Dinklage: Von den Reishäfen in Britisch Birma nach Brasilien.
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durch die angetroffene Gelegenheit sehr nördlich geführt wird, sollte man ohne
Bedenken schon auf der Höhe von Port Natal unter Land gehen.
Wenn es nicht früher geschehen ist, sollte man jedenfalls an der Südostecke
Afrikas, wo die Fahrt nach Westen beginnt, die Nähe des Landes aufsuchen,
damit man bei dem Einsetzen starker westlicher Winde, das besonders im Winter
gewöhnlich hier stattfindet, möglichst weit luvwärts steht. Man gelangt damit
zugleich in den Strich der stärksten Strömung, mit deren Hülfe das Weiterkommen
bei Gegenwind jetzt bewerkstelligt werden muß. Der Agulhas-Strom fließt von
der Höhe von Kap Recife an gewöhnlich in einem ziemlich schmalen Bette
längs der Kante der Agulhas-Bank bis zu deren südlichstem Vorprunge, wo die
Strömung nach Süd, SO ‚und Ost umbiegt. Kin ähnliches Umbiegen findet
überall am Aufsenrande des Stromes statt. Um von dem Letzteren nun möglichst
zu profitiren, sollte man beim Aufkreuzen gegen westliche Winde die Kante der
Bank halten und sich weder zu weit südwärts, noch auch, bei Südwestwind, zu
weit nordwärts davon entfernen. Da der Lauf des Stromes sich nicht selten
etwas nach Norden oder nach Süden verschiebt, sollte man ferner durch wieder-
holte astronomische Beobachtungen sich möglichst oft über die thatsächlich vor-
handenen Stirömungsverhältnisse Auskunft verschaffen, damit der Kurs gleich
geändert werden kann, wenn man aus dem günstigen Strome herausgekommen
ist. Nach der Landseite hin markirt sich die Grenze der Strömung durch eine
ziemlich starke Abnahme der Wassertemperatür.
Bei schweren Stürmen aus dem westlichen Halbkreise erzeugt die gegen
den. Wind setzende. Strömung oft eine sehr hohe, brechende See. Wenn dieselbe
einem Schiffe gefährlich wird, kann es sich am besten schützen, indem es das
kalte Wasser auf der Bank aufsucht, wo es zwar den günstigen Strom verliert,
aber viel schlichteres Wasser findet.
Auch von der Höhe von Kap Agulhas an, wo der günstige Einflufs der
Strömung gewöhnlich aufhört, dürfte es zunächst noch rathsam sein, eine zu
große Annäherung an die Küste zu vermeiden, damit man beim KEinsetzen süd-
westlicher Winde, welche im Winter gewöhnlich die Gelegenheit zur Fortsetzung
der Reise geben, das Land beim Kap der Guten Hoffnung freisegeln kann, Noch
mehr aber sollte man sich davor hüten, dafs man zu weit nach Süden kommt.
Hier geräth man alsbald in eine starke östliche Gegenströmung, während näher
dem Lande auch jenseits 20° O-Lg nicht selten noch westliche Versetzungen
stattfinden. Auch ist zu hedenken, dafs mit zunehmender Breite östliche Winde
seltener, dagegen die westlichen anhaltender und stärker werden. Der Parallel
von 36° 30‘ Süd dürfte als eine den Verhältnissen angemessene Grenze zu be-
zeichnen sein, die man nicht überschreiten sollte,
Trifft man günstigen Wind, was besonders in den Sommermonaten oft
vorkommt, so kann man bei der Umsegelung des Kaps den Weg etwas abkürzen
und näher dem Lande passiren. Eine allzu grofse Aunäherung sollte man aber
auch dann vermeiden, damit man bei den nicht seltenen starken südlichen Winden
nicht so leicht im Verfolgen seines Kurses behindert wird.
Die mittlere Dauer der Reise von Rangun nach der Höhe von
Kap Agulhas ergiebt sich nach den Journalen deutscher Schiffe, wie folgt:
Reiseantritt
im Monat
Von Rangun | Von der Linie | Von 40° O-Lg
nach der Linie nach 40° O-Lz nach 20° O-Le
|
Von Rangun
nach 20° O-Le
Januar . . >
Februar . ;
März. .
April. .
Mai. .
Juni. .
Juli.
August .
November .
Dezember
14,0 Yage
13,8 %
16,9
210
97,7
28,9 Tage
32,3
33,1
30,7 m
30.1
10,0 Tage
114
130
13:8
12,5
52,9 Tage
57,5 »
63,0
655
762
33.0
27,0
11,1
61.1
4n
98.9
3,4
592
der
Nachdem das Kap der Guten Hoffnung umsegelt ist, ist die Fortsetzung
Fahrt nach NW und Nord gewöhnlich leicht, da der Wind meistens