Ann. d. Hydr. ete., XXIV. Jahrg. (1896), Heft IV.
je ‘3
i3
Kamerun — Loanda — Mossamedes — Port Nolloth — Kapstadt.
Aus dem Reisebericht S, M. S. „Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut, BACHEM.'
1. Kamerun — Loanda.-Wind
und Wetter. Am 18. Mai 1895, 5* 40” a, wurde Kamerun verlassen,
Auf der Strecke: vom Kamerun-Flußs bis 3° 30‘ S-Br und 9° 50‘ O-Lg
wurden ausschliefslich südsüdwest- bis südwestliche Winde angetroffen. Dieselben
wehten bis Kap Lopez in Stärke 2 bis 4, dann in Stärke 1 bis 2. Südlich von
3° 30‘ S-Br bis Loanda wehten vorwiegend Südost- bis Südsüdostwinde, vorübergehend
bis nach SzW drehend, in Stärke 1 bis 2. Das Wetter war von Kamerun
bis 3° S-Br und 9° O-Lg regnerisch, der Himmel meist ganz bedeckt und ‘zeitweise
drohend. Nachts wurde Wetterleuchten am ganzen Horizont beobachtet;
Gewitter oder Tornados kamen jedoch nicht vor, mit Ausnahme eines Gewitters
mit starkem Regen am Morgen des 19. Mai in der Nähe von Fernando: Po.
Südlich von 3° S-Br wurde das Wetter freundlicher und hörte.der Regen
ganz auf,
Barometer- und Thermometerstand waren der Jahreszeit entsprechend.
Stromverhältnisse (siehe Tabelle am Schlufs). Der Einflufs des Kongo:
Stromes machte sich bereits am 23. Mai in 3° S-Br und 9° 50’ O-Lg bemerkbar.
Das Wasser zeigte: eine hellgrüne Färbung, welche im Laufe des 24. in eine
dünkelgrüne bis tiefbraune überging. Am Abend des 24. wurde die Kongo-Mündung
passirt auf etwa 50 Sm Abstand. Am 25. morgens zeigte das Seewasser
wieder eine tiefblaue Farbe.
. St. Paul de Loanda. Loanda wurde am 25, abends angesteuert und am
26., 12*20” a, daselbst geankert. Das Leuchtfeuer von Kap Lagostas kam am
24., 9" p; in SzO, 20 Sm ab, in Sicht. Loanda-Riff-Feuer wurde auf 10 Sm. Ab:
stand gesichtet, gleichzeitig mit diesem Feuer waren die Lichter der Stadt zu
sehen. Zum Ansteuern des Ankerplatzes bei Nacht sind die grün und rothen
Lichter auf den Landungsbrücken des Marine-Depots bezw. des Zollhauses der
Stadt (Leuchtfeuer-Verzeichnifs Titel VIII, No. 22, 23 und 24) gute Marken, und
wurden dieselben schon auf 4 Sm Abstand gesehen. Dagegen ist das weifse
Feuer auf dem Nordende der Felsenbank (Leuchtfeuer-Verzeichnifs No. 25), wie
auch schon früher berichtet, „nicht von den Lichtern der Stadt zu unterscheiden.“
Außer den genannten Feuern brannten während des Aufenthaltes im Hafen von
Loanda noch ein rothes Feuer auf der Nordostecke des Forts Penedo, sowie ein
rothes Feuer auf einer Landungsbrücke, etwa 400 m östlich von der Zollhaus:
brücke. Das auf dem Plan des Hafens von Loanda auf der Karte Titel VIII,
No. 6 (englische Admiralitäts-Karte No. 604), angegebene rothe Feuer südöstlich
von dem weifs-rothen Feuer auf der Felsenbauk (Leuchtfeuer-Verzeichnifs No, 25)
ist nicht vorhanden. |
Für Fahrzeuge geringen Tiefganges ist nunmehr eine Fahrrinne nach der
Zollhausbrücke mit Bojen bezeichnet. Dieselbe führt von der Feuer-Bake auf der
Felsenbank dicht unter der Küste nach der Stadt, und zwar liegen vier rothe
Bojen an B.B., vier schwarze an St, B., von See nach der Stadt zu gesehen;
Ein, großer Dampfbagger ist thätig, diese Fahrrinne zu vertiefen, und hat: seine
Arbeit gegenüber dem Zollhause begonnen.
2, Loanda -— Mossamedes. ;
Wind und Wetter. Loanda wurde am 29, Mai, 8" a, verlassen. Zwischen
Loanda und Mossamedes wurden leichte südwestliche Winde, Stärke 1 bis 2, angetroffen...
Das Wetter war gut, der Himmel bewölkt, zeitweise war die‘ Luft
unsichtig.. Am Abend: des 31. Mai setzte Nebel ein, welcher bis zum Abend des
1; Juni anhielt, CC |
Barometer- und Thermometerstand waren. der Jalireszeit entsprechend,”
Ann. d. Hyär. ete.. 1896. Heft IV.