Ann. d. Hydr. ete., XXIM. Jahrg. (1895), Heft XII.
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Von Sydney über Suva nach Apia und Kreuzfahrt innerhalb der
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Samoa-Gruppe, vom 9. April bis 1. Mai 1895.
Aus dem Reisebericht S, M. S. „Bussard“, Kommandant Korv.-Kapt. SCHEDER,.
1. Sydney—Sava—Apia.
1. Wind und Wetter. An der australischen Ostküste, in unmittelbarer
Nähe derselben, wurden nordöstliche Winde in Stärke 2 bis 3 angetroffen, die,
nachdem der Kreuzer aus der Nähe des Landes. herausgekommen war, über Nord
auf SSW und Süd änderten, und aus diesen Richtungen bis 30° S-Br und 160° O-Lg
in ziemlich gleichmäfsiger Stärke von 6 bis 7 wehten und in Verbindung. mit
einer aus östlicher Richtung kommenden Dünung eine verhältniksmäfsig hohe See
verursachten. Im ferneren Verlauf der Reise änderte der Wind auf WNW und
ging dann von 28° S-Br und 163° O-Lg an über Süd auf SSE und ESE, aus
welcher Richtung es in Stärke 3 bis 5, häufig böig, bis indie Nähe der Fidji-
Gruppe wehte. In der Nähe der letzteren wurde regnerisches, dickes Wetter
angetroffen, das ein Ansteuern der Kandavu-Insel schwierig machte.‘ Während
des zeitweisen Aufklarens am Morgen des 19. April wurde Suva angesteuert.
Innerhalb der Fidji-Gruppe wurden bei schönem klaren Wetter ostsüdöst-
liche Winde in Stärke 3 bis 4 angetroffen. + a A
Nach Passiren der Lakemba-Passage änderte der Wind über Ost auf
NEzE und blieb so bis zum Ankern in Apia. ;
‘ Auch in der Nähe der Samoa-Inseln herrschte trübes, regnerisch-böiges
Wetter vor. Erst am 27. April (nachdem der Mondwechsel vorüber) klarte das
Wetter auf und wurden die Regenböen seltener. $
2. Strom. In der Nähe der australischen Küste wurde der bisher stets
vorgefundene Küstenstrom wieder beobachtet in Richtung S23° W 26 Sm pro Etmal.
Zwischen der Lord Howe-Insel und dem Elisabeth-Riff wurde ein auf-
fallender Strom in der Richtung S82°W, 47 Sm pro‘ Etmal angetroffen, der
durch zahlreiche übereinstimmende astronomische Beobachtungen als sicher vor-
handen angenommen werden kann, jedoch im Gegensatz zu den vorhandenen
Kartenangaben steht. Die schon oben erwähnte, aus östlicher Richtung: laufende
Dünung wurde als Erklärung angenommen. Der Dampfer „Ovalau“, der einen
Tag nach S. M. S. „Bussard“ diese Stelle passirte, hat denselben auffallenden
Strom angetroffen. ; S ; ; 2
Innerhalb der Fidji-Gruppe und der Lakemba-Passage wurden besondere
Strömungen oder Versetzungen nicht gefunden,
‘ 38; Beiträge zur Segelanweisung.. Die Hunter-Insel wurde in der
Morgendämmerung auf 18 Sın gesichtet und auf ca 12 Sm‘ passirt.‘ ‚Die Insel
eignet sich zur Ansteuerung, um. Land zu machen.
Hafen von Suva. Die den „Nachr. f. Seef,‘“ 1891, No. 1632 ent-
stammende Angabe, dafs das Hafenfeuerschiff nicht an der in der Karte ange-
gebenen Stelle liegt, trifft nicht mehr zu. Nach Aussage des Hafenmeisters ist
das Feuerschiff vor ca zwei Jahren verlegt worden und liegt jetzt auf der Stelle,
wie die Karte angiebt. - Deckpeilungen während des Vorbeipassirens bestätigten
diese Angabe.
"Die schwarze Boje vor der Spitze Low Cliff soll jedoch nach Angabe des-
selben Hafenmeisters nördlicher liegen, als die Karte angiebt.
Der Kohlenhulk liegt ca eine Kabellänge nördlicher, als er in der Karte
verzeichnet ist. Die übrigen Seezeichen entsprechen ‚den Kartenangaben. Die
Einsegelung ist bei klarem Wetter leicht und mühelos. Vor der Dampfermole
liegen noch einige in der Karte nicht angegebene Verholbojen.. ;
Der Hafen bietet gegen Wind und Dünung guten Schutz. Lebensmittel
sind theuer.
" Lakemba-Passage, Die zum Verlassen der Fidji-Gruppe gewählte
Lakemba-Passage bietet bei klarem Wetter keinerlei Schwierigkeiten,
Ann. d. Hydr. ete.. 1895. Heft XIT