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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Die Witterung an der deutschen Küste ‚im Januar 1896, ; . 
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drucks auf den Zeitraum 1851/80, während die vieljährigen Monatsmittel der Windgeschwindigkeit 
aus allen bis 1891 einschl.‘ vorhandenen Anemometer-Registrirungen abgeleitet wurden; hierbei kamen 
für Hamburg und Borkum die ersten Jahrgänge Registrirungen nicht in Betracht, ‘da die jetzige Auf- 
stellung der Anemometer von der ursprünglichen zu ‚erheblich abweicht, um vergleichbare Werthe 
zu geben. ‚Für Rügenwaldermünde wurden die 10jährigen Mittel 1886/95 auf 20jährige 1876/95 
mittels der Stationen Swinemünde und Neufahrwasser reducirt.‘ . 
Als Sturmnorm sind untere Grenzwerthe für die stündliche Geschwindigkeit bei stürmischen 
Winden zu verstehen, welche in Beiheft II des „Monatsberichtes der Deutschen Seewarte, Jahr- 
gang 1890“ abgeleitet wurden, Als Tage mit Sturm wurden diejenigen Tage gezählt, an welchen 
die mittlere: Windgeschwindigkeit im Mittel mindestens einer Stunde die betreffende Sturmnorm erreichte 
oder übertraf. Wo Störungen im Gange der Anemometer vorkamen, ohne dafs die durchschnittliche 
stündliche Geschwindigkeit für diese Zeit ermittelt werden konnte, sind die Monatsmittel der Wind- 
geschwindigkeiten kursiv gedruckt; die Daten der Tage mit derartigen ‚Störungen, an welchen 
stürmische . Winde beobachtet wurden, sind, mit Fragezeichen versehen oder in Klammer, hin- 
zugefügt, ebenso bedeuten die in Klammern ‚gestellten Zahlen für Rügenwaldermünde, welches Kein 
Anemometer besitzt, sowie für Keitum und Memel, da für diese Stationen. das Anemometer neuerdings 
eine andere Aufstellung erhalten hat, und somit die Sturmnorm noch nicht festgestellt werden konnte, 
die Daten der Tage, an welchen. stürmische Winde ‘beobachtet wurden. - ; » 
Durch kursive Ziffern sind allgemein alle Werthe gekennzeichnet, bei deren Ableitung 
interpolirte oder ergänzte Zahlen mitbenutzt werden mulsten. Ä 
Trotz des ungewöhnlich hohen mittleren Luftdruckes, der im Westen 
um fast 9 mm und, sich nach Osten. hin. verringernd, hier noch um 2 mm über 
dem vieljährigen Mittel lag, charakterisirte sich der Januar durch eine im Mittel 
ziemlich gleichmäfsig um 1'% bis 2° über der Normalen liegende Temperatur. 
Entsprechend war die mittlere Bewölkung, und zumal erheblich im ‚Westen, zu 
hoch, und blieben die Niederschläge hinter den vieljährigen Werthen meist um 
Vieles zurück, ausgenommen in Memel. Die: registrirte Windgeschwindigkeit 
blieb an der Nordsee unter der normalen, überstieg diese aber an. der mittleren 
Ostseeküste. © 
Am Morgen des 1. herrschte ostwärts der Oder noch strenge Kälte, doch 
bewirkte das Herumgehen des Windes nach SW hier schnelle Abnahme: des 
Frostes, indem die Morgentemperaturen vom 1. zum 2. in Memel um 18°, vom 
2. zum 3. in Neufahrwasser um 13° und in Rügenwaldermünde um 11° anstiegen: 
In der Folge schwankten die Morgentemperaturen westwärts der Oder um kleine, 
ostwärts derselben um größere Beträge um eine ziemlich gleibleibende und vön 
Null Grad wenig verschiedene Mittellage hin und her; als zumal grofse Schwankung 
verdient aus dieser Zeit für Memel ein Sinken um 15° zum 27. und Steigen von 
13° zum 18. Januar hervorgehoben zu werden. Hier erreichte auch die durch: 
schnittliche Aenderung. der Temperatur in 24 Stunden: am Morgen und Abend 
im Monatsmittel den erheblichen Betrag von 4!/2° und in Neufahrwasser und 
Swinemünde am Morgen noch 3,3° bezgl. 3,0°, während sie im Westen der Oder 2° 
nicht überstieg. Wie die Tabelle zeigt, sank die Temperatur an der Nordsee und 
westlichen Ostsee nicht unter — 5°, und wurden niedrigere Temperaturen ‚auch 
an der östlichen Ostseeküste, aufser am 1. und 2., nur noch vereinzelt am.18.; 
27. und 28. erreicht. Die Morgentemperaturen lagen vom 3. bis 8., 11. .bis 14.; 
16. bis‘ 26. und: 29. bis 31., also an 24 Tagen, fast durchweg über den normalen, 
meist darunter nur an 6 Tagen, nämlich am 1., 2., 9., 10., 27. und 28. ; 
Sehr ergiebige Niederschläge, in 24 Stunden (von 8° a bis 8* a gerechnet) 
20mm übersteigend, wurden an den Signalstellen und Normal-Beobachtungsstationen 
nicht beobachtet, doch waren geringe Niederschläge häufig. Niederschlagsreiche 
Tage, an denen über gröfserem Gebiet an wenigstens. der Hälfte der Stationen 
1 mm Niederschlag eintrat, waren der 2. für die ganze Küste,. der‘ 15: für die 
Nordsee, westliche und mittlere Ostsee, der 16. für die Nordsee und westliche 
Ostsee, der 10. bis 13., 17., 22. und 25. für die Nordsee und der 8. und 14. für 
die östliche Ostsee. Trockene Tage, an denen über gröfserem Gebiet die Mehr- 
zahl der Stationen weniger als 0,2 mm Niederschlag hatte und dieser durchweg 
unter 1 mm blieb, waren der 1., 5., 19., 20., 23. und 27. für die ganze Küste, 
der 8. für das ganze Gebiet westwärts der Oder, der 18. und 29. für die Nordsee, 
westliche und mittlere Ostsee und der 4., 30. und 31. für die Ostsee. 
Heiteres Wetter gröfserer Ausdehnung trat am 1. und 28. an der Ostsee, 
am 8. an der Nordsee, am 9. auf dem Gebiet westwärts der Oder und am 17. 
an der mittleren Ostsee-auf. Weit verbreiteter Nebel herrschte ostwärts der Oder 
nur am 20., 26. und 29,; auf. dem’ übrigen Gebiet am 2. bis 7., 10. bis 12., 14.,
	        
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