Ann. d. Hydr. ete., XXIV. Jahrg. (1896), Heft I.
Von Tanger nach. Rabat und zurück.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Stosch“,
Kommandant Kapt. z. See HUGO VON SCHUCKMANN.
Am 23. Juli 1895 6"p verliefßs ich mit
S. M. S. „Stosch“ Tanger und dampfte von
Kap Spartel ab‘ mit südwestlichem Kurse die
Küste entlang. Da ich bei Nacht etwas von
der Küste abgebogen war, steuerte ich mit
Hellwerden wieder auf dieselbe zu und bekam
am 24. um 7*a die beiden nur durch die
Mündung. des Wadi-Abu Regreg getrennten
Städte Sali und Rabat in Sicht. Die‘ An-
steuerung wird sehr durch den grofsen breiten
Hassan-Thurm, der infolge seines breiten Um-
fanges und seiner Größe nicht mit den
Thürmen von Sali und Rabat verwechselt
werden kann, erleichtert. Der '"Churm steht
etwas östlich von der Stadt Rabat dicht am
Flusse und. wird gewöhnlich bei einer An-
steuerung von Norden östlich von Sali ge-
sichtet. Bei Beibehaltung des südsüdwestlichen
Kurses wandert der Thurm durch Sali hin-
durch. '
Hassan-Thurm auf Südkante der Flufs-
mündung oder Ostecke des an der Rabat-
Seite gelegenen Forts giebt die Peilungslinie,
die auf den Ankerplatz führt. Um 8 15"
ankerte ich in dieser Peilung auf der Rhede
von Sali - Rabat, ca 1150 m von der Barre
entfernt, auf 20 m Wasser. Da vorher nörd-
liche Winde geherrscht hatten, so stand eine
leichte nördliche Dünung. Das Passiren dieser
Barre, ‚auf der starke Brandung ist, läfst sich
nur durch die daselbst in Gebrauch befind-
lichen und der Zollbehörde gehörigen Leichter,
von denen fünf Stück vorhanden sind, ermög-
lichen. Die Leichter sind etwa dreimal so
grofßs wie unsere Barkassen, haben sehr hohes
Bord, werden durch etwa 20 Riemen vor-
wärts bewegt und mit gewöhnlichem Ruder
gesteuert.
Ann. d. Hydr. etec., 1896, Heft I.