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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Geelong in Australien. 
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Geelong in Australien, 
Von Kavyt, G. REINICKE, Führer des Schiffes . „Magnat“, 
Am 3. Februar 1892 ließen wir das Schiff von der Yarra - Mündung 
(Melbourne) nach Geelong schleppen, um dort Weizen für Europa zu laden, 
Geelong, an der Corio-Bai, Westseite von Port Phillip, belegen, ist ein freund- 
licher Ort. Das Schiff liegt dort ruhig und sicher an einer der Brücken, und 
man empfindet nach den Genüssen, welche einem die grofse Hitze, der Staub, 
die Mücken und vor Allem der schauderhafte Geruch auf dem Yarra-Flusse in 
Melbourne bereiten, die frische gesunde Luft in Geelong besonders angenehm. 
Selbst der heifse Nordwind ist weniger lästig, weil er, über die ganze Breite der 
Corio-Bai wehend, nicht mehr so heifs, jedenfalls aber staubfrei ist. Fleisch, 
Gemüse und Kartoffeln kauft man, letztere in gröfseren Quantitäten, auf Auktionen 
in Geelong billiger als in Melbourne. Einrichtungen zum Docken der Schiffe 
und zur Ausführung von gröfseren Reparaturen sind leider nicht vorhanden. Der 
Ballast ist schwer los zu werden, es sei denn, dafs er ein gutes Wegebaumaterial 
abgiebt, und wohl noch schwerer zu erhalten. Die grofse Schattenseite von 
Geelong bildet die sogenannte Barre, eine Bank, welche die Corio-Bai von Port 
Phillip trennt und dieselbe, da. sie bei Niedrigwasser stellenweise trocken läuft, 
vollständig abschließt, Durch diese Bank sind einige Durchstiche gemacht, 
welche indefs eine so geringe Breite haben, dafs ein ‚schwaches Gieren des 
Schiffes oder eine unvorhergesehene Strömung genügen, dasselbe.auf den Grund 
zu drängen. Bei dem’ ruhigen Wasser und dem weichen Grunde ist eine Be- 
schädigung des Schiffes infolge eines solchen Unfalles zwar ziemlich ausgeschlossen, 
aber Schiffe mit einem größeren Tiefgange — solche, die 19 Fuß tief gehen, 
können die. Einfahrt nur gerade eben mit Hochwasser passiren — können leicht 
in die Lage kommen, leichten zu müssen. Zum Mindesten ist der das Schiff 
schleppende Schleppdampfer sofort bei der Hand, für jede Stunde Aufenthalt, 
die ihm durch das Festsitzen des Schiffes erwächst, 5 bis 7 Lstrl. zu beanspruchen, 
wozu er nach den Bedingungen, unter denen er das Schleppen übernommen hat, 
auch berechtigt ist. Uebrigens machen die Schleppdampfer nicht immer den 
äufsersten Gebrauch von ihrem Rechte; aber alle Sachverständigen stimmen darin 
überein, dafs das Schiff von Glück sagen kann, wenn es die Barre ohne Sonder- 
kosten passirt. Ein alter Schleppdampfer-Kapitän sagte mit Bezug auf die Barre 
ganz bezeichnend zu mir: „That place is worth a mine of gold.“ 
Am 3, März 1892 um 10 Uhr vormittags verließen wir die Rhede in der 
Corio-Bai. , Da das Schiff einen Tiefgang von nur 17 Fufs 6 Zoll englisch hatte, 
so wählte der Lootse den „Neuen Durchstich“, in dem wir aber um 12 Uhr 
festgeriethen und bis 2 Uhr nachmittags sitzen blieben. Um 9 Uhr abends 
ankerten wir in der Nähe von Bluff-Rhede, von wo wir gegen Tagesanbruch am 
4. März mit eintretender Ebbe bei östlicher bis südöstlicher Briese in See gingen. 
Durch die Strafse Le Maire. 
Von L. E. DINKLAGE. 
Im Segelhandbuch der Seewarte für den Atlantischen Ocean sind bei der 
Besprechung der Durchfahrt durch die Strafe Le Maire eine Anzahl darauf 
bezüglicher Bemerkungen aus den Schiffstagebüchern aufgeführt worden, unter. 
welchen sich auch'die folgende Anweisung von Kapt. F. Niejahr befindet:*) „Sehr 
wichtig scheint mir, daß man zur Einsegelung die richtige Zeit in Hinsicht auf 
den Gezeitenstrom wählt. -Man sollte sich immer so einrichten, daß man bei 
Beginn der Ebbe, welche nach Süden durch die Strafse setzt, bei Kap San Diego 
ist; man wird dann die Raselung hier sehr rasch passiren und wahrscheinlich 
1) Siehe „Segelhandbuch für den Atlantischen Ocean“, S. 422 fl.
	        
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