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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Deimling: Segelanweisung für die Kamerun-Mündung, 
Im Hafen von Kamerun dagegen ist sandiger Grund, weshalb es sich auch zu 
längerem Liegen empfiehlt, das Schiff zu vermooren. . 
Watten und Sände, Den Ufern sind gröfstentheils Watten vorgelagert, 
welche entweder direkt an erstere sich anschliefsen oder durch einen schmalen 
Kanal von demselben getrennt sind, wie dies z. B. zwischen. Mbenda-Spitze und 
dem Falschen Kap der Fall ist. Die Watten bestehen meistentheils aus Schlick, 
an einigen Stellen findet man jedoch auch Sände, so vor Manoka, bei der Mün- 
dung des Bwape-Krieks und des Mungo-Krieks und an der Nordseite des Hafens 
von Kamerun. 
Gezeitenerscheinungen. Die Gezeitenerscheinungen machen sich bis 
nach Sebaleh von der Wuri-Mündung hinauf in gleicher Weise bemerkbar. Der 
mittlere Fluthwechsel beträgt 2 m bei einer Stromgeschwindigkeit von 2 bis 3 Sm. 
Die Hafenzeit ist für Kap Kamerun 5'/a*, für den Hafen von Kamerun 6*. Durch 
heftige Regengüsse wird die Fluth bisweilen um zwei Stunden verzögert, und 
erreicht der Ebbstrom dann häufig eine Geschwindigkeit von über 3 Sm, während 
der Fluthstrom sich kaum bemerkbar macht. 
Witterungsverhältnisse. Das Klima ist ein subtropisches. Die 
trockene Zeit fällt in die Monate Dezember bis März, während die Regenzeit 
von Ende Mai bis September dauert. Dazwischen liegen die Uebergangszeiten, 
die reich an heftigen Gewittern und Tornados sind. In der trockenen oder 
heifsen Zeit kommen namentlich in den Morgenstunden ziemlich häufig Nebel 
und unsichtige Luft vor, in den Uebergangszeiten sowie an den regenfreien 
Tagen der nassen Jahreszeit ist die Luft meist sehr klar und sichtig. In den 
Nachmittagsstunden setzt fast regelmäfsig Seebriese aus WSW bis SW mit 
Stärke 2 bis 4 ein, während die nur äufserst schwache Landbriese meist aus NE 
in den Morgenstunden weht. ‚Auch ist auf das regelmäfsige Einsetzen derselben 
nicht zu rechnen, 
Baken und Betonnung.‘) In der Kamerun-Mündung sind folgende Baken 
errichtet: - 
1. Nahe bei der inneren Ecke des Kaps Kamerun ist eine 22 m hohe 
Bake in Form eines Obelisken errichtet; dieselbe ist weiß gestrichen und liegt in 
3° 54,3‘ N-Br und 9° 29,1‘ O-Lg. 
2. An der inneren Ecke des Kaps Kamerun steht eine 10 m hohe weiße 
Pyramidenbake, deren geographische Koordinaten sind: 3° 54,4‘ N-Br, 9°29,2‘O-Lg. 
3. Auf Suellaba ist eine ca 14 m hohe Pyramidenbake mit Rhombus als 
Toppzeichen gebaut; sie steht an der Waldkante ca 300 m ab von der äufsersten 
Spitze der Halbinsel in 3° 50,7‘ N-Br und 9° 31.9‘ O-Lg und ist röthlich-weifßs 
gestrichen. 
4. Manoka-Bake, auf der gleichnamigen Halbinsel errichtet, ist eine 13 m 
hohe Pyramidenbake mit einem roth-weifs-rothen Cylinder als Toppzeichen. Die 
Bake selbst ist weils gestrichen und liegt in 3° 51,7 N-Br und 9° 37,1‘ O-Lg. 
5. Vor der Mianju-Spitze ist auf dem Watt eine eiserne Caissonbake er- 
baut. Dieselbe ist eine weils gestrichene Pyramidenbake mit einem weiß-roth- 
weißsen Cylinder als Toppzeichen, welcher ca 9 m über Niedrigwasser sich erhebt. 
Geographische Koordinaten: 3° 57,5‘ N-Br, 9° 32,2‘ O-Lg. 
6. Auf dem der Mbenda-Spitze vorgelagerten Watt ist eine ebensolche 
Caissonbake errichtet, deren Toppzeichen aus einem weiß und rothen Dreieck 
(Farben stehen auf und nieder) besteht. Die Mbenda-Bake liegt in 3° 57,6‘ N-Br 
und 9° 37,8 O-Lg. 
7. Ferner ist bei Mukalatanda eine Caissonbake mit einem mit der Spitze 
nach unten gekehrten Dreieck als Toppzeichen. Der Bretterbelag ist, wie bei 
den vorstehenden Baken, weiß gestrichen. 4° 0,4 N-Br, 9° 36,6‘ O-Lg. ; 
8. Bei dem Falschen Kap ist eine niedrige Prickenbake errichtet, Die- 
selbe ist weiß gestrichen. Sie liegt in 3° 59,9 N-Br und 9° 39,3‘ O-Lg. 
9. Auf dem dem Bwape-Kriek vorgelagerten Sand, dem Bwape-Sand, 
steht eine hölzerne Pyramidenbake von 10m Höhe mit einem Stundenglas als 
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3 Gemäfs No. 413 der „Nachr. f. Seef,“ 1895 lagen am 20. Dezember 1894 sämmtliche 
Tonnen auf ihren richtigen Stationen. Die Suellaba-Bake ist nicht mehr vorhanden und soll auch 
nicht ergänzt werden, D. Red.
	        
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