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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Annalen der Hydragraphie und Maritimen Meteorologie, Februar 1895. 
weifsen Lichtes: 25 Vereins-Paraffin-Kerzen 
des | rothen Lichtes: 6 % # 
grünen Lichtes: 6 » B » 
Sowohl die rothe als auch die grüne Färbung des Lichtes verringert dem- 
nach die Leuchtkraft bei den von Herrn Pintsch gewählten Gläsern auf etwa 
ein Viertel, und ist deshalb bei diesen Versuchen von der Verwendung farbiger 
Laternenfeuer überhaupt Abstand genommen, 
In welchem Maße die Leuchtkraft des Apparates bei Neigung der Laterne 
abnimmt, darüber können ziffermälsige Angaben nicht gemacht werden. 
Eine dieser Tonnen, welche ein festes weifses Feuer zeigte, lag auf Station II 
in 53° 48,8‘ N-Br und 7° 51,1‘ O-Lg auf Sandboden, in welchem Ankerblöcke 
erfahrungsmälsig bald ziemlich tief versanden. 
Die zweite Tonne dieser Art lag auf Station III auf ähnlichem Anker- 
grunde in 53° 48,8‘ N-Br und 8° 1,3‘ O-Lg. Ihr Blitzlicht-Apparat arbeitete in 
der Weise, dafs das aus dem Vorrathskessel strömende Gas selbstthätig ein 
Ventil bewegt, welches das zum Leuchtbrenner führende Gasrohr ‚periodisch 
öffnet und absperrt. Beim Oeffnen entzündet sich das aus dem Brenner strömende 
Gas an einer dauernd brennenden Zündflamme. Das Licht zeigt sich demgemäfs 
als Blitzlicht mit Blitzen von verschieden einzustellender Länge, welchen Dunkel- 
pausen von gleicher Länge folgen. In diesem Falle war der Apparat so ein- 
gestellt, dafs in der Minute 9 bis 10 etwa 3 Sekunden lange Blitze gezeigt 
werden sollten. 
En 
2. Die Doppelkonus-Tonne (vgl. Fig. 2). 
Obgleich über die aufrechte Stellung der Stieltonnen 
früher Klagen nicht laut geworden waren, so wurde 
doch von sehr beachtenswerther Seite die Ansicht aus- 
gesprochen, dafs die Tonnen in dieser Beziehung noch 
zu wünschen übrig liefsen. 
Es wurde deswegen eine dritte Tonne von 
10 cbm Inhalt nach einem Modell beschafft, welches, 
soweit hier bekannt, an den Küsten der Niederlande 
und in den dänischen Gewässern die volle Anerkennung 
der betreffenden kompetenten Behörden gefunden hat. 
Der Tonnenkörper wird bei diesem durch zwei mit 
ihren Grundflächen gegeneinander gekehrte Hohlkegel 
gebildet, welche durch einen Hohleylinder miteinander 
verbunden werden. Von der Pintsch’schen Fabrik 
werden sie als Doppelkonus-Tonnen bezeichnet, und 
ergiebt sich ihre äußere Form aus der Fig. 2, Zur 
Sicherung der aufrechten Stellung der Tonne im Wasser 
dienen in diesem Falle nicht allein die aus der Form 
der Tonne in Verbindung mit der eigenthümlichen 
Aufhängungsart der Kette sich ergebenden Verhält- 
nisse, sondern auch ein Gegengewicht (G) von etwa 
1500 kg Schwere. 
Die Tonne lag in 11 m Wassertiefe auf Station I 
in 53° 495 N-Br und 7° 54,6‘ O-Lg. Ankergrund, 
Ankerkette und Ankerblock waren dieselben wie 
bei Tonne II. Die Kette war jedoch an einem Bügel 
{B} befestigt, welcher sich um zwei Schildzapfen 
dreht, deren Rotationsachse 120 m über dem System- 
schwerpunkt und 190 m über dem Deplacementsschwerpunkt liegt. Wie hier 
gleich bemerkt sein möge, machen die Schildzapfen das Hantiren mit den Tonnen 
m Seegange recht unbequem, so dafs nach unserer Ansicht schon aus diesem 
Grunde das Modell „Stieltonne“ bei der Verwendung auf dem Seegang ausgesetzten 
Stationen einen wesentlichen Vortheil besitzt. Die Tonne hatte einen Durch- 
messer von 2,680 m, eine Fokalhöhe von 3,770 m, einen Tiefgang voh 2,350 m 
und ein Gesammtgewicht exkl. Laterne und Kette von 5400 kg. 
Die Tonne trug eine Laterne „Grofses Modell“ mit einem Linsenapparat 
von 300 mm Durchmesser. Der Fünf-Loch-Brenner‘ dieser Tonne besitzt eine 
Lichtstärke von 6 Vereins-Kerzen. Die Lichtstärke des Apparates beträgt
	        
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