‚ .. Dinklage: Durch die Stralse. Le. Maire,
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von-Kapt.. Niejahr lesen, so kann es leicht kommen, ‘dafs: sie‘ ‚sich- zu. genau
danach richten und infolgedessen. die: günstige Gelegenheit. zur‘ Durchsegelung
der Straße ‚verpassen.‘ Ich glaube daher, dafs es nicht schaden kann, wenn. auch
andere Kapitäne ihre- auf langjährige Erfahrung gestützte Meinung einmal äußern.
Ich habe in den letzten 10 Jahren die Straße Le Maire siebenmal:. durchsegelt
und zwar nicht nur bei Tage, sondern auch zur Nachtzeit, bei sichtigem, wie
auch bei unsichtigem Wetter (Schneetreiben), Aulerdem bin ich noch zweimal
in der Straße gewesen, aber durch das Einsetzen ungünstigen Windes gezwungen
worden, wieder umzukehren und das Kap St. John zu umsegeln. In den übrigen
sieben Fällen habe ich es niemals schwierig gefunden, hindurch zu kommen. Ich
habe mich dabei nie um Gegenstrom gekümmert und‘ nicht auf den, Eintritt
günstiger Strömung gewartet, was nach meinem Dafürhalten nur überflüssige
Zeitvergeudung ist, und, wie gesagt, leicht eine günstige Gelegenheit zur Durch-
segelung der Straße, die hier meistens ‚nicht lange anhält, verpassen lälst,: Was
man nach meiner Meinung nöthig ‘hat, um die Durchfahrt . bewerkstelligen zu
können, ist erstens ein sicheres Besteck, zweitens günstiger Wind und‘ drittens,
dafs nicht unmittelbar, nachdem man die Strafse durchsegelt hat, ein schwerer
Südweststurm einsetzt. Letzteres kann namentlich zur Nachtzeit das Schiff leicht
in eine schwierige Lage bringen; bei Tage kann man ja im ungünstigsten Fälle
wieder umkehren.‘ Sind nur diese drer Bedingungen, von. denen die. letzte ja‘ in
der Regel durch das Barometer angezeigt wird, erfüllt, so kann: man" zu jeder
Zeit die Durchsegelung wagen und zwar ohne irgend welche Gefahr, Windstille
habe ich in der Strafse auch angetroffen, habe ‚aber durchaus nicht ‘gefunden,
dafs ein Schiff dadurch in eine besonders gefährliche Lage versetzt wird. . Wenn
behauptet wird, daß die Strömung zu Zeiten quer über die Strafse auf Staaten-
Land zu setzt, so stimmt das mit meinen Beobachtungen nicht. überein ünd ich
wüßte auch nicht, wodurch eine solche Strömung entstehen sollte.“ . *“
Wenn Kapt. Brünings schreibt, dafs er auch bei Gegenströmung es
niemals schwierig gefunden habe, die Strafse zu durchsegeln, so mufs* hier‘ doch
bemerkt werden, dafs andere Schiffsführer, welche‘ die Durchsegelung‘ gegen den
Fluthstrom versuchten, dabei in eine sehr gefährliche Laye geriethen, indem. sie
stundenlang in den hohen, brandenden Ueberfällen nordöstlich vom Kap. San Diego
festgehalten wurden, und diese Schiffsführer kamen dann .auch ‘zu demselben
Schluß wie Kapt. Niejahr, dafs es rathsam sei, zum KEinsegeln‘ den Eintritt
des Ebbestroms abzuwarten. Wir erwähnen hier nur die Bemerkungen von
Kapt. J. G. Rieke von der Bark „Maria“ auf Seite 426 des Segelhandbuches
und von Kapt. J. Gahde, damals Führer des Vollschiffs „Urania“, welche sich
im Jahrgang 1892 dieser Annalen auf Seite 43 finden. Damit in. Uebereinstim-
mung sind auch englische Segelanweisungen. So heifst es im: „South. America
Pilot, Part 1I“, Seite 2: „Mr. J. M. Gray, Führer der britischen Bark „Shun Lee“,
empfiehlt auf Grund langer Erfahrung, dafs von Norden kommende’-Segelschiffe
die Einfahrt in die Strafse nicht früher als eine Stunde nach Hochwasser ver-
suchen sollten. Seine Praxis ist, bei Ankunft vor; der Strafse::5 oder 6 Sm
nördlich derselben zu warten, bis etwas nach Hochwasser.“ .. A}
Auch das Bestehen der Gefahr, dafs ein Schiff bei Windstille durch den
Gezeitenstrom auf Staaten-Land gesetzt wird, läfst sich nach den. Ausführungen
von ‚Kapt. King,!) der mit Kapt. Fitz Roy ‚vonder britischen . Marine längere
Jahre in der Vermessung der Feuerländischen Küsten beschäftigt war, sowie nach
den der Seewarte mitgetheilten Erfahrungen verschiedener deutscher Schiffsführer
wohl nicht in‘ Abrede. stellen. Indessen wollen wir gern. zugeben, dafs die Ge-
fährlichkeit. der Straße von den Schiffsführern wohl etwas: überschätzt (und
infolgedessen die Durchfahrt in manchen Fällen unterlassen wird, wo: sie sehr
wohl ausführbar gewesen wäre. Wir benutzen die von Kapt. Brünings gegebene
Anregung, um den Vortheil, den die Straße Le Maire den Schiffsführern auf
der Fahrt westwärts rund Kap Horn bietet, an einer Reihe von. Beispielen .zu
erweisen.
Die in den Jahren 1893 und 1894 bei der Seewarte eingegangenen meteorö:
logischen Segelschiffsjournale, welche. zur Untersuchung ‚herangezogen worden
sind, enthalten. Berichte von im Ganzen. 140: Reisen rund Kap Höorn.: ‚Von den
) „South America Pilot“, Part IL. 'S, 27...