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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Bemerkungen über die Aden-Cyklone vom Jani 1885. 
Bemerkungen 
zu dem zweiten Berichte des Herrn Vice-Admirals Clou 
über die Aden-Cyklone vom Juni 1885. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Ein Bericht der Deutschen Seewarte über diesen Orkan ist im Jahrgang 
1886 dieser Annalen erschienen. In den Separatabdrücken hiervon sind auch 
die bedeutenden Nachträge mit der Darstellung verwoben, welche durch den 
Empfang der Abhandlung des Vice-Admirals Cloue€ nöthig wurden, .die erst 
während der Drucklegung hier einlief. In der „Revue Maritime et Coloniale“ 
Bd. 93, S. 177—214, hat Herr Clou den Bericht der Seewarte zum Gegen- 
stande einer weiteren Mittheilung gemacht, worin er die Punkte, in welchen 
dieser Bericht von dem seinigen abweicht, einer eingehenden Erörterung unter- 
zieht. Diese Differenzen entspringen theils aus der Dürftigkeit und Unvereinbar- 
keit der vorhandenen Nachrichten über die Thatbestände, theils aus einer Ver- 
schiedenheit der Ausgangspunkte und Methoden, In beiden Hinsichten dürfte 
eine kurze Betrachtung derselben für den Ausbau dieses Theileze der Meteoro- 
logie lehrreich sein. 
Thatsächlich sind die vorhandenen Nachrichten über diesen Orkan theil- 
weise widersprechend, so dafs man unvermeidlich einige als falsch verwerfen 
muf. Welchen der Vorzug zu geben ist, mufs natürlich durch eine Kritik der 
Quellen entschieden werden; naturgemäfs mufs dabei jeder Forscher denjenigen 
Berichten, welche ihm im Original vorliegen, unter sonst gleichen Umständen 
ein gröfseres Gewicht geben, als solchen, welche ihm nur.aus zweiter oder 
dritter Hand bekannt sind, und für deren Prüfung er daher weit weniger 
Anhaltspunkte hat. Die Resultate verschiedener Untersuchenden werden deshalb 
etwas verschieden ausfallen, Solche nächstliegende Stützpunkte waren für die 
Seewarte die Berichte der Dampfer „Donar“, dessen Kapitän ein reguläres 
meteorologisches Journal für die Seewarte führte, „Zriton“, dessen Kapitän 
schriftlich und mündlich der Seewarte Bericht gab, und „Asia“, dessen Bericht 
in voller Abschrift ihr mitgetheilt wurde. 
Allein wichtiger als der Unterschied im benutzten Material ist derjenige 
in der Methode der beiden Untersuchungen. Herr Clou untersucht in sehr 
sorgfältiger Weise nach dem Muster der berühmten Cyklonenforscher der 40-er 
Jahre die Windangaben der einzelnen Schiffe und sucht die Mehrzahl derselben 
durch schematische Figuren darzustellen, welche, so viel wir verstehen können, 
die wahrscheinliche Gestalt der Cyklone vorführen sollen, wie sie über diese 
Schiffe hinwegging; solche Diagramme werden für die „Rouen“, den „Fabert“, 
den „Newcommen“, den „Donar“, die „Inchulva“, Aden, die „Bacchante“ und 
den „Duke of Devonshire“, den „Columbian“ . und (im zweiten Aufsatze) den 
„Mergui“ geliefert. Diese Diagramme bestehen vorzugsweise aus ungefähr 
koncentrischen Kurven von mehr oder weniger spitzer Eiform, zu denen die 
eingezeichneten Windrichtungen des betreffenden Schiffes mit seltonen Aus- 
Dahmen tangential liegen. Ueber den Sinn dieser Kurven finden wir in beiden 
Aufsätzen keine Angabe. Es scheint indessen: klar, dafs. sie auf der Voraus- 
setzung beruhen, die Luft beschreibe um das Centrum in horizontalem Sinne 
geschlossene Kurven, und dafs sie also gleichzeitig Windbahnen und Isobaren 
darstellen sollen. Seit den ähnlichen Arbeiten von Reid, Piddington u.s. W. 
bat aber die Untersuchung der atmosphärischen Bewegungen eine neue, weit 
festere Basis erhalten durch die Darstellung der gleichzeitigen Beobachtungen 
verschiedener Orte auf sogenannten synoptischen Karten, und durch diese Me- 
Ihode hat die damals noch kaum aufdämmernde Keunntnifs der Stürme der ge- 
mäfsigten Zone jene der tropischen bei Weitem überflügelt, Zunächst war dieses 
für das Land der Fall, jetzt aber liegen synoptische Karten auch vom Nord- 
atlantischen Ocean für einige Tausende von Tagen gedruckt vor und solche 
vom Südatlantischen Ocean für ein Jahr in Handschrift. 
Es ist nun an der Zeit, die aus gemäfsigten Breiten gewonnenen Erkennt- 
nisse und die dort erprobten Methoden auf das Studium der Erscheinungen der 
Tropen anzuwenden, so weit das spärliche Material dies gestattet, auf diese
	        
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