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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Grossmann: Zur Beobachtung der Wolken. 
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Nubes informis und Cumulo-rudimentum von Ley stehen Fracto-stratus, 
Fracto - nimbus und ‚Fracto - cumulus des internationalen Systems gegenüber, 
Wolkenarten, die fern.vom Ort der Entstehung schwer zu unterscheiden und 
auch kaum in bestimmte Beziehung zu einander zu stellen sind. 
Der Cumulus von Ley ist der Cumulus des guten Wetters von Howard, 
während des letzteren Cumulus des schlechten Wetters den Cumulo-nimbus von 
Ley darstellt, den Howard nicht mit besonderem Namen belegte. Auf ebener 
oder nahezu ebener Basis thürmt sich nach Ley die Wolke massig halbkuglig 
auf zur Gestalt von Gebirgen und Kuppeln; charakteristisch erblickt man die 
einfache Cumulus-Wolke auch in ihren höchsten Theilen nach oben scharf, nicht 
verschwommen, abgegrenzt; gelegentlich, wenn auch selten, fällt aus ihr ein 
Regenschauer herab, sie ist einerseits eine Wolke unseres Sommers und auf dem 
Lande läufiger als über dem Meere, andererseits aber als eine Wolke, die in 
zweiter Linie den aufsteigenden Strömen innerhalb der Cyklonen ihre Entstehung 
verdankt, auch in unserem Winter nicht selten, 
Der Cumulus von Ley deckt sich mit dem internationalen Cumulus, für 
welchen folgende Definition vereinbart wurde: „Dicke Wolken, oben dom- 
förmig entwickelt und mit vorspringenden Theilen behaftet, während 
die Basis horizontal verläuft. Diese Wolken scheinen durch die am 
Tage stattfindenden fast stets zu beobachtenden, aufsteigenden Luft- 
strömungen zu entstehen. Befindet sich die Wolke der Sonne gegen- 
über, so zeigen die dem Beobachter zugewandten Flächen eine 
gröfsere Helligkeit als die Säume der Protuberanzen. Bei seitlich 
auffallendem Licht zeigen diese Wolken tiefe Schatten; auf derselben 
Seite wie die Sonne gesehen, erscheinen sie aber dunkel mit hellen 
Säumen.“ 
Der Cumulo-stratus von Ley entspricht genau der Howard’schen Wolken- 
art gleichen Namens; er stellt sich dar als ein Cumulus, dessen Gipfel von einer 
Cirro-stratus-Schicht umgeben ist und häufig auch durch diese hindurch zu wachsen 
scheint. Im Gegensatz zum Cumulo-nimbus, der anderen Entwickelungsform des 
Cumulus, läfst nach Ley die Entwickelung von Cumulo-stratus am Vormittag 
meist auf einen trockenen Nachmittag mit vorwaltenden Stratus- Wolken (Strato- 
cumulus, d. Ref.) schliefsen; während Cumulus-Wolken, auf das Meer hinausgetrieben, 
häufig degeneriren, ist die weitere Entwickelung zu Cumulo-stratus über dem 
Meere häufiger als über dem Festland. 
Kämtz hat die klare Definition von Howard offenbar falsch wiedergegeben, 
indem er schreibt „wenn die Cumuli sich mehren und ein dunkleres Aussehen er- 
halten, so geht diese Wolkenart in Cumulo-stratus oder die gethürmte Haufen- 
wolke über“; Howard legt aber dieser Wolke ausdrücklich das Aussehen 
eines Pilzes mit kurzem dicken Stiel bei, Der angegebenen falschen Definition von 
Kämtz ist es wohl zu danken, dafs Po&y den Cumulo-stratus als von Cumulus 
nicht verschieden in seiner Klassifikation verworfen hat, und dafs Weilbach(1l) 
für seinen Cumulus compositus die gleiche Definition gegeben hat, und dafs der 
Cumulo-stratus von Howard in der internationalen Klassifikation nicht aufgenommen, 
sondern unter Cumulo-nimbus mit einbegriffen wurde, Dieser Cumulus compositus ist 
in der That nur ein zusammengesetzter Cumulus, der von dem Howard’schen 
Cumulo-stratus ganz verschieden ist und kaum besondere Benennung verdient. 
Der Cumulo-nimbus von Ley ist unsere eigentliche Gewitterwolke, die 
zweite Entwickelungsfornm des Cumulus, der „Cumulus schlechten Wetters“ von 
Howard — von diesem nicht besonders bezeichnet —, gekennzeichnet durch 
Lockerung der oberen Umrisse des Cumulus, der nach oben hin in vertikaler 
Erstreckung cirrös auszublühen scheint. Die Bezeichnung Cumulo-nimbus rührt 
von Weilbach(ll) her, der ebenso wie die internationale Klassifikation den 
Cumulo-stratus (Howard-Ley) und den Cumulo-nimbus (Ley) unter diesem 
Namen zusammenfafste; die internationale Definition lautet für Cumulo-nimbus: 
„Die Gewitterwolke, Schauerwolke. Schwere Wolkenmassen, zu der 
Gestalt von Gebirgen, Thürmen oder eines Ambos (Cumulo-stratus 
von Howard, d. Ref.) aufgethürmt, die gewöhnlich eine Schicht oder 
einen Schirm faserigen Aussehens (falscher Cirrus) über sich, und 
eine dem nimbus ähnliche Wolkenmasse unter sich haben. Aus der 
Basis fallen gewöhnlich lokale Regen- oder Schnee- (gelegentlich
	        
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