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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1895, 
der Lichtstärken das Verhältnifs 1,000 Vereins-Kerzen = 0,1323 Carcel zu 
Grunde gelegt. 
Vergleicht man die Lage des durch Beobachtungen gefundenen Punktes II, 5 
in Fig. 4 mit dem entsprechenden Punkte der Kurve, so findet man, dafs die 
beobachtete Größe zu der abgeleiteten sich verhält wie 39: 68, während der 
analoge Vergleich des Punktes II, 6 die Zahlenwerthe 65 und 77 ergiebt. 
Da keinerlei Grund vorhanden ist, der uns veranlassen könnte, die be- 
treffenden Beobachtungen für minderwerthige zu halten, so ergiebt sich die 
Unmöglichkeit, zwischen diesen Punkten einen ınittleren Werth anzunehmen. 
Denn es ist bei allen dergleichen Verfahren doch die Bedingung zu stellen, dafs 
Abweichungen, welche nicht auf besonderen Zufälligkeiten beruhen, noch inner- 
halb derjenigen Grenzen liegen müssen, deren Innehaltung unerläfsliche Vor- 
bedingung ist, wenn anders wissenschaftliche Folgerungen noch praktischen Werth 
behalten sollen. 
Zu einem wesentlich anderen Resultat gelangen wir aber, wenn wir die 
Beobachtungen in zwei Gruppen zerlegen, je nachdem diese von den Feuerschiffen 
(Stationen 3, 4 und 5) oder von den unbeweglichen Beobachtungspunkten 
„Wangerooge-Leuchtthurm“ und „-Strand“, „Rother Sand-Leuchtthurm“ (Stationen 1, 
2 und 6) gemacht wurden. 
Unterscheiden wir diese dadurch voneinander, dafs wir die Scheibchen, 
welche die der zweiten Gruppe angehörigen Resultate wiedergeben, in beiden 
Figuren schraffiren, die anderen aber weifs lassen, so finden wir leicht zunächst 
aus Fig. 4, dafs, mit der einen Ausnahme des Punktes I, 1, sämmtliche 
übrigen schraffirten Punkte in oder rechts der nach Allard gezogenen 
Kurve, alle übrigen aber links derselben liegen. 
Die Ausnahme rührt von der Station „Wangerooge-Leuchtthurm“ her, Sie 
kommt deswegen nicht sehr in Betracht, einmal weil die Abweichung nur gering 
ist, dann weil die Procentzahl über 90 beträgt, wo bei der Steilheit der Kurve 
kleine Abweichungen wesentlichen Einflufs erhalten, und schließlich, weil hier 
zufällige oder örtliche Verhältnisse, z. B. die Höhe des Beobachters über Wasser 
(30,7 bis 34 m), recht wohl auf die Resultate einigen Einflufs gehabt haben 
können. Wir brauchen dieser Abweichung deswegen ein besonderes Gewicht 
nicht beizulegen. 
Unter Benutzung der übrigen Punkte der beiden Gruppen ziehen wir nun 
zunächst die Kurven ZY und ZW. Kurve ZY geht durch den gröfsten Theil 
der durch die Beobachtungen erhaltenen Punkte, die Abweichungen von der 
Kurve ZW hbetragen nur an einer Stelle etwas über 10°%o. 
Anderen einen Dienst zu leisten, wenn ich aus des „Ingenieurs Taschenbuch“, herausgegeben vom 
Verein Hütte 1893, Band II, Seite 547, eine Umrechnungstabelle mit dem Bemerken hier hersetze, 
dafs ich die darin mitgetheilten Werthe für die bis jetzt zuverlässigsten halte. 
Tabelle zur Vergleichung der Normalflammen verschiedener Länder. 
Carecellampe 
1,000 
9,134 
0,132 
0,109 
EnglischeSpermaceti- 
Kerze, Flammen- 
häha — 445 mm 
7,435 
1,000 
0,977 
0,815 
Deutsche Vereins- 
Kerze (Paraffin) 
7,607 
1,023 
1,000 
0,833 
Amyl- Acetat-Lampe 
„Hefner-Licht“ 
9,128 
1,228 
1,200 
1,000 
Ich bemerke hierbei, dafs nach den Erfahrungen Aller, welche sich mit dieser Angelegenheit 
ernstlich beschäftigt haben, die Stärke der beiden Arten Normalkerzen, selbst unter günstigen 
Umständen, um mehrere Procente schwankt, und dafs dieser Mangel besonders durch die Unter- 
suchungen der physikalisch-technischen Reichsanstalt unwiderleglich festgestellt ist. 
Mit der Carcellampe steht es noch schlimmer, da deren Lichtstärke bei Verwendung ver- 
schiedenen Oeles, ungleichmäfsigen Verbrauchs desselben, verschiedenen Zustandes des Dochts etc, etc. 
wesentlichen und starken Abweichungen von der Normalstärke unterworfen ist. 
Dagegen hat man in der „Hefner Lampe“ eine praktisch durchaus brauchbare, genau zu 
definirende und, bei einigermafsen, angemessener Behandlung, nur in sehr engen Grenzen schwankende 
Lichteinheit gefunden, deren Zuverlässigkeit nach sehr gründlichen und umfassenden Vergleichungen 
unter sich und mit anderen Lichtquellen (vgl. u. A, „Zeitschrift für Instrumentenkunde“, 3895. 
Seite 257) nunmehr nach jeder Richtung hin erwiesen ist.
	        
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