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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Köppen: Glättung der Meereswellen durch Seifenwasser. 
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geeigneter "Anwendung auch finden werde. Ob dies zutrifft oder nicht, wird 
voraussichtlich die Erfahrung in einigen Jahrzehnten ergeben. Die auch jetzt 
noch häufig widersprechenden Angaben über die Wirkungen des Oels in hohem 
Seegang zeigen, wie schwierig Feststellungen auf diesem Gebiete sind, 
W. Köppen. 
Das Wetteramt der Vereinigten Staaten in seinen Beziehungen zur 
Wissenschaft und Industrie des Landes. > 
Nach einigen einleitenden Worten führt Herr Moore, der neue Chef des 
Wetteramtes, zunächst den Wortlaut des Gesetzes vom 1. Oktober 1890 an, 
durch welches die Aufgaben und die Stellung des Leiters des gröfsten Wetter- 
dienstes der Welt bestimmt und geregelt werden. „Der Leiter des Wetteramtes 
soll, unter der Oberleitung des Staatssekretärs für Landwirthschaft, am und vom 
1. Juli 1891 an beauftragt sein mit der Wettervorhersage, der Ausgabe von 
Sturmwarnungen, dem Heilen von Wetter- und Hochwassersignalen zu Nutzen 
der Landwirthschaft, des Handels und der Schiffahrt, mit der Pegelmessung von 
Flüssen und Berichterstattung darüber, mit der Unterhaltung und dem Betrieb 
der Seeküsten-Telegraphenlinien sowie der Sammlung und Versendung von See- 
nachrichten zu Nutzen des Handels und der Schiffahrt, mit dem Bericht über 
Wärme- und Regenverhältnisse der Baumwollenbezirke, mit dem Zeigen von 
Frost- und Kältewellen-Signalen, der Verbreitung meteorologischer Kenntnifs zu 
Gunsten von Landwirthschaft und Handel und der Anstellung solcher meteoro- 
logischen Beobachtungen, wie sie nöthig sein mögen zur Feststellung und Mit- 
theilung der klimatischen Verhältnisse der Vereinigten Staaten, oder soweit sie 
zur rechten Ausführung der angeführten Pflichten wesentlich sind.“ 
Nachdem er dann kurz darauf hingewiesen, daß hiernach die Haupt- 
aufgabe des Amtes in der Vervollkommnung der Sturmwarnungen 
und der Wettervorhersage liege, diese aber zunächst eine gründlichere 
Kenntnifs der nur mangelhaft bekannten Natur der Stürme und der bestehenden 
Wetterverhältnisse erheische, fährt er fort: 
„Wenn ich nun kurz und allgemein die Richtung des Vorgehens angeben 
soll, in welcher nach meiner Meinung die fruchtbarsten Ergebnisse zu erwarten 
sind, nicht nur für die meteorologische Wissenschaft, sondern auch für eine 
genauere Wettervorhersage zum Nutzen der Landwirthschaft und der Schiffahrt, so 
ist zu bemerken, daß wir Jahre lang unsere Messungen am Boden dieses grofsen 
Luftmeeres angestellt haben, während die Kräfte, die Stürme bilden, das Mafs 
ihrer Stärke und ihre Richtung bestimmen, in grofsen Höhen wirken oder außer- 
halb unserer Erde liegen. Es scheint deshalb dringend geboten, die 
oberen Luftschichten planmäfsig zu untersuchen, Ballon-Auffahrten 
sollten in den verschiedenen Quadranten des Sturmes und ebenso in der Sturm- 
mitte unternommen werden, besonders wenn Regen fällt und der barometrische 
Gradient steil ist. Es ist besonders wichtig, die Höhe festzustellen, wo die 
Regenbildung aufhört, die Dicke der Wolkenschicht, den Temperatur-Gradienten, 
Luftdruck und Feuchtigkeit bis zu einer Höhe von 4 oder 5 engl. Meilen. Ge- 
übte Luftschiffer mit vollständigen und genauen Instrumenten sollten in der 
Gegend der lebhaftesten atmosphärischen Thätigkeit während der sturmreichen 
Jahreszeit aufgestellt sein. Sie sollten bereit sein, wenn charakteristische cyklonische 
Stürme herannahen, und dann vom Centralamt, wo die Bewegung des Sturmes 
sorgfältig auf der täglichen. synoptischen Karte verfolgt wird, telegraphischen 
Befehl zum Aufstieg erhalten; und die Zeit des Aufstiegs sollte so geregelt 
sein, dafs genaue Ablesungen in grofsen Höhen in den verschiedenen Vierteln 
des Sturmes gesichert werden. Wir glauben, daß so gewonnene Beobachtungen 
wenigstens einen kleinen Schritt vorwärts.in der Erkenntnißs der wahren Natur 
der Stürme bedeuten werden, im Gegensatz zu den sehr unvollkommenen Theorien, 
. 1) Auszug aus einer Rede des Herrn Willis L, Moore, Chief of U. S. Weather Bureau, 
gehalten vor der „Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“. („Science“ 1895. 
S. 576 ££.). 
Ann. d. Hydr, ete,, 189%. Haft IT.
	        
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