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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Ann. d. Hydr. ete., XXIV. Jahrg. (1896), Heft IL 
u 
Von Tanger nach Gibraltar, Casablanca, Mogador und zurück 
nach Tanger. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Hagen“, Kommandant Korv.-Kapt. ROSENDAHL. 
Tanger 
Gibraltar 
Casablanca 
Mogador-Insel . 
Mogador-Hafen 
Casablanca 
Tanger 
Ankunfts- und Abfahrtszeiten. 
Ankunft in 
Abfahrt von: 
19. Juli 1895, 11a, 
20. Juli 35 45” p. 
22, Juli 72 30° p. 
19. Juli 1895, 2*p; 
21. Juli 1: 30” p; 
23. Juli‘ 34 50” p; 
24, Juli hp; 26. Juli 6ha. 
27. Juli 10 30” a; 27. Juli 11° 20” a, 
98 Juli 8b 20" a, 
Meteorologische und .hydrographische Verhältnisse. 
Von Kap Spartel bis Casablanca war das Wetter klar und schön, der 
Wind schwach (1 bis 3) zwischen WSW und NW mit wachsender nordwestlicher 
und nördlicher Dünung. Der Strom lief SWzS ca 1 Sm in der Stunde, 
In Casablanca ging der Wind nach Stillen. und dichtem Morgennebel auf 
NE (Stärke 1 bis 2), frischte am 23. Juli um Mittag nach dem Passiren von 
Kap Cantin schnell auf Stärke 5 und 6, wobei das Barometer auf der Nachmittags- 
wache von 766,3 mın auf 763,4 mm fiel, und wehte auf der Abendwache in Stärke 8 
bis 9 aus NNE, flaute dann tagsüber wieder bis Stärke 3 ab und frischte bis 
Mitternacht wieder auf 5 bis 6 auf. Nach Sonnenuntergang und Sonnenaufgang 
trat Nebel ein. 
Auf der Strecke von Casablanca bis Mogador wurde der Strom SW 1,5 Sm 
in .der Stunde gefunden, auf der Rückreise wurde dagegen auf derselben Strecke, 
aber etwas weiter seewärts, eine geringe nordwestliche Versetzung bemerkt, Das 
Wetter war durchweg schön. 
Auffallend war das Herabgehen der Luft- und Wassertemperatur nach dem 
Verlassen von Casablanca, 
Während daselbst um 4 Uhr nachmittags die höchste Temperatur der Luft 
29,5° C, die niedrigste, 4 Uhr vormittags, 22,5° betrug, war sie in dem der See- 
briese völlig offenen Hafen von Mogador entsprechend nur 24,8° und 18,8°. Die 
Wetterscheide soll zwischen Kap Cantin und Saffı liegen, und hier wurde auch 
am 23. Juli ein plötzlicher Niedergang der Wassertemperatur von 18,5° auf 16,8° 
sowie umgekehrt auf der Rückreise am 26. Juli ein Steigen der Wassertemperatur 
von 16,1° auf 18,0° C beobachtet. Auch flaute der nordöstliche Wind nördlich 
von Kap Cantin allmählich ganz ab. 
Nach den eirgezogenen Erkundigungen sollen Wetter und See während 
der Sommermonate vor Casablanca fast immer ruhig sein, so dafs eine Unter- 
brechung des Boots- und Löschverkehrs mit den daselbst anlaufenden Dampfern 
in dieser Zeit fast niemals vorkommt. ‘In Mogador dagegen herrscht in der 
gleichen Zeit stets mehr oder weniger frische Seebriese, Hierauf beruht das 
gesunde Klima des Ortes (vgl. Bericht des Kommandos S. M. S. „Gneisenau‘“ in 
den „Annalen der Hydrographie etc.“ für 1893, Seite 70 bis 73). 
Schiffen, welche ihres Bestecks nicht sicher sind und von Norden kommen, 
kann Kap Fedala leicht gefährlich werden. Nach der Karte Titel VI, No. 87, 
ist hier die Küste rein, und scheint die Ortschaft Fedala ein einfaches Dorf zu 
sein. Der „Africa Pilot“, Theil I, enthält auf Seite 75 darüber keine näheren 
Angaben. Thatsächlich ist die Küste hier aber mit dunkeln Felsen besetzt, an 
welchen hohe Brandung steht. Aufserdem ist Fedala eine kleine ummauerte Stadt 
mit einem hohen Festungs- oder Minaretthurm, welcher von See aus gut zu sehen 
ist. Um die Stadt herum liegen mehrere Gärten mit weifsen Umfassungsmauern, 
Ann. d. Hyär. ete., 1896, Heft 111
	        
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