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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1896. 
In Tabelle C ist die Leuchtstärke der schwedischen grofsen Feuer zu- 
sammengestellt, deren Sichweite gemäfs der Feuerverzeichnisse in Kilometern 
and die Wahrscheinlichkeit, mit welcher man erwarten kann, sie zu sehen auf 
ganzem oder halbem Abstand der Leuchtweite. Hieraus ergiebt sich, daß die 
stärksten Feuer wie Rödkallen, Sandhamn, Häradskär, Kapelludden, Färö, Tylö 
und Pater Noster wenigstens in 80 Fällen von hundert auf die berechnete Leucht- 
weite gesehen werden, dafs alle Feuer im Mittel auf genanntem Abstand in 
71 Fällen von hundert gesehen werden, und dafs bei den lichtschwächsten dies 
nur in 63 Fällen vorkommt. 
Die stärksten Feuer können im Abstand ihrer halben Sichtweite in 
94 Fällen von hundert, die schwächsten in 87 Fällen beobachtet werden, während 
die Mittelzahl für alle Feuer 91 beträgt, 
Obgleich ein Feuer gewifs nicht aufhört, wesentlich zu nützen, wenn es 
nicht so weit als seine Leuchtweite scheint, so liegt es doch auf der Hand, daß 
das Vertrauen, welches man dem Feuer schenkt, durch diese Zufälle sich ver- 
mindert. Dem Obenstehenden entsprechend geschieht es in 20 Fällen von hundert, 
dafs die kraftvollsten Feuer nicht die volle Leitung, die sie sonst ausüben, geben, 
und in 37 von hundert Fällen, dafs die schwächsten dies nicht thun. 
Sieht man gb von der besonderen Bestimmung der Feuer, vor Untiefen 
zu warnen, die Fahrwasser zu bezeichnen u. A. und denkt nur an die Größe der 
Erdoberfläche, von welcher die Feuer beobachtet werden können, so nimmt ihr 
Nutzen ab proportional den Quadraten des Abstandes, auf welchem sie gesehen 
werden können. Wenn demnach ein Feuer nicht auf weiteren Abstand als halbe 
Leuchtweite gesehen werden kann, so ist sein Nutzen, von letztem Gesichtspunkt 
betrachtet, nur ein Viertel so grofs, als abgesehen davon. Ueberhaupt sind es 
19°%o der gesammten Leuchtzeiten, in welchen die Feuer in geringerem Abstande 
als die berechnete Sichtweite gesehen werden, aber weiter als den halben 
Abstand. Aber hierbei nimmt die Zahl dieser Fälle für die stärksten Feuer 
auf 10° ab, während sie für die schwächsten auf 25° steigt. 
In dem letzten französischen, officiellen Leuchtfeuer-Verzeichnifs sind zwei 
optische Leuchtweiten angegeben, die eine für eine mittlere Sichtweite, so. dafs 
die Feuer in 50 Fällen von hundert so weit gesehen werden als sie hinreichend 
Höhe haben, dafs die Wasseroberfläche die Leuchtweite auf diesem Abstande 
nicht verdunkelt, die andere für diesige Luft, welche nur bei einem Zehntel der 
Leuchtzeiten mehr lichttötend ist.: Nach Vorstehendem werden demnach die 
schwedischen Feuer im Mittel auf mindestens die halbe Sichtweite, die im 
Leuchtfeuer - Verzeichnifs angegeben ist, gesehen werden, bevor Nebel nach 
französischen Definitionen eintritt. 
Nach der Tabelle D, welche den Gebrauch der schwedischen Nebel- 
signal-Apparate auf den einzelnen Stationen behandelt, ergiebt sich, dafs es 
1894 im Mittel 373 Stunden im Jahre oder 4°%o der Gesammtzeit neblig ge- 
wesen ist, 
Bei: der Annahme, dafs der Seenebel über die ungleichen Monate gleich- 
mäßig vertheilt war und das Abgeben von Signalen zu Zeiten stattfand, wann 
der Nebel am dichtesten gewesen, kann man mit Hülfe des Vorstehenden berechnen, 
wie weit die Sichtweite bei den ungleichen Feuern allgemein abgenommen, bevor 
das Signalgeben den Anfang nahm. Fig. 4, Tafel 2 zeigt, dafs die Sichtweite 
der Leuchteinheit in 4 Fällen von hundert nicht bis 2,5 km hinaufgeht, und Fig. 1 
bis 3, Tafel 1 ergeben, dafs bei solcher Sicht ein Feuer der Stärke der Vinga- 
Feuer 8 km (4,4 Sm) und Bremö- und Landsort-Feuer 6,4 km (3,6 Sm) und die 
schwächeren Feuer wie Draghällan und Svartklubben nur 5 km (28 Sm) weit 
yesehen werden, 
Da die Nebel aber am verbreitetsten in den Monaten, in welchen die 
Sichtweiten am geringsten, da gewisse schwedische Apparate nicht sofort in 
Wirksamkeit gesetzt werden können, und da auch der Fall nicht selten eintritt, 
dafs Nebel auf See vorkommt, ohne dafs er vom Feuerwärterpersonal beobachtet 
werden kann, so folgt daraus, dafs die gemachte Annahme nur annähernd richtig 
ist und dafs demnach auch oft der Fall eintritt, in denen die Feuer schlechteren 
Dienst gethan als obenstehende Berechnung angiebt, ohne dafs die Nebelsignal- 
Apparate in Wirksamkeit gewesen sind.
	        
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