Von Tanger näch. Gibraltar, Casablanca, Mogador. und zurück nach Tanger, ‘99
Thote: mit. Sonnehuntergahg geschlossen” und erst ” nach Sonnenaufgang” wieder‘
reöffnet.) Trotz der von S. M. 8. ,„Gneisenau‘“ gegebenen Beschreibung ist die.
Anfahrt zum Landungsplatz (es giebt je nach dem Wasserstande drei verschiedene:
Passagen zwischen den Riffen) so schwer zu finden, dals wenigstens für.die’ ersten:
Fahrten die Heranziehung des Lootsen durchaus nothwendig ‘ist, ;
_ * Kohlen: sind‘ in Casablanca und. Mogador nicht :zu.haben, wenn nicht zu-
fällig einer der dort verkehrenden Danipfer eine Kohlenladung hat; Wasser ist in
Casablanca nicht, in‘ Mogador in geringen Mengen (in Fässern) zu erhalten...
; An beiden Orten wurde kurz nach dem Ankern das Gastgeschenk des
Sultans, die „Muna‘“, bestehend in einem. Ochsen, mehreren Hammeln, einer
größeren Anzahl Hühnern, Brot, Eiern, Obst und Gemüse, an Bord gebracht und
auf: Empfehlung der Konsuln. angenommen, wofür die ortsübliche Gegengabe in
Gestalt eines: Geldgeschenkes. (20 bis :30 Duros) durch Vermittelung der Konsuln
verabfolgt wurde. nn
Huanillos de Tarapaca, Chile.
Von Kapt. G. GREEN, Führer des Schiffes „Emin Pascha“,
Huanillos de Tarapaca ist ein kleiner, elender Ort, ungefähr 70. Sm südlich:
von Iquique gelegen.: Er besteht aus etwa 50 Hütten und. Häusern,: welche. au“
einer-kleinen Bucht liegen,. so dafs man sie nicht eher sieht, als bis. man. ungefähr
recht West davon ist. Die ‚einzige Ausfuhr besteht in Guano.und etwas Salz.
Die. Schiffe, welche Salz laden, ankern recht vor,der. kleinem Bucht und .in Sicht:
äer Ortschaft; es sind dies hauptsächlich Küstenfahrer... Die Guano-Schiffe ankern
ungefähr. 2:Sm südlicher an der offenen. Küste, Juvwärts : von Huanillos-Spitze;
auf 15.bis 20 Faden Wasser, 3 bis 4 Kabllg. vom Lande: entfernt. ': Der Guano:
wird in. Leichtern von 15 bis 20 Tonnen Tragfähigkeit: längseite gebracht,‘ aut.
Kosten der Ablader, doch mufßs die Schiffsmannschaft die Leichter entlöschen.:
Wenn:-nur: eins: oder‘ zwei Schiffe anwesend. sind, ‘ geht: die Abfertigung noch
einigermafsen: rasch „von. statten; "da: täglich‘ etwa“ 120 .oder 180: Tonnen ‚vers
schifft werden können. Sind aber, wie [es :bei ‚unserer Anwesenheit: der Fall:
war; vier Schiffe zugleich da, auf welche: die 120.-Tonnen vertheilt‘ werden müssen,”
dann geht :es. traurig. langsam. :Brandungstage (Surf days) haben wir während‘
der ganzen Zeit unseres dortigen Aufenthaltes — vom . 8. November 1894. bis ‘zum:
27. Januar. 1895 _—— 'nur--sieben: gehabt, was in. 80. Tagen nicht viel ist. . Solange:
überhaupt: gearbeitet werden . Kann, werden von. den Abladern: auch “keine
Brandungstage gemacht; und kann man "sich also in dieser Hinsicht nicht be-
klagen... Die Eigenthümerin des Guanos ist die „Peruvian Guano Corporation“;
dieselbe hat‘ einen Agenten hier, zur Zeit Herr. Alexander, der den Guano
chemisch: untersucht. - Die Arbeit des Ausgrabens und Verschiffens ist‘ der Firma.
Grabe & C6ö. in Valparaiso und Lima übertragen, deren Vertreter. ein früherer:
Schiffsführer, -Kapt.: Chäse, ist. Beide Agenten sind sehr zuvorkommende Leute;
im Uebrigemr thut man: jedoch wohl, sich im Verkehr mit den; Abladern vorzu-
sehen.“ Der Guano, der hier verschifft wird, ist bedeutend /leichter: als: der. von
Malden-Inseli er soll mehr Ammoniak enthalten, aber an anderen werthvollen
Dungsubstanzen: ärmer sein. Unser Schiff war ungefähr ebenso voll geladen wie.
mit einer Steinkohlenladung,. was. von Malden-Insel‘ aus bei Weitem nicht: der.
Fall war.
In Huanillos vertäut man: das Schiff vor beiden Bugankern vorn und einem.
leichteren Anker hinten. . Wir hatten auf dem Backbord-Anker 75 und auf dem
Steuerbord-Anker 45 Faden Kette aus, die beiden Schäkel eben. aufserhalb ‘der.
Klüse, um die; nächsten Schäkel vom Grunde ‚frei zu halten, was wegen der
felsigen Beschaffenheit des letzteren, auf welchem die Schäkel leicht losarbeiten,
nöthwendig ‚ist. . Nach achtern‘ hatten wir einen 10 Centner schweren Stromanker‘
mit 75 Faden Kette, und lägen ‚wir‘ so SW .an, mit dem. Kopfe ‚ungefähr‘ recht‘
in der See. Zuerst lagen wir achtern vor einem kleineren Anker, doch hatten
wir mehrmals während der Nacht eine steife Landbrise, so dafs der Anker durchging
und wir am nächsten Morgen neu vertäuen mufsten. Diese kräftigen Landwinde