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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Versuche bezüglich der. Abblendung‘ der Schiffs-Seitenlichter. 483 
dafs. wenn die Laternen so abgeblendet waren, dafs die von der Aufsenkante des 
Dochtes nach‘ der‘ Aufßsenkante des Abblendeschirmes gezogene Linie parallel 
dem Laternenbrette war, doch noch bei. Parallelstellung der Laternenbretter in 
den Entfernungen von 1 bis 2 km. beide Lichter gleichzeitig und deutlich sichtbar 
blieben. Selbst bei geringerer Entfernung von 700 m war die Helligkeit, trotzdem 
die ganze Flamme abgeblendet und man mehr in den dunklen Winkel. kam, immer 
noch genügend, um die Lichter deutlich wahrnehmbar zu machen. : Diese ‚Er- 
scheinung erklärt sich daraus, dafs Form und Stellung des kugelförmigen Reflektors 
nie so genau gearbeitet und angebracht werden können, damit alles von. dem- 
selben reflektirte Licht wieder in der Flamme vereinigt wird, Auch schon wegen‘ 
der Ausdehung der. Flamme ist dies überhaupt nicht völlig möglich. 
Man erhält also noch eine Reihe von reflektirten Strahlen von aufserhalb 
der Flamme, die genügend stark sind, um in Entfernungen bis ‚zu einer Seemeile 
bemerkt zu werden. . Aufser diesem reflektirten Licht gelangte ‚bei geringen. 
Entfernungen, wie die Beobachtungen zeigten, auch noch diffuses Licht. der ganzen: 
Laterne. in das Auge des Beobachters. Namentlich zeigte sich dieses bei dem. 
rothen Licht, welches nicht so sebr von der Atmosphäre absorbirt wird wie. 
das grüne. . 
Da es nun in der Praxis gar nicht möglich sein wird, Form und Stellung 
der. Reflektoren immer genau herzustellen und auf die Dauer so. zu erhalten und 
bald mehr, bald weniger Abweichungen von der richtigen Form immer vorkommen 
werden, so mufßs auch ein mehr oder weniger grofses Ueberscheinen der Lichter 
über die Abblendungslinie für das direkte Licht hinaus stets die Folge sein., : 
Wie aus nachstehender Tabelle hervorgeht, in welcher der von beiden 
Seitenlichtern zugleich. beschienene Bogen für die verschiedenen Abblendungen 
gegeben ist, betrug das durch die Reflektoren bewirkte Ueberscheinen jedes Lichtes. 
über. die Abblendungsgrenze des direkten Lichtes hinaus 1 bis 1!/2°, also für beide 
bis 3°, und es ist anzunehmen, dafs bei weniger genau gearbeiteten Laternen; 
wie es die benutzten waren, das Ueberscheinen eher mehr als weniger sein ‚wird. 
Die Art des Brenners, ob Flachbrenner oder Rundbrenner, macht bei der. geringen 
Verschiedenheit der Durchmesser der Brenner keinen wesentlichen Unterschied. 
Es folgt hieraus aber, dafs, um eine genaue Abblendung zu ermöglichen; 
man auf den Gebrauch von Reflektoren zur Erzielung einer größeren Lichtstärke 
von vorn herein verzichten mufs. Bei Anwendung ‚von richtig. konstruirten Linsen 
and 10“ Rundbrennern bietet es auch ohne Reflektor keinerlei Schwierigkeiten; 
die gesetzliche Sichtweite selbst für das grüne Seitenlicht zu erzielen (vgl. 
„Untersuchungen über Sichtweite und Helligkeit der Positionslaternen“, Seite 213 
and 219). In der Praxis wird überdies der Nutzen der Reflektoren ‚durch nicht 
sorgfältige Reinigung derselben häufig illusorisch werden. 
Bogen, innerhalb dessen beide Lichter sichtbar bleiben. Laternen 15 bezw. 10 m von einander, 
Stellung 
“.aternenbretter | 
der 
; Abblendung » 14‘ Flachbrenner 10“ Rundbrenner 
; paralldl - | 10—13 |16—2,1 | Photo- | L0—13 |1,6—2,1 | Photo. [201,3 | 1,6—2,1 | Photo- 
dem Laternenbrett ‘km km 1 metrisch| km km | metrisch| km km | metrisch 
14 Rundhrenner 
X‘ RNafiletktrar 
parallel 
” 
sdes2° nach innen 
des 4° nach innen 
‚on Innenkante des Dochtes 
» Mitte »” » 
‚ Aufsenkante „ ®* ı 
„ Innenkante „ » | 
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Laternen. 10 m von. einander war der Bogen- durchschnittlich etwas, aber höchstens 
10° 
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