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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Mensing: Versuche mit Gastonnen in der Aufsenjade, 
49 
56 Vereins-Kerzen, also das 9,33fache der nackten Flamme. Bei der Anwendung 
eines Argand-Brenners, mit einer Lichtstärke von 7. Vereins-Kerzen, kann die 
Lichtstärke des Apparates auf 84 Vereins-Kerzen, also auf das Zwölffache der 
nackten Flamme, gebracht werden. Durch die Rothfärbung des Lichtes wird die 
Leuchtkraft des Apparates auf 26 Kerzen, d. h. auf 31°, bei Anwendung blauen 
Glases, wodurch selbstverständlich grünes Licht erzeugt wird, auf 16 Kerzen 
oder auf 19°%o0 der vollen Stärke reducirt, . ; 
Tonne I war mit einem ähnlichen Blitzlicht- Apparat wie Tonne .III 
versehen, der so eingestellt war, dafs 6 bis 7 Blitze in der Minute gezeigt 
werden sollten. 
B. Die Beobachtungen. 
Die Anzahl der Beobachtungsstationen, ihre Namen und die Entfernungen 
von den beobachteten Tonnen sind aus der nachstehenden, Zusammenstellung zu 
ersehen: 
Gr 
R 
Name der Station 
Waugerooge-Leuchtthurm 
Wangerooge-Strand 
Feuerschiff „Weser“ 
Feuerschiff „Aufsenjade“ - 
Feuerschiff „Minsener Sand“ 
Rother Sand-Leuchtthurm 
Tonne I 
2,05 Sm 
1,65 » 
5,71 » 
5,35 
68 
6,5 
Tonne U 
2,5 Sm 
22 
7,15. 
37 
514 
5,33. 
Tonne IN 
4,6 Sm 
45 
9,0. 
13 
3,05. 
84 
Als Beobachter auf diesen Stationen dienten durchweg mit dem Seewesen 
vertraute Männer: Führer und Steuerleute von Feuerschiffen, Lootsen, Leuchtfeuer- 
wärter und erfahrene, zuverlässige Matrosen. Alle waren im Beobachten von 
Feuern geübt, und entsprach ihre Sehkraft der von normalsichtigen Seeleuten. 
Der Werth der Beobachtungen ist demnach auf allen Stationen als ein 
gleich hoher anzunehmen, 
Gegenstand der Beobachtungen waren: 
ll. Wind und Wetter, Seegang. 
2, Stellung der Tonnen im Wasser: a) bei Fluth; b) bei Ebbe. ; 
3. Bewegung der Tonnen und Einflufs dieser auf die Möglichkeit, die ver- 
schiedenen Feuer voneinander zu unterscheiden, \ 
4. Sichtbarkeit der Tonnenfeuer., 
5. Sichtbarkeit der permanenten Nachbarfeuer. ; 
6. Wie sich die Tonnen a) von der auflaufenden See, b) bei Tage von- 
einander unterschieden. 
Die Gleichmäfsigkeit der Beobachtungen und des Formellen der Eintragungen 
war durch Vertheilung von Vordrucken und von einer Instruktion sichergestellt. 
Das Zusammenstellen der Ergebnisse wurde hierdurch sehr erleichtert, 
Die Beobachtungen wurden alle zwei Stunden angestellt und eingetragen, 
Die Versuchstonnen sowie die Nachbarfeuer wurden dabei jedesmal 5 Minuten 
lang beobachtet. ; 
Aufser diesen regelmäfsigen Beobachtungen konnte noch eine Reihe 
anderer verwandt werden, welche von Schiffen und Fahrzeugen der Kaiserlichen 
Marine beim Ein- und Auslaufen gemacht wurden. Unter diesen sind die von 
S. M. SS. „Beowulf“ und „Albatross“, sowie die von dem Lootsendampfer „Wil- 
helmshaven“ gemachten von besonderem Werthe. ; 
1. Wind und Wetter, Seegang. 
Das Wetter war im Allgemeinen so, wie man es zu der in Frage 
kommenden Jahreszeit und an dieser Küste zu erwarten hatte. Eine Windstärke 
von 7 oder mehr wurde auf Wangerooge-Leuchtthurm an sieben Tagen, ‚auf 
„Aufsenjade“ einmal beobachtet. Im Allgemeinen war auf den verschiedenen 
Beobachtungsstationen das Wetter das gleiche, wie das bei der geringen räum- 
lichen Ausdehnung desselben zu erwarten war. 
Ann. dä. Hydr. otc., 1995, Heft II,
	        
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