Mensing: Versuche mit Gastonnen in der Aufsenjade,
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56 Vereins-Kerzen, also das 9,33fache der nackten Flamme. Bei der Anwendung
eines Argand-Brenners, mit einer Lichtstärke von 7. Vereins-Kerzen, kann die
Lichtstärke des Apparates auf 84 Vereins-Kerzen, also auf das Zwölffache der
nackten Flamme, gebracht werden. Durch die Rothfärbung des Lichtes wird die
Leuchtkraft des Apparates auf 26 Kerzen, d. h. auf 31°, bei Anwendung blauen
Glases, wodurch selbstverständlich grünes Licht erzeugt wird, auf 16 Kerzen
oder auf 19°%o0 der vollen Stärke reducirt, . ;
Tonne I war mit einem ähnlichen Blitzlicht- Apparat wie Tonne .III
versehen, der so eingestellt war, dafs 6 bis 7 Blitze in der Minute gezeigt
werden sollten.
B. Die Beobachtungen.
Die Anzahl der Beobachtungsstationen, ihre Namen und die Entfernungen
von den beobachteten Tonnen sind aus der nachstehenden, Zusammenstellung zu
ersehen:
Gr
R
Name der Station
Waugerooge-Leuchtthurm
Wangerooge-Strand
Feuerschiff „Weser“
Feuerschiff „Aufsenjade“ -
Feuerschiff „Minsener Sand“
Rother Sand-Leuchtthurm
Tonne I
2,05 Sm
1,65 »
5,71 »
5,35
68
6,5
Tonne U
2,5 Sm
22
7,15.
37
514
5,33.
Tonne IN
4,6 Sm
45
9,0.
13
3,05.
84
Als Beobachter auf diesen Stationen dienten durchweg mit dem Seewesen
vertraute Männer: Führer und Steuerleute von Feuerschiffen, Lootsen, Leuchtfeuer-
wärter und erfahrene, zuverlässige Matrosen. Alle waren im Beobachten von
Feuern geübt, und entsprach ihre Sehkraft der von normalsichtigen Seeleuten.
Der Werth der Beobachtungen ist demnach auf allen Stationen als ein
gleich hoher anzunehmen,
Gegenstand der Beobachtungen waren:
ll. Wind und Wetter, Seegang.
2, Stellung der Tonnen im Wasser: a) bei Fluth; b) bei Ebbe. ;
3. Bewegung der Tonnen und Einflufs dieser auf die Möglichkeit, die ver-
schiedenen Feuer voneinander zu unterscheiden, \
4. Sichtbarkeit der Tonnenfeuer.,
5. Sichtbarkeit der permanenten Nachbarfeuer. ;
6. Wie sich die Tonnen a) von der auflaufenden See, b) bei Tage von-
einander unterschieden.
Die Gleichmäfsigkeit der Beobachtungen und des Formellen der Eintragungen
war durch Vertheilung von Vordrucken und von einer Instruktion sichergestellt.
Das Zusammenstellen der Ergebnisse wurde hierdurch sehr erleichtert,
Die Beobachtungen wurden alle zwei Stunden angestellt und eingetragen,
Die Versuchstonnen sowie die Nachbarfeuer wurden dabei jedesmal 5 Minuten
lang beobachtet. ;
Aufser diesen regelmäfsigen Beobachtungen konnte noch eine Reihe
anderer verwandt werden, welche von Schiffen und Fahrzeugen der Kaiserlichen
Marine beim Ein- und Auslaufen gemacht wurden. Unter diesen sind die von
S. M. SS. „Beowulf“ und „Albatross“, sowie die von dem Lootsendampfer „Wil-
helmshaven“ gemachten von besonderem Werthe. ;
1. Wind und Wetter, Seegang.
Das Wetter war im Allgemeinen so, wie man es zu der in Frage
kommenden Jahreszeit und an dieser Küste zu erwarten hatte. Eine Windstärke
von 7 oder mehr wurde auf Wangerooge-Leuchtthurm an sieben Tagen, ‚auf
„Aufsenjade“ einmal beobachtet. Im Allgemeinen war auf den verschiedenen
Beobachtungsstationen das Wetter das gleiche, wie das bei der geringen räum-
lichen Ausdehnung desselben zu erwarten war.
Ann. dä. Hydr. otc., 1995, Heft II,