zu achten,
Wenn dasselbe fällt, so ist dies ein Zeichen, dafs man sich dem Minimum nähert
and Gefahr läuft, in die westlichen Winde der Nordhälite der Depression zu
yerathen, und dafs man, um Letzteres zu vermeiden, westlicher steuern mufs.
Steigt es dagegen, so ist zu erwarten, dafs sich bald die normalen Verhältnisse
wieder herstellen werden, indem von Westen hoher Luftdruck herannaht; alsdann
ist ein nördlicher Kurs angezeigt, der das Schiff an dem Maximum des Hoch-
Aruckgebietes vorüber in den Bereich des wieder einsetzenden Passats führt.
{m Uebrigen dürfte eine kürzere, nicht durch den Passat führende Route
sich am ehesten noch für Reisen nach den südlicher als Santos gelegenen Häfen
empfehlen.
Der Hafen von Feodosia,
Die Hafenstadt Feodosia in der Kaffa-Bucht, an der Südostküsie der Krim,
liegt in 45° N-Br, 352° O-Lg. Vor zehn Jahren, 1885, hatte sie kaum 10 000 Ein-
wohner, jetzt wird sie auf etwa 20 000 Einwohner geschätzt. Diese ungewöhn-
liche Zunahme verdankt sie dem Bestreben der Regierung, den Hafen zu einem
Verkehrsplatze ersten Ranges zu machen, besonders für den Ausfuhrhandel. Zu-
nächst wurde die Eisenbahn Dshankoi—Feodossija gebaut, welche sich von der
die Krim von Norden und Süden durchkreuzenden Linie Lozowdja— Ssewasstöpol
abzweigt und den Hafen mit dem Eisenbahnnetze Russlands verbindet. Sie ist
zeit dem August 1892 im Betriebe, Die Neugestaltung des Hafens ist im
Jahre 1893 begonnen und nun, soweit sie der Wasser-Bauverwaltung obliegt,
vollendet,
Die Bucht von Feodosia ist in der mittleren Richtung nach NE geöffnet
and durch die Berge, welche das beschränkte Ufergelände südlich und westlich
bogenförmig umgeben, gegen die Winde ans diesen Richtungen geschützt.
Von den Anlagen des Planes sind die Eisenbahngleise und die mit A bis
G bezeichneten, von der Eisenbahnverwaltung auszuführenden Banten genehmigt,
aber noch nicht ausgeführt.
Der Hafen wird ostwärts gegen das Meer durch einen vom Ufer aus zu-
nächst nach Norden gerichteten, sodann leicht nach Westen gekrümmten 623 m
Jangen Damm begrenzt. Er ist nicht zum Anlegen von Schiffen, sondern nur
zum Schutz gegen Ostwinde bestimmt. Auf dem Ende befindet sich ein Leucht-
thurm 4. Ordnung. Gegenüber dem nördlichen Theile tritt aus dem nach NW
gerichteten Ufer noch ein zweiter Damm nach Osten heraus, der uicht allein den
nördlichen Abschlufs des Hafens bildet, sondern auch zur Vergrößerung der
Flächen für den Ladeverkehr beitragen soll und deshalb 106,70 m breit angelegt ist.
Der durch die Nordseite des Dammes und das anschliefsende Ufer begrenzte Theil
der Bucht ist für die Küstenschiffahrt bestimmt. Die Weite der Durchfahrts-
öffnung zwischen dem Ende des Schutzdammes und der äufseren Ecke des breiten
Dammes beträgt 355 m, der Wasserabstand zwischen der Südseite des letzteren
and dem gegenüberliegenden Ufer 373,45 m. Im Uebrigen wird der Hafen auf
der Landseite durch einen zweimal gebrochenen Kai begrenzt. Er erstreckt sich
von der Wurzel des Schutzdammes aus zunächst auf 540 m Länge nach Westen,
sodann auf 320 m Länge nach NW und schliefst sich mit einem 117,40 m langen,
nach NE gerichteten Theile an den breiten Damm an, dessen innere Kailänge
256 m lang ist. Im Ganzen hat so der Hafen eine innere Kailänge von 1233,40 m.
Seine Wassertiefe beträgt in dem durch die Doppellinien eingefafsten kleinen
Theile an der Wurzel des Schutzdammes 3'/s Faden (5,8 m), im Uebrigen 4 Faden
(7,3 m). . Die Vertiefung des flacheren Abschnittes bis auf 4 Faden ist vorbehalten.
Die Wasserfläche des Hafens umfafst 109 300 qm, sein Gelände 168 500 qm.
Die Kosten der fertigen Arbeiten betragen etwa:
für den Schutzdamm . .. . .. . + 1074000 Rubel
für die Kais und Uferbefestigungen , . . 1238888
für die sonstigen Arbeiten und Einrichtungen 1329683
im Ganzen 3642571 Rubel.
Für Schuppen, Elevatoren, elektrische Beleuchtung, Eisenbahngleise und
sonstige Anlagen sind noch etwa 5 Millionen Rubel nöthig.
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