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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Mensing: Versuche mit Gastonnen in der Anfsenjade, 
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Letzteres somit als festes Feuer mit Blinken oder als Blinkfeuer erscheinen, 
wodurch eine Verwechselung mit ähnlich charakterisirten Tonnen erleichtert wird. 
6. Es war schliefslich gleichfalls bekannt, daß die Gastonnen einem Eis- 
gange, wie er in der Jade im Winter aufzutreten pflegt, nicht ausgesetzt werden 
dürfen und deshalb jährlich eingezogen werden müssen. Dies ist ein Nachtheil, 
welchen sie in gewissem Maße allerdings mit den Feuerschiffen gemein haben. 
Da aber das Aufnehmen der Leuchttonnen unbedingt ruhige See erfordert, so 
müssen diese eingezogen werden, sobald Eisgang in Aussicht steht, wogegen die 
Feuerschiffe so lange liegen bleiben können, bis schwerer Eisgang wirklich ein- 
getreten ist. 
Wie vorher erwähnt, herrschte darüber kein Zweifel, dafs diese Uebel- 
stände vorhanden waren. Aber sind diese in der That so weittragende, dafs man 
von der Verwendung von Gastonnen überhaupt absehen mufs, sobald es sich darum 
handelt, sie, statt zur Bezeichnung einzelner Punkte von minderer Wichtigkeit, 
auch zur Lösung weiter gehender Aufgaben zu verwenden? Hatte man die Hoffnung 
des Gelingens eines dahin gehenden Versuches ohne Weiteres aufzugeben, wenn 
die schlimmste Stelle des Wangerooger Fahrwassers, die Station der Tonne 4, seit 
Jahren durch eine solche Leuchttonne mit gutem Erfolge bezeichnet war, wenn 
das französische Seebezeichnungswesen, welches mit vollem Rechte als eines der 
ersten der Welt gilt, es für vortheilhaft erachtet hat, das auf offener See an 
wichtiger Stelle vom nächsten Lande 17 Sm entfernt liegende Feuerschiff „Minquiers“ 
durch vier Gastonnen zu ersetzen? 
War es unmöglich, bemerkten Uebelständen durch entsprechende Aenderungen 
abzuhelfen, unvollkommene Apparate durch bessere zu ersetzen, vielleicht, nach 
dem Vorgange Frankreichs, durch Herstellung wesentlich gröfserer Tonnen selbst 
sehr weit gehenden Ansprüchen zu genügen? 
Nur- wohl vorbereitete, sorgsam durchgeführte und längere Zeit dauernde 
Versuche konnten auf diese Fragen bestimmte, unzweideutige Antworten geben, 
und wurden solche dementsprechend von Seiner Excellenz dem Herrn Staatssekretär 
des Reichs-Marine-Amts angeordnet. 
Il. Die Versuche. 
A, Das Material. 
l. Die Stieltonnen., Als Versuchstonnen waren 
zunächst zwei Stieltonnen von 7 cbm Rauminhalt vor- 
handen, von deren äufßserer Form Fig. 1 ein Bild giebt. 
Die Tonnen haben einen Durchmesser von 2,530 m, ohne 
die Laterne eine Gesammtlänge von 7,760 m, Länge des 
Bojenkessels mit Rohr 6,160 m, einen Tiefgang von 3,950m. 
Ihr Gewicht, ohne Wasserballast, Laterne und Kette, 
beträgt: etwa 3600 kg, das der Kette 45 kg für den 
laufenden Meter. 
Die Ankerkette von 44 mm Stärke wird an dem 
Schäkel S befestigt. Der Theil der Tonne unterhalb des 
Schäkels, der „Stiel“, dient nicht als Gasbehälter. Er ist 
vielmehr mit Wasser gefüllt, um auch in stark strömendem 
Wasser eine gut aufrechte Lage der Tonne zu sichern. 
Der Schirmanker, welcher die Tonne zu halten 
hatte, wiegt etwa 1250 kg. 
Die Laternen hatten die bei allen Pintsch-Tonnen 
gebräuchliche Form und Einrichtung. Ihr Gewicht betrug 
etwa 90 kg. Der Linsen-Apparat, „kleines. Modell“, hat 
einen Durchmesser von 200 mm und montirt eine Fokal- 
höhe von 4,140 m über Wasser. 
Die Brenner waren drei Lochbrenner; die Leucht- 
kraft der nackten Flamme beträgt etwa vier Vereinskerzen. 
I[m:. Apparat betrug die Lichtstärke, gemessen in der 
Horizontalebene, also. die Maximalstärke: 
Fü
	        
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