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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1896.
die Küste im Westen fast bis Monatsmitte, im Osten bis zum 12. nahezu frost-
frei; am 13. begann ein zunächst starkes, dann langsames Sinken der Morgen-
temperaturen, welches, durch wärmere Tage am 17, bis 19. unterbrochen, bis
zegen den 25. währte, worauf wieder ein Steigen, im Westen bis zum 30., im
Osten bis Monatsschlufßs eintrat, an welchen Tagen der Gefrierpunkt wieder über-
schritten wurde. Die Morgentemperaturen lagen vom 1. bis 14. sowie‘ am 17.
and 18. fast durchweg über, am 15. und 16. sowie vom 20. bis 27. fast durch-
weg unter ihren normalen Werthen. Auffallend große Temperaturänderungen
innerhalb 24 Stunden traten nicht ein, und hatte diese Aenderung im Monats-
mittel überall nahe den gleichen, um 1'/2° bis 2° liegenden Werth.
Sehr ergiebiger Niederschlag, in 24 Stunden (von 8 a bis 8" a gerechnet)
20 mm übersteigend, trat in Brüsterort am 12. (29 mm) ein. Niederschlagsreiche
Tage, an denen über größerem Gebiet an wenigstens der Hälfte der Stationen
1 mm Niederschlag eintrat, waren der 9. und 12. für die ganze Küste, der 11.,
28. und 29, für die östliche Ostsee und der 14. und 27. für die Nordsee und
westliche Ostsee. Trockene Tage, an denen über gröfserem Gebiet die Mehrzahl
der Stationen weniger als 0,2 mm Niederschlag hatten und dieser durchweg unter
1 mm blieb, waren der 3., 4, 7. und 16. bis 26. für die ganze Küste, der 1. für
die Nordsee und östliche Ostsee, der 5., 10., 13. und 15. für die Nordsee und
westliche Ostsee, der 8. für die östliche Ostsee und der 29. für die westliche Ostsee,
Heiteres Wetter herrschte über ausgedehntem Gebiet am 3, und 15. an
der westlichen Nordsee und östlichen Ostsee, am 16. und 19. an der Nordsee,
am 20. und 21. an der ganzen Küste sowie am 22. und 23. an der Nordsee und
dem westlichsten Theil der Ostseeküste. Ausgebreiteter Nebel trat am 4. bis 8.
an der ganzen Küste, am 9. an der Nordsee und westlichen Ostsee, ferner am 11., 17,
und 18. an der ganzen Küste auf. Gewitter wurden im Februar nicht beobachtet.
Stürmische Winde über größerem Gebiet wehten zufolge den Beobachtungen
an den Signalstellen und Normal-Beobachtungsstationen vielfach am 5. bis 7. und
10. bis 14. aus Wesi—Nord, Stärke 8 bis 9, seltener 10 (Brüsterort auch 11) an der
Küste von Leba bis Brüsterort, am 5., 10. und 12. weiter westwärts bis Stralsund
ausgebreitet, ferner aus SE, Stärke 8, seltener 9, am 20. an der östlichen
Ostsee und 21. an der Nordsee, sowie am 29. aus NW, Stärke 8 bis 9, vereinzelt
bis 10, an der Nordsee und zumal an der Ostsee.
Neben den westlichen bis südwestlichen Winden, die in nahe gleichem
Grade auf einigen Stationen durch ihre Häufigkeit hervortraten, wurden auf anderen
Orten noch östliche bis südöstliche Winde relativ gleich häufig beobachtet, während
in Memel die Winde aus Nord und WNW am meisten verzeichnet wurden.
Die europäische Wetterlage bot in ihrem Verlauf im Februar verhältnifs-
mäßig wenig Abwechselung. Vom 1. bis 14. lagerte der Kern eines meist
Westeuropa mit Ausnahme des Nordens und theilweise auch Centraleuropa
bedeckenden Hochdruckgebietes über Frankreich oder dem Kanal, nur vorüber-
yehend nach Centraleuropa hin verschoben, während Depressionen im hohen
Norden ostwärts vorüberzogen und zeitweise, südostwärts ziehend, im Nord-
osten lagerten, an welchen Tagen vielfach stürmische westliche und nordwestliche
Winde an der östlichen Ostseeküste hervorgerufen wurden.
Am 15, bis 17. erstreckte sich das Hochdruckgebiet NW—SE über Central-
guropa und zog; sich am 18, mit seinem Kern nordostwärts nach Nordwestrussland
zurück, beherrschte jedoch vom 19. bis 24. fast ganz Europa. Unter der Ein-
wirkung einer sich am 25. und 26. vom Mittelmeer aus über Centraleuropa aus-
breitenden Depression sowie einer anderen am 27. im Nordwesten herannahenden
tiefen Depression verlor das über Russland lagernde Maximum seinen Einflufs
auf Europa, und es schritt am 28, und 29. die letztgenannte Depression vom
Norwegischen Meere über die Ostsee südostwärts nach Polen, Stürme an unserer
Küste hervorrufend, unter der Wechselwirkung mit einem am 26. im Westen an
der Küste erschienenen und nach Centraleuropa vorbuchtenden Hochdruckzgebiet,
Berichtigung.
(896, Heft II, S. 86, Absatz 3, ist statt „Juli und August“ „Juni und Juli“ zu lesen. Alle
folgenden Zahlen auf S. 86 und 87 beziehen sich auf Juni und Juli, beide Monate
ınterschiedslos vereinigt.
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