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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

516 Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1895. 
segeln ist in dieser Jahreszeit besonders schwierig, und muß dazu eine günstige 
Gelegenheit abgewartet werden, worüber oft 8 bis 10 Tage verloren gehen. Aus- 
gehend lotheten wir auf der Barre wieder zwischen 15 und 18 Fufß englisch 
Wassertiefe.“ 
3. Südlichterscheinungen. Kapt. Reinicke von der Bark „Magnat“ 
berichtet: „Als wir uns auf unserer Reise von Christiania nach Melbourne am 
5. Januar 1892 im Indischen Ocean auf 43,8° S-Br und 121,8° O-Lg befanden, 
sahen wir gegen 11 Uhr abends zwischen den Wolken hindurch am Südhimmel 
ein helles Licht, das wir, als es um 11* 45” dort für einige Minuten ganz ab- 
klarte, als ein schönes, gelbweifses Südlicht erkannten. Der helle Lichtbogen 
lag an seiner höchsten Stelle etwa acht Grad über der Kimm, und die hellen 
Strahlen schossen noch wohl 20 Grad höher hinauf. Das unter dem Lichtbogen 
befindliche Segment erschien (wohl durch den Kontrast) tiefdunkel. Nach einigen 
Minuten bedeckten Wolken wieder das Licht, doch erschien es noch bis ‚etwa 
1» 20” als ein ab und zu auffallend heller Himmel durch gelegentliche Oeffnungen 
in den Wolken. Es wehte zur Zeit ein stürmischer Westwind, bei böigem Wetter. 
Am 9, März 1892, auf der Reise von Geelong nach dem Kanal, wurde 
südwestlich von Tasmanien zwischen 45,8 S-Br in 143,7 O-Lg und 46,0 S-Br, in 
144,0 O-Lg von 12'/2 Uhr bis 2!/a Uhr morgens ein starkes Südlicht beobachtet. 
Es wehte zur Zeit ein frischer Westwind bei schwach bewölktem Himmel. 
Am 12. März, von 7'/2 bis 81/4 Uhr abends, im Stillen Ocean, in 49,5° 
S-Br von 161,0° bis 161,2° O-Lg wurde abermals ein Südlicht beobachtet. Die 
gelben Strahlen gingen von einem Lichtbogen aus, der sehr flach, in seinem 
höchsten Punkte, im Süden, sich etwa 20 Grad über den Horizont erhob, und 
konvergirten nach dem Zenithe oder einer Stelle in der Nähe desselben. Kinige 
wenige Strahlen schossen auch abwärts von dem Lichtbogen nach der Kimm. 
Um 8: 8” war das Licht außerordentlich stark und in einer Höhe von 45 bis 
50 Grad von einer röthlichen Färbung. Etliche Blitze, von denen jedoch nicht 
zu erkennen war, wo sie auftraten, riefen eine plötzliche Helligkeit hervor. 
Von 10'/% bis 11 Uhr abends, in derselben Breite, etwa 17 Sm östlicher, 
zeigte sich wiederum ein Südlicht, Diesmal bestand dasselbe aus blitzartigen 
Erscheinungen, die als leuchtende Strahlen und Flächen von etwa 45 Grad Höhe 
am südlichen Himmel nach oben, und seitwärts nach Osten und Westen zuckten. 
Durch ihre große Ausdehnung machte die Erscheinung den Eindruck schweren 
Wetterleuchtens. Der von gelegentlichen Hagelböen begleitete Westwind war 
steif bis stürmisch. 
Sowohl bei dem ersten wie bei dem zweiten Südlichte schienen die größeren 
Sterne immer durch die Lichtstrahlen und Lichtflächen hindurch.“ 
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen 
Seewarte im Monat November 1895, 
Von Schiffen der Kaiserlichen Marine. 
S. M. Schiffe und Fahrzeuge: 
1. Württemberg‘, Kommandant Kapt. z. See Freiherr von Maltzahn. 
Geführt in der Nord- und Ostsee, 
2. „Möwe“, Kommandanten Korv.-Kapt. v. Halfern und Kapt.-Lieut. 
Hartmann. Geführt auf der Ostafrikanischen Station. 
2, Von Kauffahrteischiffen. 
a. Segelschiffe: 
1. Hamburger Vollschiff „Arethusa‘‘, Kapt. J. Gahde. Lizard—0° Breite 
in 90° O-Lg, 29/12 1894—20/3 1895, 81 Tage. 0° Breite in 90° O-Lg—Rangun, 
20/3—14/4 1895, 25 Tage. Rangun—0° Breite in 91,5° O-Lg, 3/6—22/6 1895, 
19 Yage. 0° Breite in 915° O-Lg—Queenstown, 22,6—15/10 1895, 115 Tage. 
2. Hamburger Bark „Dorothea“, Kapt. H. T. Möller. Lizard—Guayaquil, 
10/4—18/8 1895, 120 Tage, 
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