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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Mensing: Versuche mit Gastonnen in der Aufsenjade. 
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ist, so würde unter sonst gleichen Verhältnissen ihre Sichtweite wie V2:1 oder 
wie 1,26 : 1 sich verhalten müssen. Wenn dies nicht der Fall gewesen zu sein 
scheint, worauf auch andere Erscheinungen hinweisen, so wird dies zurückzuführen 
sein 1. vor Allem auf die Ablagerung einer Salzschicht auf dem Linsensystem, 
verursacht durch die Spritzer, welche wegen ihrer starken Bewegung besonders 
häufig waren, und von denen ein jeder etwas. Salz zurückliefs; 2, auf die starke 
Bewegung der Tonne; 3. auf der vorher erwähnten Beschädigung des Glaskörpers. 
Jedenfalls ist eine Verminderung der Leuchtkraft dieser Laterne eingetreten, 
welche durch äußere Gründe veranlafst sein dürfte. Diese Verminderung setzte 
ihre Leuchtkraft ungefähr auf die der kleinen Laterne herab, und ist es uns 
deshalb gestattet, die Leuchtkraft sämmtlicher Laternen als ungefähr gleich- 
werthig anzusehen und dieselben ohne Weiteres miteinander zu vergleichen. 
Graphische Darstellung der Ergebnisse der Versuche. 
Um aus der mitgetheilten Zusammenstellung die für den praktischen 
Gebrauch erforderlichen weiteren Werthe zu entwickeln, berechnen wir zunächst 
aus den erhaltenen Summen die procentuale Sichtbarkeit der Tonnenfeuer, d. h. 
die Anzahl von Fällen, in welchen die Feuer der Wahrscheinlichkeit nach „gut 
sichtbar“ oder überhaupt, wenn auch nur schwach „sichtbar“ gewesen wären, wenn 
man dieselben 100 mal beobachtet hätte. Die errechneten Resultate sind in der 
folgenden Tabelle zusammengestellt. ; 
Zusammenstellung der bei den Versuchen gefundenen procentualen Sichtbarkeit der Tonnen. 
No. 
Beobachtungsstationen 
Wangerooge-Leuchtthurm 
Wangerooge-Strand 
Feuerschiff „Weser“ 
Feuerschiff „Aufsenjade“ 
Feuerschiff „Minsener Sand“ 
Rother Sand-Leuehtthurm 
Tonne I 
Distanz | 
gut |. 
sicht- sicht. 
har bar 
2,05 Sm 
1,65 
7 
5,35 
58 
6,5 
80,3 
89,6 
(5 
3,8 
‚0 
3.9 
90,8 
97,0 
11,8 / 
25,4 
1,6 
85.9 
Tonne IT 
| gut |. 
Distanz sicht-| sicht- 
har bar 
2,5 Sm 
2,2 1m 
7.15 
3,7 , 
51 
5,3 
84,1 94,5 
0,0! 12 
35| 77,1 
12,0 | 39,6 
383 | 713 
+ 
x 
Tonne UI i 
. ut | 
Distanz | Sicht- sicht- 
bar bar 
465m — — 
45 47,5 | 84,5 
90 | Q0| 0 
13° | 87,8| 94,6 
3,05 „ | 32,1 | 68,7 
34 . | 76,5| 89,8 
Um aus diesen Daten auf graphischem Wege die gültige Regel ableiten 
zu können, tragen wir sie in einen Gitterbogen ein, und zwar so, dafs einmal 
nur die Fälle zur Darstellung gelangen, in welchen die Feuer „gut sichtbar‘ 
waren (Fig. 3), und ein anderes Mal alle Fälle, in welchen sie überhaupt gesehen 
wurden, also „sichtbar“ waren (Fig. 4). 
_ Betrachten wir die Lage der so erhaltenen Punkte, so scheint es zunächst, 
als ob diese so zerstreut lägen, dafs das Ziehen einer Kurve, welche anstandslos 
als eine Repräsentantin der mittleren Werthe der Beobachtungen augesehen 
werden könnte, fraglich erscheint. 
Um einen Vergleich mit. anderen Angaben zu haben, tragen wir nun in 
die entsprechende Figur 4 die Kurve ein, welche der Sichtbarkeit eines Lichtes 
von 25 Vereins-Kerzen Stärke unter den an dem französischen Ocean-Ufer im 
Jahresdurchschnitt zu erwartenden Verhältnissen entspricht. 
Die Elemente zur Konstruktion der Kurve sind den mafsgebenden 
französischen Autoritäten!) entnommen, und ist bei der erforderlichen Umrechnung 
1) Es ist dies in der Weise geschehen, dafs zunächst aus dem Werke Allard,.E., „Les 
Phares, Histoire, Construction, L’E’clairage“, Paris 1889, Seite 284, Tabelle No. 4, der A, {5-0 
bis 44 der Gesammtzeit entsprechende Koeffizient a unter der Voraussetzung entnommen wurde, . dafs 
das Sichtigkeitsverhältnifs der Luft.in der Aufsenjade. dem der Gesammt-Oceanküste Frankreichs 
entspräche, mithin um ein Geringes besser wäre als das des nördlichen Theiles der‘ französischen 
Kanalküste, 
Mit dem gefundenen Werthe und der Lichtstärke von 3,3 Carcels = 25 Vereins-Kerzen sind 
dann die entsprechenden. Sichtweiten der Tafel 18 genannten Werkes entnommen, und schliefslich 
noch die Kilometer in Seemeilen (Sm) umgerechnet (1 Sm == 1852,0 m). 
Da das Verhältnifs,. in welchem die deutsche Vereins-Kerze zu anderen fremdländischen 
Normalflammen steht, noch immer nicht einwandfrei ermittelt ist, so glaube ich, dem. Einen oder
	        
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