128 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1896.
als der , Grenzwerth, welcher daraus bestimmt worden, daß die Leuchtweite des
beobachteten Feuers gerade bis zum Beobachtungsorte reicht,
Mit Kenntnifs der Lichtstärken der Feuer und des Abstandes zwischen den
Feuern können diese Grenzwerthe nach den Darstellungen auf Tafel 1, Fig, 1 bis 3
approximativ bestimmt werden, Genaueres erhält man durch Berechnung oder,
wie hier geschehen, mit Anwendung der graphischen Lösung, welche Allard in
der oben genannten Arbeit giebt, aber welche hier nicht mitgetheilt ist, da die
angeführten Figuren den Einflufs der Sichtbarkeit auf die Leuchtweite anschau-
licher darstellen.
Bei Berechnung der Leuchtstärke sind die Formeln von Allard benutzt
worden, welches mit vollem Vertrauen geschehen konnte, da die schwedischen
Apparate die gleichen als diejenigen sind, welche diesen Berechnungen zu Grunde
gelegt sind und da der Verbrauch an Petroleum in der Regel normal gewesen ist.
In der Tabelle A sind die Werthe über die Leuchtweiten weißer Feuer
zusammengestellt. Einige Beobachtungen, bei‘ denen die Leuchtfeuerstärke nicht
hinreichend bestimmt werden konnte, sind ausgeschlossen. Da die Feuer in der
Bottnischen Wiek im Februar bis April und die nördlichsten von ihnen im Mai
bis Juli gelöscht sind, so konnten Beobachtungen in diesen Zeiten für diese
Gegend nicht gemacht und verzeichnet werden. Weiter sind die Beobachtungen
um 9 Uhr abends und 3 Uhr morgens in den Monaten Mai bis Juli ausge-
schlossen, weil entweder die Sonne über dem Horizont stand und die Leucht-
feuer daher gelöscht waren oder weil die Dämmerung oft so intensiv war, dafß
die Feuer aus diesem Grunde nicht sichtbar waren.
Mittelwerthe für das Jahr sind auf Tafel 2 in Fig. 4 graphisch dargestellt
worden. Das Mafs für die Sichtbarkeit oder die Leuchtweiten der Lichteinheit
sind angemerkt auf der Absecissen-Achse, und die Prozentzahl, welche angiebt, wie
oft die Sichtweite gröfser oder gleich mit den angegebenen Sichtweiten gewesen
ist, ist auf der Ordinaten-Achse verzeichnet.
Da die Atmosphäre, in welcher alle diese Beobachtungen angestellt worden,
überall dem gleichen Gesetz für Sichtbarkeit gehorcht, da Alle, welche beobachtet,
dasselbe Sehen und dieselbe Art und Weise bei ihren Beobachtungen angewandt
haben und da jedes Feuer seine Lichtstärke unverändert beibehält, so sollten alle
diese Punkte in eine einzige krumme Linie zusammenfallen. Wie man aber sieht,
bleiben diese Hypothesen weit von der Verwirklichung. Die Lage der Punkte
ist indessen so hinreichend bezeichnet, dafs man ohne Schwierigkeit eine zusammen-
hängende krumme Linie so auftragen kann, dafs die Anomalien zum Minimum
werden oder die ungleichen Schwerpunkte der Punktgruppen in die Kurve fallen.
Nur für sehr sichtige Luft sind die Beobachtungen zur Bestimmung der
Kurvenform zu gering, aber dieser Mangel ist für die in Frage kommenden
anderen Fälle von keiner Bedeutung.
Differenzen zwischen den einzelnen Mittelwerthen und den entsprechenden
Ordinaten auf der Mittelkurve sind in der letzten Kolumne der Tabelle A
angegeben.
Die Wahl der angeführten Dreimonats-Perioden hat sich wenig glücklich
erwiesen, dagegen haben halbjährliche Mittelwerthe — Mai bis Oktober und
November bis April, — bestimmt nach oben beschriebener Art, die charakte-
ristischen Kurven zu den Darstellungen auf Tafel 2, Fig. 5 und 6 gegeben.
Diese Halbjahreskurven und die Jahreskurve sind zusammen dargestellt auf
Tafel 2, Fig. 7, in welcher auch die Jahreskurve für die Küsten rund um Frank-
reich verzeichnet ist. Die letztere hat insofern ein besonderes Interesse, da sie
den Berechnungen der Leuchtweiten schwedischer Leuchtfeuer zu Grunde gelegt ist.
Die Bedeutung und Anwendung dieser Kurven ist sehr einfach. Man
muf[s festhalten, dafs ein Punkt auf der Kurve durch seine Höhe in Millimetern
über der Abscissen-Achse angiebt, wie viele Mal von hundert ein Licht von
einem Bec Carcel im Abstande von mindestens 1 km sichtbar ist und dafs der
Abstand des Punktes vom Nullpunkt der Abscissen-Achse in Doppelcentimetern
angegeben ist. Man findet demgemäfs nach Tafel 2, Fig. 7, dafs die Lichteinheit
in 65 Fällen von hundert jährlich, in mittlerer Zahl 7 km weit scheint und dafs
dieselbe von Mai bis Oktober etwas länger, in 71 Fällen von hundert, und von
November bis Oktober nur in 59 Fällen gesehen wird. Nach Tafel 1, Fig. 1
bis 3 kann man ferner sehen, wie weit ein Leuchtfeuer, von welcher Stärke es