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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

van Bebber: Bemerkenswerthe‘ Stürme,. IX.

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Am Abend des 6. Dezember weist die Wetterkarte (Fig. 4) zwei Minima
nach: eins an der. mittleren‘ norwegischen Küste und ein anderes über Mittelschweden.
 In der Nacht vom 6. auf den 7. vereinigten sich beide zu einem
einzigen Minimum, welches am 7. über den Schwedischen Seen lagerte (vgl.
Nebenkärtchen in Fig. 4). Der Gradient betrug auf der Nordsee nahezu 6 mm,
Im Laufe des Tages schritt das Minimum ostwärts fort und erreichte am
Abend (des ‚7.). die Küste der Russischen .Ostseeprovinzen, während sich das
Hochdrüuckgebiet im Südwesten Europas nordwärts  ausbreitete, so dafs an der
ganzen Küste die Nordwestwinde allgemein wurden, welche überall als heftige
Sturmböen wütheten, wobei die Gewittererscheinungen sich wiederholten. Am
Morgen des. 8. Dezember lag die Depression südöstlich vom Riga’schen Busen
(vgl. Fig. 5 Nebenkärtchen) und setzte dann von hier aus ihren Weg nach der
Gegend des Weilsen Meeres fort. Im Laufe des 8. Dezember wurde das Wetter
nach und nach wieder ruhiger, und in der darauf folgenden Nacht wehten an
äer deutschen Küste nur noch mäfsige Winde,
Die auf Seite 118 dargestellte Kurventafel enthält die auf das Meeresniveau
 reducirten Barometerstände von Stunde zu Stunde für den Zeitraum vom
4. Dezember mittags bis zum 7. mitternachts für eine Reihe von Küstenstationen
von Helder bis Memel und für Magdeburg. Bemerkenswerth sind der fast parallele
Gang dieser Kurven für alle Stationen sowie die geringen Schwankungen des
Luftdruckes für den 48stündigen Zeitraum vom Mittag des 5. bis zum Mittag des
7. Dezember; vorher ein starkes Fallen des Barometers bis in den ersten Nachmittagsstunden
 des 5. und: nachher ein‘ ebenso starkes Ansteigen des Luftdruckes
vom Mittag des 7. an, wobei an den östlichen Stationen: nur eine sehr geringe
Verspätung stattfindet. Dieser Gang des Luftdruckes entspricht den Bewegungen
der über Nordeuropa... fortschreitenden: Depression. Man’ sieht ‘hieraus, dafs
stürmische Luftbewegung sich längere Zeit erhalten kann, ohne dafs das. Barometer
 erhebliche Aenderungen zeigt. Die auf der Tafel verzeichneten Kurven
sind keine kontinuirlich verlaufenden, so dafs die Schwankungen des Luftdruckes
innerhalb der einzelnen Stunden nicht zum Ausdruck kommen. Die ‚Originalregistrirungen
 zeigen vom Mittag des 5. bis zum Mittag des 7. aufserordentlich
viele Schwankungen in kleinen Zeitintervallen, welche nicht selten 1 mm innerhalb
weniger, Minuten betragen. Diese Schwankungen entsprechen .den zahlreichen
Gewittern, welche in dieser Zeit än.der Küste und im norddeutschen Binnenlande
niedergingen.., a
Gewitter kamen hauptsächlich vom 5. bis zum 7. vor, die meisten;am 6.
und. 7. und an. der westdeutschen Küste. Gewitterzüge lassen sich mit Sicherheit
kaum feststellen, vielmehr fanden die Gewitter unregelmäfsig und öfter gleichzeitig
 an gröfseren Küstenstrecken statt. Am 5. traten zwischen 4 und 5"p an
der ganzen deutschen Nordseeküste Gewitter auf, während am Abend dieses Tages
an der:westlichen Ostseeküste überall Wetterleuchten beobachtet wurde, Am 6.
wiederholten sich am frühen Morgen. die Gewitter an der Nordsee und dehnten
sich ‘bis: zur. Oder-Mündung aus; am Nachmittag und Abend fanden zu verschiedenen
Zeiten an der eben genannten Küstenstrecke häufige Gewitter statt, welche sich
äuch.am ‚7. wiederholten; im äufsersten Osten kamen am 7. nur an einigen Orten
Gewitter vor. Vereinzelte Gewittererscheinungen jm Winter gehören zwar nicht
zu den Seltenheiten, namentlich bei unruhiger Witterung, aber so ausgebreitete
und so, zahlreiche Gewitter, wie sie in den drei Tagen vom 5. bis zum 7, stattfanden,
 sind, so weit meine Erinnerung reicht, noch nicht vorgekommen. Es sei
nock bemerkt, dafs die‘ Gewitter meistens von heftigen Sturmböen mit Regen-,
Schnee- und. Hagel- oder Graupelschauern begleitet waren. .
-. .. Die. folgende Tabelle giebt die stündliche Windgeschwindigkeit (m p. S.)
für eine Anzahl deutscher Küstenstationen sowie für Magdeburg für den Zeitraum
 vom 4, bis 8, Dezember. Um auch die Windrichtung zu veranschaulichen,
sind die südwestlichen und westsüdwestlichen Winde unterstrichen, dagegen die
westlichen: und nordwestlichen nicht unterstrichen. Die Maxima sind durch fetten
Druck ‘hervorgehoben. Die Angaben beziehen sich alle auf Ortszeit. Aufserdem
jet noch eine kleinere Tabelle beigefügt, welche die mittlere 24stündige Windgeschwindigkeit
 für die deutschen Küstenstationen, und die Windgeschwindigkeiten,
welche: dem . Monat Dezember durchschnittlich zukommen; enthält. *
            
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