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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1896.
welche wie solche von verlassenen Befestigungen oder Lagern aussehen. Das
Ganze entspricht sehr nahe der im „Africa Pilot“ auf Seite 77 enthaltenen Be-
schreibung von Mazighan und kann daher leicht hiermit verwechselt werden,
Von Süden und Westen aus gesehen, verschwindet dieser Eindruck.
Angaben über die angelaufenen Häfen. .
Die von dem vorgenannten Schiffskommando über Casablanca und Mogador
gemachten Angaben wurden, soweit die kurze Zeit ein Urtheil gewinnen liek,
im Allgemeinen auch jetzt noch zutreffend gefunden, Folgendes ist‘ dazu zu
bemerken:
1. Casablanca (arabisch Dar-el-Baida, d. i. weißes Haus). Die Stadt-
mauer ‘ ist vor ca 2 Jahren behufs Anlegung eines neuen Stadttheiles erheblich
nach Westen verlängert worden (in der Karte Titel VI, No. 87, noch nicht ent-
halten). Die Mauer ist im Allgemeinen grau, der östliche Theil der alten Stadt-
mauer weifs gestrichen. Das Landen war mit den Schiffsbooten trotz der hohen
Dünung am Wasserthore der Stadt ohne Schwierigkeit ausführbar, jedoch ist die
hier bestehende Lücke’ in der Brandung nur schmal, Eigentliche Brandungsboote
giebt, es hier nicht, ;. , :
S. M. S. „Hagen‘“ lag auf dem von.S. M.S. „Gneisenau“ angegebenen
Ankerplatze in folgenden Peilungen:
Kap Dar-el-Baida in... ...\
Oestliche Kante der Stadtmauer in. .
Westliche Kante der alten Stadtmauer in ,
Westliche Kante .der neuen Stadtmauer in.
2. Mogador. Bei dem frischen Nordnordostwinde und dem entsprechenden
Seegange erschien mir bei meiner Annäherung ein Ankern auf dem von S. M.S.
„Gneisenau‘“ angegebenen Ankerplatze westlich der Stadt sowie ein Bootsverkehr
mit dem Lande von da aus ausgeschlossen. Ich ging daher zunächst, um bessere
Verhältnisse abzuwarten, nach der Karte Titel VI, No. 89, südlich von der Insel
Mogador in 12 m Wasser in folgender Peilung zu Anker; :
Marokko-Batterie (Südost-Batterie der Stadt) in N0z0!20. +
Grabmal des Sidi Mogodal in . . . . . . O8,
Ich hatte weichen Sand als Ankergrund gefunden und lag trotz der zwischen
den Felsen hindurch brandenden See verhältnifsmäfsig gut im Schutze der Insel.
Der am folgenden Tage an Bord kommende Lootse erklärte jedoch — vielleicht
weil noch nie vorher ein Schiff da vor Anker gelegen haben soll — den Ankerplatz
für schlecht. Es soll der Ankergrund felsig sein, außerdem sollen sich das Süd-
west-Riff der Insel wie auch südlich davon die Bänke der Küste weiter hinaus
erstrecken, als’ in der Karte angegeben. Bei der Annäherung wurden hier sowie
auch später im Hafen die Wassertiefen um 1 bis 2 m gröfser gefunden, als nach
der Karte zu erwarten war. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser
wurde hier sowohl wie im Hafen (1 Tag nach Neumond) zu 4 m ermittelt.
Am 24, Juli ging ich, auf den Rath des Lootsen und nachdem durch den
Nävigationsoffizier die nördliche Einfahrt rekognoscirt und ein passender Anker-
platz ausgelothet worden war, in den Hafen und ankerte daselbst auf 12,5 m
Wasser (kurz nach Hochwasser) in folgender‘ Peilung: ,
Marokko-Batterie in... .. . . . NO0z0!%0., ;
Grabmal Sidi Mogodal in . . .. S01/0.
Bei aufkommendem . frischen Seewinde wird es sich aber auch hier
empfehlen, die Maschine klar zu halten, da der Ankergrund loser Sand ist.
Die Einfahrt in den Hafen ist für Schiffe bis zu 6 m Tiefgang unbedenklich.
Man mufs trotz des nach der Karte südlich setzenden Stromes etwas mehr die
Seite der Mogador-Insel halten, um den nördlich von der Einfahrt liegenden Unter-
wasserfelsen auszuweichen. Nach den eingezogenen Erkundigungen laufen die
22 Fufs (6,7 m) tiefgehenden Dampfer der Wörmann-Linie stets in den Hafen ein.
Der Landungsplatz am Wasserthore der Stadt ist schlecht und bei
niedrigem Wasserstande und besonders in der Dunkelheit kaum benutzbar. Es
empfiehlt sich daher, wenigstens‘ zu. diesen Zeiten Beurlaubte nicht an Land zu
schicken oder abzuholen. (Aufserdem werden hier sowohl wie in Casablanca .die