Grossmann: Zur Beobachtung der Wolken.
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Nubes informis und Cumulo-rudimentum von Ley stehen Fracto-stratus,
Fracto - nimbus und ‚Fracto - cumulus des internationalen Systems gegenüber,
Wolkenarten, die fern.vom Ort der Entstehung schwer zu unterscheiden und
auch kaum in bestimmte Beziehung zu einander zu stellen sind.
Der Cumulus von Ley ist der Cumulus des guten Wetters von Howard,
während des letzteren Cumulus des schlechten Wetters den Cumulo-nimbus von
Ley darstellt, den Howard nicht mit besonderem Namen belegte. Auf ebener
oder nahezu ebener Basis thürmt sich nach Ley die Wolke massig halbkuglig
auf zur Gestalt von Gebirgen und Kuppeln; charakteristisch erblickt man die
einfache Cumulus-Wolke auch in ihren höchsten Theilen nach oben scharf, nicht
verschwommen, abgegrenzt; gelegentlich, wenn auch selten, fällt aus ihr ein
Regenschauer herab, sie ist einerseits eine Wolke unseres Sommers und auf dem
Lande läufiger als über dem Meere, andererseits aber als eine Wolke, die in
zweiter Linie den aufsteigenden Strömen innerhalb der Cyklonen ihre Entstehung
verdankt, auch in unserem Winter nicht selten,
Der Cumulus von Ley deckt sich mit dem internationalen Cumulus, für
welchen folgende Definition vereinbart wurde: „Dicke Wolken, oben dom-
förmig entwickelt und mit vorspringenden Theilen behaftet, während
die Basis horizontal verläuft. Diese Wolken scheinen durch die am
Tage stattfindenden fast stets zu beobachtenden, aufsteigenden Luft-
strömungen zu entstehen. Befindet sich die Wolke der Sonne gegen-
über, so zeigen die dem Beobachter zugewandten Flächen eine
gröfsere Helligkeit als die Säume der Protuberanzen. Bei seitlich
auffallendem Licht zeigen diese Wolken tiefe Schatten; auf derselben
Seite wie die Sonne gesehen, erscheinen sie aber dunkel mit hellen
Säumen.“
Der Cumulo-stratus von Ley entspricht genau der Howard’schen Wolken-
art gleichen Namens; er stellt sich dar als ein Cumulus, dessen Gipfel von einer
Cirro-stratus-Schicht umgeben ist und häufig auch durch diese hindurch zu wachsen
scheint. Im Gegensatz zum Cumulo-nimbus, der anderen Entwickelungsform des
Cumulus, läfst nach Ley die Entwickelung von Cumulo-stratus am Vormittag
meist auf einen trockenen Nachmittag mit vorwaltenden Stratus- Wolken (Strato-
cumulus, d. Ref.) schliefsen; während Cumulus-Wolken, auf das Meer hinausgetrieben,
häufig degeneriren, ist die weitere Entwickelung zu Cumulo-stratus über dem
Meere häufiger als über dem Festland.
Kämtz hat die klare Definition von Howard offenbar falsch wiedergegeben,
indem er schreibt „wenn die Cumuli sich mehren und ein dunkleres Aussehen er-
halten, so geht diese Wolkenart in Cumulo-stratus oder die gethürmte Haufen-
wolke über“; Howard legt aber dieser Wolke ausdrücklich das Aussehen
eines Pilzes mit kurzem dicken Stiel bei, Der angegebenen falschen Definition von
Kämtz ist es wohl zu danken, dafs Po&y den Cumulo-stratus als von Cumulus
nicht verschieden in seiner Klassifikation verworfen hat, und dafs Weilbach(1l)
für seinen Cumulus compositus die gleiche Definition gegeben hat, und dafs der
Cumulo-stratus von Howard in der internationalen Klassifikation nicht aufgenommen,
sondern unter Cumulo-nimbus mit einbegriffen wurde, Dieser Cumulus compositus ist
in der That nur ein zusammengesetzter Cumulus, der von dem Howard’schen
Cumulo-stratus ganz verschieden ist und kaum besondere Benennung verdient.
Der Cumulo-nimbus von Ley ist unsere eigentliche Gewitterwolke, die
zweite Entwickelungsfornm des Cumulus, der „Cumulus schlechten Wetters“ von
Howard — von diesem nicht besonders bezeichnet —, gekennzeichnet durch
Lockerung der oberen Umrisse des Cumulus, der nach oben hin in vertikaler
Erstreckung cirrös auszublühen scheint. Die Bezeichnung Cumulo-nimbus rührt
von Weilbach(ll) her, der ebenso wie die internationale Klassifikation den
Cumulo-stratus (Howard-Ley) und den Cumulo-nimbus (Ley) unter diesem
Namen zusammenfafste; die internationale Definition lautet für Cumulo-nimbus:
„Die Gewitterwolke, Schauerwolke. Schwere Wolkenmassen, zu der
Gestalt von Gebirgen, Thürmen oder eines Ambos (Cumulo-stratus
von Howard, d. Ref.) aufgethürmt, die gewöhnlich eine Schicht oder
einen Schirm faserigen Aussehens (falscher Cirrus) über sich, und
eine dem nimbus ähnliche Wolkenmasse unter sich haben. Aus der
Basis fallen gewöhnlich lokale Regen- oder Schnee- (gelegentlich