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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1895,
stellen eine von Fahrzeugen bis zu 4 m Tiefgang benutzbare Fahrstrafse nach
dem Nguba na Njan bezw. Bimbia-Flufs her, während der vierte den Modeaka-
Kriek mit der Mokushu-Bucht verbindet. Zwischen Mianju und Mukalatanda
liegt die Modeaka-Bucht, das Mündungsgebiet des Krieks gleichen Namens, sowie
verschiedener Arme des Mungo. Aufser durch den schon erwähnten Mboka-Kriek
wird die Verbindung nach Westen durch eine Anzahl Krieks hergestellt, von
denen jedoch nur der Mokota-Kriek als für größere Fahrzeuge (bis 3 m Tiefgang)
passirbar, der Erwähnung verdient. Auch durch diesen bezw. seine westlichen
Verbindungen, wie Mbagwele-Kriek etc., kann man nach dem Bimbia-Flufß ge-
langen, doch bietet dieser Weg infolge der verschiedenen Windungen keine Ab-
kürzung gegenüber der Fahrt um Mianju und durch den Mikanje-Kriek. Weiter
östlich folgen der Bwape-Kriek und der Mungo-Kriek, welche doch kaum von
Booten passirbar sind; der erstere ist in ca 4 Sm, der letztere vielleicht 6 Sm
von der Mündung an mit Pinassen und ähnlichen Booten befahrbar. Oberhalb
und gegenüber von Hikori mündet der Wuri mit verschiedenen Armen, von
denen speciell der nördliche, bei Sebaleh mündende mit Fahrzeugen bis zu 2,0 m
Tiefgang weit hinauf schiffbar ist und daher die Hauptstrafse des Handels bildet.
Der untere Lauf dieses Wuri-Armes wird auch Mädiba ma Dualla (Wasser der
Dualla) genannt, welchen Namen die Eingeborenen vielfach auch für den oberen
Theil der Kamerun-Mündung bis nach Hikori gebrauchen.
Die Namen der von Süden in der Kamerun-Mündung endigenden Krieks
sind, von Westen beginnend, der Malimba-Kriek, der eine Verbindung zwischen
dem Sannaga und der Kamerun-Mündung bildet und Suellaba von Manoka
trennt, jedoch nur für Kanoes schiffbar ist; ferner der Kwakwa, welcher als
Verbindung mit dem Sannaga von Wichtigkeit ist und in der Regenzeit von
Fahrzeugen bis zu 1 m Tiefgang befahren werden kann. Das Mündungsgebiet
dieser beiden Krieks bildet mit dem des Donga und Lungasi zusammen die
Manoka-Bucht. Weiter östlich münden ferner der Olga-Kriek und der Prisu a
Loba-Kriek, welche jedoch für die Schiffahrt ohne Bedeutung sind.
Tiefenvyerhältnisse. Bei der Ansegelungstonne wechseln die Tiefen
zwischen 8 und 12 m, so dafs das Loth hier keinen Anhalt giebt. Doch schon
2 Sm nordöstlich davon trifft man auf eine ca 1,5 Sm breite Rinne mit mehr
wie 10 m Wasser (Tiefen bis zu 25m). Diese Rinne erstreckt sich in OzN-
Richtung und reicht fast bis zur Linie Mianju-Bake— Manoka-Bake. Nach Kap
Kamerun zu nehmen die Tiefen allmählich ab, während die Südkante dieser
Rinne sehr steil abfällt. Auch sind hier die Tiefen sehr wechselnd. Eine See-
meile NW von Suellaba liegt ein Sand von 0,2 Sm Ausdehnung, der sich durch
starke Brandung scharf markirt; dicht dabei sind 10 m Wasser. Von der er-
wähnten Linie Mianju bis zur Linie Mukalatanda—Falsches Kap bleiben die Tiefen
unter 6 m bei Niedrigwasser Springebbe. Die tiefste Rinne mit 4,5 bis 5 m
verläuft zunächst in NOzNlicher Richtung auf die westliche Ecke von Mukala-
tanda zu und biegt dann auf die Prisu a Loba-Spitze zu nach O!/2N ab. Diese
Rinne hat eine ungefähre Breite von 0,5 Sm. In der Höhe des Falschen Kaps
vertieft sich das Fahrwasser wieder bis auf 6 bis 7 m bei einer anfänglichen
Breite von 0,5 Sm. Es verengt sich jedoch in der Höhe der Prisu a Loba-Bake
bis zu 0,1 Sm Breite. Im Allgemeinen nehmen zu beiden Seiten des Fahrwassers
hier die Tiefen allmählich ab, nur vor dem Bwape-Kriek findet eine plötzliche
Abnahme der Tiefen statt. Dieses Fahrwasser erstreckt sich in NÖzOlicher
Richtung bis vor die Mündung des Mungo-Kriek, hat aber keine Verbindung
von gleicher Tiefe mit dem eigentlichen Hafen von Kamerun. Vor letzterem,
der genügend Wasser und Platz für die gröfsten an dieser Küste verkehrenden
Dampfer hat, liegt eine Barre mit 3 bis 3,5 m Wasser bei Niedrigwasser-Spring-
ebbe in der trockenen Jahreszeit, ist also für gröfsere Dampfer nur bei Hoch-
wasser passirbar. In der Nippzeit werden solche Dampfer besser in der oben
erwähnten Riune etwa in der Höhe der Jofs-Bake ankern, als sich, wie das
häufig geschieht, auf der Barre aufzusetzen, da, abgesehen von der Behinderung
anderer Schiffe beim Passiren der Barre, auch die zum Laden und Löschen ge-
brauchten Leichter und Boote im ersteren Falle den Strom nie direkt von vorn
haben. Im Hafen selbst erstreckt sich eine breite Rinne mit über 6 m Wasser-
tiefe bis etwas nördlich von Hikori. Der Grund besteht im Allgemeinen aus
weicherem Schlick, an einzelnen Stellen ist auf dem Schlick Sand angeschwemmt.