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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Dinklage: Dürch die Strafe Le Maire. 
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Bericht über die Fahrt durch die Straße Le Mäire: „Mit Tagesanbruch 
des 5, Mai sichteten die Küste von Feuerland; setzten den Kurs auf Kap 
San Diego, Wind nordwestlich, zunehmend. Hatten, als das Kap Süd, etwa 6 Sm 
entfernt, und später, als es SW, 3 Sm entfernt, peilte, starke Stromraselungeh 
Zu passiren, welche von beiden Seiten über die Relinz schlugen, obgleich die 
See sonst ruhig war.‘ Die Raselungen erstreckten sich von WNW nach OSO, 
so weit man sehen konnte, doch war ihre Breite nur gering. Um 11"a, als 
Kap San Diego dwars war, wurde der Wind flau, frischte jedoch, je näher wir 
Good Success-Bai kamen, mehr und mehr wieder auf. Ueber Staaten-Land und 
über Feuerland von Good Success-Bai südwärts lagerten dichte Wolkenmassen, 
im Norden und Nordwesten war die Luft klar. Auf der Höhe von Good 
Süccess-Bai, welche wir in 4 Sın Abstand passirten, sahen wir heftige Windstöfße 
von Nord nach Süd über das Wasser läufen, wobei das letztere dampfte und in 
die. Höhe stieg wie bei einer Wasserhose, doch hielten sich dieselben üicht unter 
Land, und das Schiff wurde nicht von ihnen berührt. Von Kap Good Success 
bis Kap Hall, welches um 3* p dwars war, hatten wir mit Puffeh zunehmenden 
Westwind, so dafs die Bramsegel geborgen werden mufsten; gleichzeitig klarte 
die Luft von Südwesten ab. Um 4"p sahen wir einen grofsen Dampfer mit 
Briggtakelung dicht unter Land nordwärts steuern. Von Kap San, Diego bis 
Kap Good Success hatten wir den Strom mit, später entgegen. Bei Sonnen- 
untergang erschien sämmtliches Land dunkelroth.“ 
Die Bark „Theodor“, Kapt: J: Grube, überschreitet 50° S-Br in 64° W-Lg 
schon 4 Tage vor „Brilliant,“ am 27. April; und ebenso Kapt. St. John am 
i. Mai, 4. Tage früher als „Brilliant“ die Straße Le Maire: Bis Kap Horn ge- 
braucht „Theodor“ einen Tag mehr, aber die drei Tagereisen Vorsprung, die er 
noch hat, behält er und sie geben ihm eine so viel westlichere Stellung, dafs er 
mit dem ersten südlichen Winde, der am 19. Mai einsetzt, frei nach Norden 
steuern kann und schon am 21, Mai wieder nach 50° S-Br gelangt, während der 
Nachsegler diesen Parallel, wie berichtet, erst mit dem zweiten südlichen Winde 
am 28, Mai erreicht. Dauer der Rundfahrt 24 Tage. 
Schiff „Urania“ und Bark „Mimi.“ 
Das Schiff „Urania“, Kapt. A. Walsen, passirt 50° S-Br in 65° W-Lg 
am 14. Mai 1892 um 12* p, steuert bei frischer Briese aus NNW bis WNW, die 
zuletzt zum Sturme ausartet, nach der Strafse, die es am Vörmittage des 16. Mai 
erreicht, und durch dieselbe. In der Folge hat das Schiff den Wind vorwiegend 
aus NW bis West, steif bis stürmisch, bis 71° W-Lg, dann aus SW bis West, 
erst ebenfalls steif bis stürmisch, später mäfsig. Es kreuzt die Länge von Kap 
Horn. am 18. Mai in 57° S:Br, den Parallel von 55° Süd am 21. Mai im 75,6° 
W-L@ und den von 50° Süd in 84° W-Lg am 26. Mai um 8*p. Dauer der 
Rundfahrt 11 "Tage 20 Stunden. . . ; 
Bark „Mimi“, Kapt. R. Meyer, überschreitet 50° S-Br in 642° W-Lg 
ebenfalls am 14. Mai; aber um 6*p, also 6 Stunden vor „Urania“, kriegt die 
Straße, für welche auch sie steuert, nicht zu fassen und liegt einen Tag nördlich 
von Staaten-Land bei Weststurm beigedreht. Die Bark passirt Kap St. John am 
17. Mai und den Meridiati von Kap Horn in 56,7° S-Br am 20. Mai, 2 Tage 
nach „Urania“, kann den Südwestwind, den sie hier erhält, noch nicht.gebrauchen 
und bleibt infolgedessen noch mehr zurück; sie schneidet 55° S-Br in 79° W-Lg 
am 29. Mai und 50° S-Br in 81° W-Lg am 31. Mai um 12° p, 5 Tage später 
als ihr Mitsegler. Dauer der Rundfahrt 17 Tage 6 Stunden; Verlust 5 Tage 
10 Stunden, indessen ist „Mimi“ wohl kein ganz so guter Segler wie „Urania“, 
Schiff „Katharine‘ und Bark ‚Lina‘. 
_ Schiff „Katharine“, Kapt. B. Spille, 1892. Juli 26 um 2a 50°. S-Br. 
in 64° W-Lg, mit steifem Winde aus NW bis West nach der Strafse: „Juli 28 
frühmörgens lagen beigedreht, versuchten gegen 9"ä vor der Straße zu sein, um 
mit der Ebbe‘ duürchzusegeln (4 Tage nach Neumond, Eintritt des Ebbestroms 
zwischen 9 und 10* a), doch holte der Wind zu südlich. Gegen 10%* a wurde 
er indessen wieder etwas westlicher; wir setzten zu, trotzdem das Barömeter 
keine gute Witterung in Aussicht stellte, und gelangten durch die Strafse „in no 
Ann. d. Hydr. ete., 1896. Haft II.
	        
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