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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Rung’s Atlas der Monats-Isobaren des Nordatlantischen Oceans, 
73 
Es giebt freilich manche Leute, die von Mittelwerthen, wie in dem obigen 
Atlas, nicht viel wissen wollen. Der Grund ist theils in der Art der Karten zu 
suchen, die nicht immer eingehend genug behandelt werden, theils in dem 
Beschauer, der das Ausnutzen solcher Karten noch nicht ernstlich versucht hat. 
Bei aller scheinbaren Leere enthalten die Rung’schen Karten eine Fülle von 
Winken und Andeutungen, die unmittelbar in der Seefahrt Anwendung finden 
und einen Theil der Segelanweisungen ausmachen können. Zum Beweise mögen 
die folgenden Fragen dienen, deren Antworten unmittelbar aus den Karten ab- 
zulesen sind. 
{n welchem Monat und wo kann man auf der Fahrt vom Kanal zur Linie 
am ehesten günstige Nordwinde erwarten, die ohne Unterbrechung in den Passat 
übergehen? (Mai, 46° N-Br. Vgl. „Segelhandbuch des Atlantischen Oceans“, 
Seite 387, 388.) 
Warum empfehlen die Segelhandbücher für dieselbe Fahrt, aufserhalb des 
Passats, im Sommer eine östlichere Route als im Winter? (Weil im Sommer, 
besonders im Juli, das Hochdruckgebiet der Azoren, mit vielen Stillen, sich am 
weitesten nach Osten erstreckt. „Segelhandbuch“, Seite 406.) 
Wann nimmt auf der üblichen Route von der Linie zum Kanal der Ueber- 
gang vom Passat in das Westwindgebiet vermuthlich am meisten Zeit in Anspruch? 
(September; denn dann erstrecken sich kleine Gradienten in 30° bis 40° W-Lg 
innerhalb des Azoren-Hochdruckgebietes verhältnilsmäfsig am weitesten in der 
Richtung der Meridiane.) 
{In welchem Monat ist der Einflufs des Golfstroms auf den Luftdruck und 
das Wetter in seiner Umgebung am geringsten? (August; bei den Bahamas 762, 
auf den Neufundland-Bänken 761 mm.) 
Ein Schiff hat auf der direkten Fahrt vom Kanal nach New York den 
Meridian von Neufundland im Winterhalbjahr ziemlich dicht unter Land erreicht. 
In welchem Monat ist dann die Aussicht auf eine schnelle Beendigung der 
Reise von hier an am besten? (März; geschlossenes Minimum von 758 mm 
südlich von Neu-Schottland und Neufundland, also nördlich davon östliche Winde. 
„Segelhandbuch“, Seite 232.) 
Warum empfehlen die Segelhandbücher für die Ansegelung der nord- 
amerikanischen Häfen im Norden von Kap Hatteras im Winter eine gut nördliche, 
im Sommer eine gut südliche Stellung? (Februar, Nord—$Süd laufende Isobaren 
unter der Küste für Nordwestwinde, Juli, SW—NO laufende Isobaren für Südwinde. 
„Segelhandbuch‘“, Seite 376, 377, 378.) 
Diese und viele ähnliche Fragen finden für den Nordatlantischen Ocean 
in dem Rung’schen Atlas ihre sofortige Antwort, und wenn er auch die 
Segelhandbücher nicht ersetzen kann und will, so bietet er doch eine werthvolle, 
aufserordentlich übersichtliche Zugabe, die nach einigem Studium auch allein 
verwerthbar ist und die weiteste Verbreitung verdient. 
Der bei der schönen Ausführung des Atlas unvermeidlich hohe Preis macht 
as wünschenswerth, dafs diese Monatskarten in.der einen oder anderen Form 
anderweitig leicht zugänglich gemacht würden, denn die in verschiedenen Aus- 
gaben vorhandenen Karten des Januar und Juli allein reichen für viele Zwecke 
entschieden nicht aus. 9) E. K., 
Barca Quebrada und Braxilito am Golf von Papagajo 
an der Küste von Costa Rica.” 
Aus dem meteorologischen Journal des Schiffes „Speculant“, Kapt. OO. KAMPEHL. 
Nahezu 0ON0140 von der nördlichsten in der Karte bei der Capitains- 
Insel verzeichneten Klippe liegen noch zwei andere Klippen unter Wasser, die 
eine 216 m, die andere 432 m (120 und 240 Faden) in dieser Richtung davon 
entfernt, welche gefährliche Untiefen in der amerikanischen Karte „West Coast 
1) Durch Güte des Verfassers des Atlas ist die Redaktion in der Lage, auf Tafel 2 einen 
Probedruck in 1/3 der Originalgröfse beizulegen. 
2) Siehe auch diese Annalen, Jahrg. 1890, S. 517 und 518. 
Ann. d. Hydr. etec., 1895, Heft II.
	        
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