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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

‚ .. Dinklage: Durch die Stralse. Le. Maire, 
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von-Kapt.. Niejahr lesen, so kann es leicht kommen, ‘dafs: sie‘ ‚sich- zu. genau 
danach richten und infolgedessen. die: günstige Gelegenheit. zur‘ Durchsegelung 
der Straße ‚verpassen.‘ Ich glaube daher, dafs es nicht schaden kann, wenn. auch 
andere Kapitäne ihre- auf langjährige Erfahrung gestützte Meinung einmal äußern. 
Ich habe in den letzten 10 Jahren die Straße Le Maire siebenmal:. durchsegelt 
und zwar nicht nur bei Tage, sondern auch zur Nachtzeit, bei sichtigem, wie 
auch bei unsichtigem Wetter (Schneetreiben), Aulerdem bin ich noch zweimal 
in der Straße gewesen, aber durch das Einsetzen ungünstigen Windes gezwungen 
worden, wieder umzukehren und das Kap St. John zu umsegeln. In den übrigen 
sieben Fällen habe ich es niemals schwierig gefunden, hindurch zu kommen. Ich 
habe mich dabei nie um Gegenstrom gekümmert und‘ nicht auf den, Eintritt 
günstiger Strömung gewartet, was nach meinem Dafürhalten nur überflüssige 
Zeitvergeudung ist, und, wie gesagt, leicht eine günstige Gelegenheit zur Durch- 
segelung der Straße, die hier meistens ‚nicht lange anhält, verpassen lälst,: Was 
man nach meiner Meinung nöthig ‘hat, um die Durchfahrt . bewerkstelligen zu 
können, ist erstens ein sicheres Besteck, zweitens günstiger Wind und‘ drittens, 
dafs nicht unmittelbar, nachdem man die Strafse durchsegelt hat, ein schwerer 
Südweststurm einsetzt. Letzteres kann namentlich zur Nachtzeit das Schiff leicht 
in eine schwierige Lage bringen; bei Tage kann man ja im ungünstigsten Fälle 
wieder umkehren.‘ Sind nur diese drer Bedingungen, von. denen die. letzte ja‘ in 
der Regel durch das Barometer angezeigt wird, erfüllt, so kann: man" zu jeder 
Zeit die Durchsegelung wagen und zwar ohne irgend welche Gefahr, Windstille 
habe ich in der Strafse auch angetroffen, habe ‚aber durchaus nicht ‘gefunden, 
dafs ein Schiff dadurch in eine besonders gefährliche Lage versetzt wird. . Wenn 
behauptet wird, daß die Strömung zu Zeiten quer über die Strafse auf Staaten- 
Land zu setzt, so stimmt das mit meinen Beobachtungen nicht. überein ünd ich 
wüßte auch nicht, wodurch eine solche Strömung entstehen sollte.“ . *“ 
Wenn Kapt. Brünings schreibt, dafs er auch bei Gegenströmung es 
niemals schwierig gefunden habe, die Strafse zu durchsegeln, so mufs* hier‘ doch 
bemerkt werden, dafs andere Schiffsführer, welche‘ die Durchsegelung‘ gegen den 
Fluthstrom versuchten, dabei in eine sehr gefährliche Laye geriethen, indem. sie 
stundenlang in den hohen, brandenden Ueberfällen nordöstlich vom Kap. San Diego 
festgehalten wurden, und diese Schiffsführer kamen dann .auch ‘zu demselben 
Schluß wie Kapt. Niejahr, dafs es rathsam sei, zum KEinsegeln‘ den Eintritt 
des Ebbestroms abzuwarten. Wir erwähnen hier nur die Bemerkungen von 
Kapt. J. G. Rieke von der Bark „Maria“ auf Seite 426 des Segelhandbuches 
und von Kapt. J. Gahde, damals Führer des Vollschiffs „Urania“, welche sich 
im Jahrgang 1892 dieser Annalen auf Seite 43 finden. Damit in. Uebereinstim- 
mung sind auch englische Segelanweisungen. So heifst es im: „South. America 
Pilot, Part 1I“, Seite 2: „Mr. J. M. Gray, Führer der britischen Bark „Shun Lee“, 
empfiehlt auf Grund langer Erfahrung, dafs von Norden kommende’-Segelschiffe 
die Einfahrt in die Strafse nicht früher als eine Stunde nach Hochwasser ver- 
suchen sollten. Seine Praxis ist, bei Ankunft vor; der Strafse::5 oder 6 Sm 
nördlich derselben zu warten, bis etwas nach Hochwasser.“ .. A} 
Auch das Bestehen der Gefahr, dafs ein Schiff bei Windstille durch den 
Gezeitenstrom auf Staaten-Land gesetzt wird, läfst sich nach den. Ausführungen 
von ‚Kapt. King,!) der mit Kapt. Fitz Roy ‚vonder britischen . Marine längere 
Jahre in der Vermessung der Feuerländischen Küsten beschäftigt war, sowie nach 
den der Seewarte mitgetheilten Erfahrungen verschiedener deutscher Schiffsführer 
wohl nicht in‘ Abrede. stellen. Indessen wollen wir gern. zugeben, dafs die Ge- 
fährlichkeit. der Straße von den Schiffsführern wohl etwas: überschätzt (und 
infolgedessen die Durchfahrt in manchen Fällen unterlassen wird, wo: sie sehr 
wohl ausführbar gewesen wäre. Wir benutzen die von Kapt. Brünings gegebene 
Anregung, um den Vortheil, den die Straße Le Maire den Schiffsführern auf 
der Fahrt westwärts rund Kap Horn bietet, an einer Reihe von. Beispielen .zu 
erweisen. 
Die in den Jahren 1893 und 1894 bei der Seewarte eingegangenen meteorö: 
logischen Segelschiffsjournale, welche. zur Untersuchung ‚herangezogen worden 
sind, enthalten. Berichte von im Ganzen. 140: Reisen rund Kap Höorn.: ‚Von den 
) „South America Pilot“, Part IL. 'S, 27...
	        
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