Von Apia über Jahit, Friedrich Wilhelms-Haven und Herbertshöh nach‘ Singapore.
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Am 3. mittags wurde auf der Rhede von Makassar in der Peilung Feuer-
thurm Fort Rotterdam NO7/s0, Losari-Feuerthurm SS0*/40 geankert.
Das Wetter war während der ersten Tage gut. Am 6. ging der östliche
Wind über Nord auf West, Stärke 4, in den Böen mit Stärke, 6 bis 7 wehend;
täglich traten anhaltende starke Regenschauer ein. Die Rhede erwies sich bei
westlichem Winde, der hohen Seegang hervorruft, als völlig ungeschützt. Die
Temperatur war durchschnittlich etwa 26,5° C.
Am 9. nachmittags wurde die Rhede von Makassar verlassen, südlich der
Taignmouth-Bank und nördlich der Medenlick-Insel passirt, dann Kurs zwischen
dem Lanril-Riff und den Siri-Inseln auf die Lauriot-Inseln gesetzt und nördlich
derselben passirt.
Am 11. mittags wurde Kap Salatan (Borneo) auf ca 5 Sm passirt. Südlich
der grofsen Flüsse Barriton River u. s. w. wurde eine merkliche Abnahme ‘der
Wassertemperatur und des specifischen Gewichts desselben festgestellt, trotzdem
die Mündung des erwähnten Flusses etwa 45 Sm vom Kurse entfernt war. Strom
war südöstlich 10,2 Sm.
; Am 13. und 14. wurde die Carimata-Strafse passirt, zwischen der Serutu-
Insel und dem Ontario-Riff hindurchgesteuert und Kurs auf die Rhio-Strafse gesetzt.
Am 16. Januar vormittags wurde durch die Rhio-Strafse. gesteuert, in
der ein ziemlich starker nördlicher Strom bemerkt wurde.
Während des Ansteuerns der Strafse von Süd bei Nacht, was durch das
Schiff geschah, ist wegen der unbekannten Strömungen und der zahlreichen, vor
der Straße liegenden niedrigen Inseln und Riffe gröfste Aufmerksamkeit erforderlich.
Die Navigirung durch die Straße selbst bietet keine Schwierigkeiten. "ot
Am ‘16. mittags wurde auf der Rhede von Singapore in der Peilung Feuer-
thurm Fort Canning NW*/sW; Obelisk von Tanjong Catong NO'’%4N auf 8 m
Wasser geankert,
Während der Reise von Neu-Guinea nach Singapore wurde‘ zum Ansteuern
der Strafsen bei Nacht öfter mit dem Patentloth gelothet, doch bieten ‘die
Lothungen bei der überall fast gleichmäfsigen Tiefe keinerlei Anhalt. er}
; Das Barometer zeigte während der ganzen Reise außer den. täglichen
Schwankungen keine Abweichungen. .
Verlauf der Vermessungsarbeiten in Lindi, Deutsch-Ostafrika.
Nach dem Bericht des Kommandos Ss. M. S. „Möwe“, Kommandant Korv,-Kapt. HARTMANN.
Am 17. September 1894 wurde mit der Ausführung einer Vermessung zur
Uebung für die Offiziere. und Mannschaften begonnen. . I
Als Vermessungsgebiet diente der Hafen von Lindi.. Da die Dauer des
Aufenthaltes des Schiffes aber vollständig unbestimmt war, konnte die Ausdehnung
des Vermessungsgebietes von vornherein nicht‘ bestimmt werden, und wurden
daher auch die nöthigen trigonometrischen Punkte und ihre Bezeichnung durch
Baken erst während der Vermessungsarbeiten bestimmt.
Den Beginn der Vermessung bildete das Abstecken der Basis, Als ge-
nügendes Terrain hierfür wurde. ein Theil des unmittelbar nördlich der Stadt
Lindi gelegenen Strandes angenommen, welches nur bei . Hochwasser über-
schwemmt war. ; . 06
. ‚Das Abstecken und Messen der Basis geschah genau &uf die gleiche
Weise wie im vorigen‘ Jahre in Tanga. ; “ .
Als Resultat einer fünfmaligen Messung ergab sich die Länge Zzü
341 077,93 mm.
Es wurde nunmehr mit der Triangulirung mittelst Universal-Instrumenten
begonnen.
Während derselben war einer der trigonometrischen Punkte, ein auf dem
Watt eingerammter Pfahl, von der Fluth weggespült worden und mufste durch
einen zweiten ersetzt werden. Ferner war die Bake auf Station rothe Klippe